Freitag, 29. April 2011

[Rezension] Laura Whitcomb - Seelenhüter

Laura Whitcomb - Seelenhüter

PAN
ISBN: 978-3-426-28332-5
362 Seiten gebundene Ausgabe


Die Autorin:
Laura Whitcomb ist in Pasadena, Kalifornien aufgewachsen. Bevor sie ihre Leidenschaft fürs Schreiben entdeckte, hat sie als Englischlehrerin gearbeitet. Für "Silberlicht", ihren ersten Roman, gewann sie 4 Literaturpreise und war für weitere 5 Awards nominiert. Heute lebt und arbeitet sie in Portland, Oregon.

Der Inhalt:
Calder ist ein Seelenhüter. Er taucht auf, wenn Menschen sterben und wenn sie sich für den Tod entscheiden, begleitet er sie in den Himmel und übergibt sie dem Captain. Um sich direkt danach dem nächsten zuzuwenden. Er begleitet sie also nur ein Stück des Weges. Und das macht er schon seit 300 Jahren, seit er als 19-jähriger für diese Aufgabe erwählt wurde und sich dazu bereit erklärte. An sein irdisches Leben erinnert er sich kaum noch. Er liebt seine Aufgabe. Bis er an einem schicksalshaften Tag an das Bett eines sterbenden Babys gerufen wird. Und erstmalig rührt ihn die Verzweiflung der Mutter, die so heftig um ihr Kind weint. Das Baby entscheidet sich gegen den Tod und Calder zieht sich wieder zurück. Doch die Frau geht ihm nicht mehr aus dem Sinn. Und obwohl dies noch nie vorkam, wird er ein zweites Mal zu dem selben Kind gerufen. Der nunmehr 8jährige möchte sterben, doch Calder überredet ihn zu bleiben, weil seine Mutter ihn so liebt. Und er versucht alles, um sich der Mutter sichtbar zu machen, doch einzig der Junge und eine seiner Schwestern können ihn sehen. Calder will unbedingt zurück zu der schönen Frau und tatsächlich scheint ihm dieser Wunsch gewährt zu werden und er kehrt ein drittes Mal zurück. Doch Glück ist dies nicht ...

Meine Meinung:
Wie sollte es anders sein, ist auch dieses Buch von Laura Whitcomb wieder völlig anders als erwartet.

War der Anfang noch genau so, wie sich die Beschreibung liest und hat mich gepackt, dreht sich dann alles völlig. Denn eigentlich sollte in der Inhaltsbeschreibung stehen, daß sich ein Großteil des Buches um die Zarenfamilie Romanow dreht. Denn der sterbende Junge ist niemand anders als des Zaren Sohn Alexis und das kleine Mädchen, das ihn ebenfalls sehen konnte niemand anders als Anastasia. Die geliebte Tochter des Zaren.

So ist dieses Buch eigentlich genau das richtige für mich. Ich liebe die ganzen Erzählungen, die sich um das Schicksal der Zarenfamilie drehen. Die liebliche Anastasia, der brutale Verräter Rasputin. Doch für mich geht die Fantasie der Autorin hier irgendwie einen Schritt zu weit. Denn nach den anfänglich spannenden Vorkommnissen, die eine Flucht von Alexis und Anastasia betreffen - natürlich ausgelöst durch Calder - ist der Großteil des Buches eine endlose Reise der drei. Daß sich Calder dabei auch noch im Körper von Rasputin befindet, während Rasputins Geist alles versucht, die verlorenenen Seelen zu vereinen und gegen Calder aufzulehnen, war mir dann doch ein bißchen zuviel des Guten.

Die Idee des Buches finde ich eigentlich sehr fantasievoll und auch schön ausgehandelt. Doch meiner Meinung nach waren weite Teile des Buches einfach etwas zu langatmig. Doch durch den Zauber, der mich immer bei der Geschichte der Romanows überfällt, konnte ich das Buch nicht zur Seite legen und mußte unbedingt wissen wie es ausgeht. Das verrate ich Euch hier natürlich nicht. Denn der letzte Teil des Buches berührte mich dann doch wieder und er gefiel mir auch sehr sehr gut. Auch wenn auch hier wieder einiges der Fantasie des Lesers überlassen wird.

Nicht vergessen möchte ich, Euch von dem wieder einmaligen Cover zu erzählen. Wie schon Silberlicht, ist dieses Buch mit einem strukturierten Einband versehen (kein Schutzumschlag, das Buch selbst ist so), der irisierend schillert und sich wunderschön in der Hand anfühlt. Abgerundet von mal einem männlichen Gesicht und wunderschönen Blumenverzierungen ist es einfach ein absoluter Hingucker in jedem Regal. Ich stelle immer wieder fest, daß der PAN Verlag mit die wundervollsten Cover hat. Und da ich ein Cover-Streichler bin, kann ich immer wieder nur danke dafür sagen!

Wem Silberlicht gefiel, dem wird auch dieses Buch garantiert gefallen. Die Autorin hat nun einmal einen ziemlich eigenen Schreibstil, der einem entweder gefällt oder nicht. Mich werden ihre Bücher wohl nie so überzeugen wie die von anderen Autoren, aber trotzdem reizt er mich dann doch so weit, daß ich sie unbedingt lesen möchte.

Ihr seht, ich bin da ein bißchen zerrissen .... und deshalb vergebe ich:

Ich bedanke mich ganz herzlich bei für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!


Kommentare:

  1. Um Silberlicht schleiche ich shcon eine Weile herum...tolles Cover!
    Hab gerade gesehen, dass du auch stempelst und Karten machst...hast du da einen eigen Blog???
    Lg
    Martina, die in einer Woche auch einen Copic Workshop macht ;)

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  2. Das Buch hab ich auch auf meiner Wunschliste. Mal sehen, ob ich das auch noch in die Finger bekomme. Übrigens habt ihr mich mit euren Covers angesteckt. Voher hat mich wirklich nie interessiert, ob ein Cover schön ist oder nicht, aber irgendwie reizen die mit den schönen dann doch plötzlich wesentlich mehr *lach*

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  3. Also mir hat Silberlicht sehr gut gefallen. Das Thema ihres neuen Romans ist auch interessant. Ich werde ihn auf jeden Fall mal ausprobieren. Mal sehen, wie ich damit zurecht komme. LG :)

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