Dienstag, 12. April 2011

[Rezension] Sarah Ockler - Die Sterne leuchten immer noch

Sarah Ockler - Die Sterne leuchten immer noch

cbj
ISBN: 978-3-570-13749-9
349 Seiten - gebundene Ausgabe


Die Autorin:
Sarah Ockler lebt mit ihrem Mann in New York, und weil sie immer noch an den Spätfolgen ihrer turbulenten Teenagerjahre leidet, hat sie sich aufs Verfassen von Jugendbüchern spezialisiert. Dies ist ihr erster Roman.

Inhalt:
Es ist die Geschichte einer Freundschaft, einer Liebe und dem Tod. Anna und die Geschwister Frankie und Matt wachsen zusammen auf. Sie sind die besten Freunde. Doch irgendwann entdeckt Anna, daß sie mehr für Matt empfindet. Und an ihrem 15. Geburtstag wird ihr Wunsch wahr. Auch Matt empfindet mehr für sie. Das gesteht er ihr an diesem Tag. Doch er bittet sie, dies vorerst als ihr gemeinsames Geheimnis zu hüten. Er hat Angst, Frankie zu verletzen und möchte es ihr ganz in Ruhe und allein im nächsten Urlaub erklären. Da dieser nur noch drei Wochen weit weg ist, willigt Anna ein. Heimlich verbringt sie Zeit mit Matt, damit Frankie nichts mitbekommt. Ihr Gewissen, ihre beste Freundin zu belügen läßt ihr kaum Ruhe. Aber sie tröstet sich immer mit dem Gedanken, nur noch drei Wochen. Doch dann, am letzten Tag vor dem Urlaub, passiert es. Matt stirbt und nimmt ihr Geheimnis mit ins Grab. Und Anna ist mit ihrem unendlichen Schmerz allein, denn sie kann es keinem erzählen.

Meine Meinung:
Schwer. Ich bin hin- und hergerissen. Auf der einen Seite ist dies ein wunderschöner Roman über die erste Liebe, über Trauer und Freundschaft.

Anna hat es nicht leicht, mit ihrem Schmerz klarzukommen. Denn nicht nur sie hat Matt verloren, sondern auch Frankie ihren Bruder und die Eltern ihren Sohn. So muß sie stark sein für Frankie, muß für sie da sein, ihr Kraft geben. Ihr Geheimnis verrät sie nicht, sie hat es Matt doch versprochen. Und sie glaubt auch nicht, daß Frankie das jetzt noch zusätzlich verkraften würde.

Ein ganzes Jahr vergeht mit Trauer und Schmerz. Doch davon erfahren wir in dem Buch nur am Rande, nur in Auszügen. Nach einem Jahr fährt die Familie wieder nach Kalifornien in Urlaub. Ohne Matt. Dafür aber mit Anna. Sie hoffen, auch mit dieser Reise wieder einen Schritt mehr in die Realität zu gelangen, wieder ein Stück weit die Trauer bewältigen zu können.

Doch schnell wird klar, zuviele Erinnerungen sind hier und werden auch mitgebracht. Wir erleben, wie die Familie kämpft, sich gegen die Trauer zu wehren, wieder den Alltag zurück zu erlangen.

Aber vor allem erleben wir weite Teile der Freundschaft zwischen Frankie und Anna. Frankie ist - verständlicherweise - nicht mehr die selbe wie vor Matts Tod. Und Anna versucht diese neue Frankie so gut wie möglich zu verstehen und zu unterstützen. Frankie hat nur eines im Kopf - Aussehen und Jungs. Und sie möchte unbedingt, daß Anna daran teilhat. Und da Anna eine gute Freundin ist, macht sie mit. Überzeugt, doch nie wieder ihr Herz verschenken zu können. Und dann begegnet sie Sam.

Ich möchte hier nicht zuviel verraten. Aber ich fand die Beziehung zwischen Anna und Sam befremdlich. Teils konnte ich sie sehr gut nachvollziehen, teils fand ich es sehr schön. Doch dann wieder, zum Ende des Buches hin hab ich nur den Kopf geschüttelt. Aber das müßt Ihr wohl selber erfahren, denn sonst würde ich an dieser Stelle zuviel verraten.

Daher auch meine geteilte Meinung. Es ist auf der einen Seite ein schöner Roman, der eigentlich größtenteils darum geht, wie Anna und Frankie mit Matts Tod umgehen. Ich fand große Teile sehr gefühlvoll und realistisch.

Dann aber wieder kamen - für mich - so unrealistische Erzählungen, gerade was Anna und Sam angeht, daß mir das Buch nicht ganz so gut gefiel.

Aber ich bin sicher, das interpretiert jeder anders. Wie Anna mit ihren "Gefühlen" für Sam umgeht.

Und so habe ich für mich ein Herz abgezogen und vergebe die Wertung:Trotz der oben geschilderten Vorgänge kann ich nur eine Kaufempfehlung aussprechen. Denn Sarah Ockler hat einen sehr schönen Schreibstil, der es einem leicht macht, sich Orte, Personen und Begebenheiten gut vorzustellen!

Mein herzliches Danke geht an für die Zurverfügungstellung des Buches. Und wer jetzt auch Interesse hat, der kann es bekommen bei cbj direkt oder hier:


Kommentare:

  1. puh, ein schweres Thema wie ich finde. Bisher habe ich mich an Bücher mit solchen Themen noch nie rangetraut - hab immer Angst, dass ich dann heulend hier sitze und mir das zu sehr im Kopf rumspukt. Deine Rezi finde ich trotzdem sehr schön und es hört sich nach einem interessanten Buch an

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  2. Wow, bei deinem Tempo komme ich langsam wirklich nicht mehr mit. Dieses Buch klingt interessant, aber auch sehr heftig zum Lesen .... könnte mich auch reizen, aber ich komme derzeit leider zu gar nichts.

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  3. Sicherlich nicht ganz einfach zu lesen, andererseits würde mich die Geschichte schon reizen. Na mal sehen, das Buch läuft ja nicht weg.
    Hab eh gerade ganz viel hier liegen. *gg*

    LG von Anny

    PS: hab übrigens die anderen Teile vor "Verwesung" weder gelesen noch gehört. Du?

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  4. Ups entschuldigung, hab gerade nochmal nachgedacht,ich hab letztes Jahr "Kalte Asche" gehört. (Kopf wie Sieb) *lach*

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