Dienstag, 22. August 2017

[Rezension] Maike Ehrlichmann - Einfach ehrlich essen

Verlag: Hirzel
Softcover: KLICK - 19,80 € - 168 Seiten
Altersempfehlung: -
Genre: Ratgeber / Sachbuch

Die Autorin:
Maike Ehrlichmann ist Ökotrophologin mit dem Schwerpunkt Ernährungswissenschaft. Seit 2005 arbeitet sie journalistisch für Hans-Ulrich Grimm und unterstützt ihn bei seinen Recherchen rund ums Essen. Außerdem berät sie als zertifizierte Ernährungsberaterin Menschen, die wissen wollen, was sie essen sollen überwiegend nach der von ihr entwickelten Ehrlich Essen Methode.









Inhalt:
Die Autorin beschäftigt sich in diesem Buch mit der Überlegung, wohin uns die gesamten Diäten und Ernährungstipps geführt haben und ob es nicht vielmehr möglich ist, durch eine optimale Selbsterkenntnis seiner Bedürfnisse zu einem normalen Essverhalten zurück zu gelangen. Hierbei beleuchtet sie viele Diättrends, Expertenratgeber zu sinnvoller Ernährung, aber auch ihre Erfahrungen aus ihrer Praxis der Ernährungsberatung. Grob gesagt sind es Ausführungen ihrer eigenen Meinung zu dem Thema - unterlegt mit fachlichen Hinweisen, dass sie nicht die Einzige ist, die so denkt.


Meine Meinung:
Schwierig. Zum einen finde ich es ein sehr gelungenes Buch. Vieles, was die Autorin hier aufführt, ist mir in den letzten Monaten auch durch den Kopf gegangen. Ich bin so ein typisches Beispiel dafür, dass ich mich zu leicht von Esstrends leiten lasse. Immer darauf bedacht, die 5 Kilo zu viel loszuwerden, ja nicht mehr zuzunehmen und dabei aber auch möglichst den gesunden Weg für den Körper zu finden. So kenne ich natürlich all die gängigen "Diäten" von Low Carb zu SIS, zu Trennkost, zu intermittierendes Fasten, Heilfasten, Kalorienzählen, Eiweißdiät, Shake-Diäten .. die meisten natürlich immer als "keine Diät sondern lebenslange Ernährungsumstellung" angepriesen.

Was mir das gebracht hat? Genau das, was die Autorin in ihrem Buch sehr gut wiedergibt und was ich in den letzten Monaten immer mehr gedacht habe - man ist so voller Weisheiten, was nun gut sein soll und was nicht, dass man total verwirrt ist und gar nicht  mehr weiß, was man noch essen soll, weil sich alle ständig widersprechen. Doch ... einfach essen? Bringt mir erfahrungsgemäß auch nur zu viel ein... denn immer wenn ich mal ein paar Wochen einfach diät-müde bin und nicht drauf achte, nehme ich auch wieder zu ... und bei jedem Essen meckert auch noch das schlechte Gewissen.

Auch das beleuchtet die  Autorin sehr gut formuliert ... zeigt Auslöser dazu, die sie Störfaktoren nennt, die uns daran hindern, uns bzw. unseren Hunger wirklich wahr zu nehmen. Manche Tipps sind aber in der Realität sicherlich nicht immer umsetzbar.... so regt sie dazu an, zu prüfen, ob der gerade einsetzende Hunger nicht der sogenannte Lusthunger ist - man sollte dann einfach mal küssen oder kuscheln .. naja, schlecht umsetzbar, wenn man gerade im Büro ist oder vielleicht gar keinen Partner hat ...

Und während sie uns einige Störfaktoren aufzeigt, bringt sie aber meiner Meinung nach leider nicht genug Hinweise, wie man für sich allein da heraus finden kann. Und das ist, was sie in ihrem Vorwort auch angibt: "Dieses Buch ist keine Anleitung, um Schritt für Schritt den ehrlichen Appetit zu aktivieren". Und das genau trifft den Kern des Buches und hätte meiner Meinung nach auch klar auf den Klappentext gehört. Damit man sich von Anfang an darüber klar wird, dass dieses Buch ein reiner Anstoß ist, seine Denkweise zu hinterfragen und vielleicht umzudenken.... wie ... tja nun ... gute Frage.

Für mich hat die Autorin ganz  klar meine eigenen Gedanken unterstrichen und mir viele weitere Denkanstöße gegeben. Dafür ist es sehr empfehlenswert. Um aber jetzt aus dieser Gedankenfalle herauszufinden, muss ich wohl weiter suchen .... aber es war auf jeden Fall ein guter Anreiz, mich ausgiebiger damit zu beschäftigen.

Fazit:
Keine Anleitung zum ehrlichen Essen. Vielmehr eine ausgiebige Meinungsfindung der Autorin, die viele Diäten, Trends, Ratgeber durchleuchtet und den Mensch dazu bringt, einmal in Frage zu stellen, was er da eigentlich macht. Was der Leser letztendlich daraus macht, bleibt ihm überlassen. Denn es gibt hier keine klaren Lösungswege, da es zu viele individuelle Störfaktoren geben kann, die uns vom ehrlichen Essen abhalten. Auch wenn es mir nicht in allen Punkten zusagte, ist es eine wirklich interessante  Lektüre, die ich jedem empfehlen kann, der auch über dieses ganze Thema nachdenkt.

Meine Wertung:




Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag,

    ein Thema, wo sicherlich jeder einmal "in sich" gehen sollte und dann vielleicht merkt ..was möglicherweise nicht so toll läuft....

    LG..Karin...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das stimmt ... aber dann den richtigen Weg für sich finden .. das ist das Problem ...

      Löschen
    2. wie wahr.....deshalb geht probieren über studieren....ich esse jetzt z.B. nur noch von 12.00UHr -20.00UHr und komme damit ganz gut klar...vielleicht mal probieren....trinken ist aber immer erlaubt und wichtig...

      LG..Karin..

      Löschen
    3. Oh 12.00 wäre mir zu spät, da ich wochentags gegen 4.45 aufgestehe ... ich esse meist nach 18.00 Uhr nichts mehr, weil es mir sonst zu schwer im Magen liegt, das passt bei mir gut :)

      Löschen
    4. Hm, ich stehe um 5.50Uhr auf....ab 12.00uhr erst was essen ist halt auch Gewöhnungssache...aber egal jedem sein Ding...

      Aber für den Urlaub werde ich dann eine Ausnahme wohl machen..grins...

      Löschen