Samstag, 5. Februar 2011

[Rezension] Simon Beckett - Die Chemie des Todes

Simon Beckett - Die Chemie des Todes

rororo
ISBN: 978-3-499-24197-0
430 Seiten - Taschenbuch


Inhalt:
David Hunter - einst forensischer Anthropologe - ist nach dem Tod seiner Frau und Tochter durch einen Autounfall nicht mehr in der Lage, seinem eigentlichen Beruf nachzugehen, denn ständig vergleicht er die Toten mit seinen verstorbenen Lieben. Sieht deren Verfall genau so vor sich. Aus diesem Grunde beschließt er in seinen alten Beruf zurückzukehren - als ganz normaler Arzt. Da kommt ihm ein Zeitungsangebot sehr recht. In einem kleinen Dorf, Manham, wird ein Arzt zur Vertretung gesucht. Er bewirbt sich und bekommt überraschend sofort die Stelle zugesagt und greift zu.

Manham ist ein ruhiges verschlafenes Dorf, in dem nicht viel passiert. David übernimmt die Praxis von Henry, der seit einem Autounfall im Rollstuhl sitzt. Henry ist überzeugt, seine Praxis bald wieder übernehmen zu können und hält die Prognose der Ärzte für schwachsinnig, daß er nie wieder laufen kann.

Aus dem ursprünglich geplanten 6 Monaten sind schon über 3 Jahre geworden, als das Buch beginnt. Denn in dem kleinen verschlafenen Ort geschieht ein furchtbarer Mord, der obendrein noch ziemlich makaber erscheint - der Toten wurden Schwanenflügel in den Rücken gesteckt. Und so holt die Vergangenheit David ein, denn sehr schnell wird bei der Polizei sein ursprünglicher Beruf bekannt und sie bitten ihn um Hilfe bei der Aufklärung, wie lange die Tote dort schon liegt.

Anfangs wehrt sich David mit allen mitteln, doch nach und nach kommt er seinem Beruf doch wieder näher und hilft. Zumal der oben geschilderte Mord nicht der einzige bleibt.

Meine Meinung:
Ja auch wenn einige jetzt wahrscheinlich ungläubig gucken mögen, dies war wirklich mein erstes Buch von Simon Beckett. Neugierig geworden bin ich durch eine Leseprobe seines neusten Werkes. Und als ich dann las, daß es schon der vierte Band zu David Hunter ist, mußte ich mir doch glatt mal den ersten besorgen. Und ich bin absolut begeistert.

Simon Beckett hat eine - für mich - sehr fesselnde Art zu schreiben. Obwohl er viel in Details geht, sind diese nicht einfach langwierig geschildert, sondern vermitteln einem ein ziemlich klares Bild über die jeweiligen Schauplätze.

Er lockt einen auf Fährten, von denen man ziemlich überzeugt ist, schnell auf den Mörder gekommen zu sein - und doch muß man seine Ahnung immer wieder korrigieren. Und das hält für mich die Spannung ziemlich konstant aufrecht.

Anfangs hatte ich richtig Mitleid mit David, der doch eigentlich nur seine Ruhe haben wollte. Und doch fand ich auch schön, wie er im Laufe des Buches immer mehr aus seiner Vergrabung herausgekitzelt wurde.

Sehr gut fand ich auch die Schilderung der Charaktäre der einzelnen Mordopfer und man überlegte schon bevor der Tod dann "endlich" eintrat, wie der Mörder diesmal seine Opfer "schmücken" würde. Nur aus den Schilderungen der Lebenden vorher. Das brachte irgendwie so eine Mitgestaltung mit sich, die ich klasse fand.

Auch positiv fand ich, daß Simon Beckett für die romantischen unter uns das Herz nicht ganz außen vor läßt :)

Total genial find ich auch die Cover dieser Buchserie. Sie sind so außergewöhnlich. Ich hab ja schon gesehen, daß die nachfolgenden ähnliche Cover haben, die sich zwar alle voneinander abheben, aber doch zusammen passen :)

Das Buch ist sicherlich nichts für Leute mit schwachen Nerven, aber sehr niedlich fand ich eine Begegnung, die ich gestern in der Straßenbahn hatte. Sobald ich einen Sitzplatz ergattert hatte, zog ich natürlich das Buch heraus. Mir gegenüber eine Frau, die das Cover scheinbar sofort erkannte und mir dann ganz freudig mitteilte, sie hätte es auch schon angefangen gehabt, aber dann doch wieder weggelegt, weil sie zuviel Angst gehabt hätte :) Ich finde solche Begegnungen immer wieder nett - in der heutigen anonymen Zeit :)

Also ich kann nur abschließend sagen, wer es nicht kennt und Thriller mag, dem rate ich unbedingt zu diesem Buch!

Einen Satz hab ich Euch auch noch mitgebracht: "Ich konnte sie sehen, mit ihnen sprechen. Sie berühren. In den Träumen konnte ich glauben, daß wir noch eine Zukunft hatten und nicht nur eine Vergangenheit."

1 Kommentar:

  1. Hi Fabella :)

    Ich habe das Buch auch schon mal angefangen. Ich habe es allerdings beiseite gelegt, weil ich es am Anfang doch sehr langatmig fand.
    Aber vielleicht nehme ich es jetzt doch nochmal zur Hand. :)

    Danke für die schöne Rezi.

    Liebe Grüße,
    Jacky

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