Samstag, 8. Januar 2011

[Rezension] Rainer Wekwerth - Damian


Rainer Wekwerth - Damian - Die Stadt der gefallenen Engel

- Arena-Verlag
- ISBN 978-3-401-06513-7
- 418 Seiten - Broschiert

Eine düstere Prophezeiung und ein altes Geheimnis. Der Kampf dunkler Mächte um unsere Welt. Und eine Liebe, größer als der Tod.




Die 17-jährige Lara hat Liebeskummer, denn Ben hat sich von ihr getrennt. Da gerade Schulferien bevorstehen, entschließt sie sich zu ihren Großeltern nach Berlin zu fahren um Abstand von Ben zu erhalten. Auch möchte sie Zeit mit ihren Großeltern verbringen, die sie fast nie gesehen hat. Und sie erhofft auch zu erfahren, warum ihre Mutter so einen großen Abstand zu ihren Eltern hält und den Kontakt auf 1-2 Telefonate im Jahr beschränkt.

In Berlin angekommen genießt sie zuerst das nähere Kennenlernen ihrer Großeltern Max und Martha. Max ist ein ehemaliger Professor für Geschichte und Okkultismus. Obwohl er und Martha schon recht alt sind, sieht man ihnen das nicht wirklich an. Gerade Max, der ein ziemliches Unikum mit seinem langen Pferdeschwanz ist.

Lara genießt auch den Abstand von Ben und die unendlichen Möglichkeiten, die diese Großstadt zu bieten hat. Sie verbringt ihre Tage im hektischen Treiben der Großstadt, bummelt durch Läden und erkundet so viele Ecken von Berlin. Sie erfreut sich an ihrere anonymen Einsamkeit und verliert damit einen Teil ihrer Traurigkeit durch die Trennung von Ben. Bis zu jenem Abend, als sie im Park überfallen wird und kaum noch einen Ausweg sieht. Da tritt Damian als ihr Retter in ihr Leben. Und alles ändert sich.

Sie fühlt sich von Anfang an zu Damian hingezogen, obwohl sie durch ihre Beziehung zu Ben mißtrauisch geworden ist. Damians zurückhaltende Art gibt ihr Rätsel auf. Damian ist einfach anders. Mit ihm kann sie Gespräche führen, zusammen verbrachte Stunden verfliegen zu Minuten. Aber während sie ihm ihr Herz ausschüttet, verrät er doch nie etwas von sich. Lara ist sich nicht sicher, wie sie mit dieser Situtation umgehen soll. Warum verschließt sich Damian so vor ihr. Zweifel machen sich breit, welche Gefühle er ihr entgegen bringt.

Neben ihrer sich aufbauenden Freundschaft zu Damian belastet sie jedoch auch die Geschichte um ihren Vater, den sie nie kennengelernt hat. Der Vater, der ihre Familie am Tag ihrer Geburt verließ und den ihre Mutter trotzdem nie vergessen hat. Lara ist sich sicher, daß sie diese Ursache ist, ihre Mutter bestreitet dies jedoch. Aber hier in Berlin begann und endete alles und Lara wünscht sich immer mehr, die Hintergründe zu erfahren. Doch niemand will Lara so recht die Wahrheit erzählen.

Aber auch Lara scheint ein Geheimnis zu umgeben, Veränderungen gehen mit ihr vor, die sie nicht versteht. Unzählige rätselhafte Ereignisse gestalten mehr und mehr ihren Tag. Und diese Ereignisse machen ihr Angst.

Im Verlauf des Buches erfährt man immer mehr über die Hintergründe von Damian, ihren Großeltern, ihren Eltern und über Lara. Nach und nach setzt sich die Geschichte wie ein Puzzle zusammen und am Ende bleibt keines übrig.

Vielseitige Gestalten erwachen im Buch zum Leben. Ein Kampf zwischen den Welten der schwarzen Krieger und den Kriegern des Lichtes entbrannt. Und Lara ist mittendrin. Doch wem kann sie hier vertrauen, was ist gut und was böse.

Ich habe mit Lara zusammen die Freiheit erlebt, durch die Straßen von Berlin zu ziehen. Ich habe zuerst ihren Glückstaumel und dann den tiefen Fall erlebt. Konnte ihre Ängste, ihre Freuden, ihre Liebe und ihren Kummer spüren.

Rainer Wekwerth hat einen Schreibstil, der leicht und unbeschwert scheint und dennoch nicht oberflächlich ist. Mit seinen Worten läßt er Figuren zum Leben erwecken und es ist nicht schwer, sich diese Figuren vorzustellen.

Wo ich zuerst dachte, daß nähere Erklärungen wirklich notwendig wären, wurde ich im Verlauf des Buches dann doch mit diesen überrascht und mußte auch feststellen, daß die Erklärungen genau an die geschriebenen Stellen paßten und vorher einiges an Spannung genommen hätten.

Kleine Details, immer wieder hineingestreut, fesseln einen an die Geschichte und machen es fast unmöglich, das Buch zur Seite zu legen.

Aber nicht nur die Geschichte hat mich berührt, auch das wunderschön gestaltete Cover lädt immer wieder zu einem Blick ein. Und wer zuerst denkt, der untere Teil ist nur die Spiegelung des oberen, der sollte vielleicht noch einmal hinschauen. Wunderschön gewählt auch die Farben und die glänzenden Prägungen.

Ganz besonders schön fand ich auch, daß der Roman in Deutschland - Berlin spielt. Dadurch gewinnt so eine fantastische Geschichte auch ein bißchen Realität, was sie für mich einen Tick glaubhafter macht. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja wirklich Engel, die uns beobachten und uns beschützen?!

Einen Satz möchte ich Euch aus dem Buch noch mitbringen, der mich irgendwie berührt hat und den ich auch nicht vergessen konnte:

"Hier und jetzt ist er lebendig und wunderschön. Das ist alles, was zählt. Es gibt keine Zukunft, nur ein Jetzt, das vergeht und zu einem neuen Jetzt wird. Immer und immer wieder, bis in alle Ewigkeit."

Das Buch ist für mich eine absolute Kaufempfehlung!

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