Sonntag, 10. April 2011

[Rezension] Matthias Sachau - Linksaufsteher

Matthias Sachau - Linksaufsteher

ullstein
ISBN 978-3-548-28319-7
345 Seiten - Taschenbuch


Der Autor:
... kam 1969 in München zur Welt, lebt seit sechzehn Jahren in Berlin und arbeitet – sofern sein kleiner Sohn ihn lässt – als freier Autor und Texter. Er gilt als erster Erwachsener, der sich auf einem Bobbycar die Veteranen-straße hinuntergestürzt hat. - Quelle: http://www.matthias-sachau.de/


Inhalt:
Ein typischer Montag. So wie ihn viele von uns erleben, wenn auch in sehr abgeschwächter Form. Doch bei Oliver ist es seit Monaten ein Tag, an dem er am liebsten gar nicht erst aus dem Haus gehen würde. Da seine Alpträume ihn in der Nacht von Sonntag auf Montag seit Monaten einen unruhigen Schlaf bescheren, ist seine Laune auf dem Tiefpunkt. Und dies läßt er die Menschen, denen er begegnet auch deutlich spüren. Der Höhepunkt ist der Montag, an dem ihm eine Frau herzhaft auf den Fuß tritt und er diese aufs allerübelste anpöbelt. Doch es ist auch der Beginn einer Wandlung. Denn schon bald stellt er fest, daß ihm diese Frau einfach nicht aus dem Kopf geht und er setzt alles dran, ihr wieder und wieder zu begegnen.

Meine Meinung:
Genau so wie Oliver ist auch dieses Buch unwahrscheinlich facettenreich. Man wird vom Autor von einem extrem ins nächste geworfen - und hat dabei noch Spaß.

Oliver ist in meinen Augen ein liebenswerter Typ, der seinen Platz im Leben noch nicht so ganz gefunden hat. Eigentlich macht ihm sein Job Spaß, jedoch nicht unbedingt immer alle Aufgaben, die ihm da begegnen. Denn er ist die Stimme aus unzähligen Werbespots. Und diese sind nicht selten so hirnrissig, daß man sich selbst fragt, wer auf so eine Idee gekommen ist. Das ganze wird dann noch gesteigert durch Olivers "Agenturheinis" Elvin und Adrian.

Die Sätze von Elvin und Adrian sind in dem Buch immer mit kleinen Smilies gekennzeichnet. Anfangs fand ich das ja noch ganz nett, später wars mir manchmal zu viel. Zumal die Sätze nie im Leben mit denen von anderen Menschen hätten verwechselt werden können. Beispiel: "Und Beckenbauer means Bayerisch, rightpopight?" .. so geht es mit den Beiden in einer Tour. Eigentlich sehr witzig, aber gut, daß davon nicht zuviel im Buch war, ich glaube das hätte mich auf Dauer dann doch wahnsinnig gemacht. Und wäre Oliver real, ich hätte nicht verstanden, wie er sich so lange in Toleranz üben konnte ;-)

Noch schlimmer ist eigentlich nur noch Rüdiger Rodeo, das Superbrain der Social-Media-Szene. Er wartet mit Sätzen wie "Antiautistische Authentizität und panreflexive Plausibilität sind dabei konklusivkritische Erfolgsfaktoren". Er raubte mir wirklich den letzten Nerv :-). Seien wir froh, daß er keine zu große Rolle in dem Buch spielte.

Dagegen mochte ich die Charaktäre von Apfelsinchen, Ruderfrosch und Lena sehr gerne. Oliver sitzt viel in einem Cafe Namens Coffee & Bytes rum. Denn hier hofft er wieder auf Lena zutreffen, die nach dem unglücklichen Zusammentreffen am Montag morgen dort hingegangen ist. Und hier lernt er auch Ruderfrosch kennen, der sich dort seine Zeit mit seinem Mac vertreibt und Oliver die Welten des Internets wie Facebook näher bringt. Und auch Apfelsinchen trifft er dort, die im wahren Leben Franziska heißt.

Oliver, seit seinem Auszug aus der WG ziemlich einsam, freundet sich relativ schnell mit Franziska an und gründet spontan mit ihr eine neue WG. Endlich liegen wieder Sachen in der Gegend rum, die nicht seine eigenen sind. Und das Franziska auch noch toll kochen kann, erleichtert die Eingewöhnung um so mehr.

Eigentlich dreht sich das Buch größtenteils um Olivers Versuch, Lena näherzukommen. Er stellt sich anfangs so ungeschickt dabei an, daß er einem direkt leid tun kann. Aber Oliver versucht in langen Gesprächen mit Anton (einem siebenjährigen Jungen) und Toni (ein ehemaliger WG-Mitbewohner) seinen Weg zu Lena zu finden. Und gerade diese Gespräche, die Begebenheiten auf Facebook sind es, die das Buch so anders machen. Man erkennt immer wieder parallelen zur realen Welt und dann ist doch wieder soviel unfassbares darin, daß man denkt, das kann nicht sein.

Gespickt wird der Roman immer wieder von komischen Dialogen, Begegnungen und Aktivitäten, so daß man nicht selten richtig herzhaft lachen kann.

Ein erfrischender Roman, der für Kurzweil sorgt! Wenn Ihr also mal wieder richtig lachen möchtet, kann ich Euch das Buch nur empfehlen. Für mich war es der erste Roman des Autoren, aber bestimmt nicht der letzte.

Einen Trailer hab ich Euch auch mitgebracht:



Ich bedanke mich herzlich bei , denn dort habe ich das Buch bekommen.

Meine Wertung:
Und hier kommt Ihr direkt zum Buch:


Kommentare:

  1. Schöne Rezi :)
    Möchte das Buch auch gerne lesen..
    Wollte erst auch bei vorablesen mitmachen, aber irgendwie habe ich das dann doch verschlafen..

    Bin gespannt..
    Liebste Grüße ;)

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  2. Das hört sich nach einem interessanten Buch an. Mal was anderes irgendwie

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  3. Erfrischend, lustig; ich habs nach einem Jahr nochmal gelesen und hab mich nochmal köstlich amüsiert...Ein liebenswürdiger Humor, nicht ganz so bissig wie bei Jaud, das ist angenehm. Skurrile Ideen, da muss man erst mal drauf kommen - im Großen Ganzen gesehn -

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