Donnerstag, 8. September 2016

[Rezension] Susanna Ernst - Nur einen Traum entfernt

Verlag: feelings

Taschenbuch (7.9.16): KLICK - 12,99 - 472 Seiten
ebook: KLICK - 4,99 €
Genre: Romance
Altersempfehlung: Erwachsene

Die Autorin:
Susanna Ernst wurde 1980 in Bonn geboren und schreibt schon seit ihrer Grundschulzeit Geschichten. Sie leitet seit ihrem sechzehnten Lebensjahr eine eigene Musicalgruppe, führt bei den Stücken Regie und gibt Schauspielunterricht. Außerdem zeichnet die gelernte Bankkauffrau und zweifache Mutter gerne Portraits, malt und gestaltet Bühnenbilder für Theaterveranstaltungen. Das Schreiben ist jedoch ihre Lieblingsbeschäftigung für stille Stunden, wenn sie ihren Gedanken und Ideen freien Lauf lassen will. Ihr Credo: Schreiben befreit! www.susanna-ernst.com






Inhalt: 
Nur selten geschieht es, dass Du die eine, die ganz große Liebe triffst. Wenn Momente der Zweisamkeit die Zeit stillstehen lassen und Du nicht weißt, wo du aufhörst und der andere anfängt. Dieses Gefühl hat Lori, wenn sie mit Lenn zusammen ist. Ihr Herz quillt über vor Liebe. Doch immer, wenn sie ihm einen Schritt näher kommt, scheint er zwei Schritte zurück zu machen. Dann sieht sie die Panik in seinem Blick, die Abwehr, die aus allen seinen Poren kriecht. Und je näher er ihr kommt, desto schlimmer ist es, wenn er sie verlässt. Denn sie weiß, irgendwann wird sie aus diesem Loch, das er hinterlässt nicht mehr herauskommen. Wenn sie nur wüsste, wie sie seine Mauern sprengen könnte, vielleicht wäre dann alles einfacher. Oder es würde in einer absoluten Katastrophe enden, denn bei Lenn kann man nie wissen …
Meine Meinung: 
Ich bin etwas zerrissen, was dieses Buch angeht. Denn es ist teilweise genau so bezaubernd, emotional, mit reißend, zum lächeln bringend und Tränen bescherend wie schon die anderen Bücher der Autorin, die es einfach unvergleichlich schafft, mit Worten zu spielen. Die immer die richtigen Worte findet für die unterschiedlichsten Situationen.
Doch genau wie man es fast schon mit Garantie vermutet, gibt es auch hier in diesem Buch etwas Dunkles, das alle Leichtigkeit verfliegen lässt. Geheimnisse, die so schwer wiegen, dass es mir persönlich ein bisschen den Zauber stiehlt. Und wie könnte es auch anders .. zu schwer ist das Thema. Doch auch hier finde ich, ist die Autorin wirklich gut damit umgegangen. Genug Erzählungen um zu wissen, was das tragische in dieser Geschichte ist und doch behutsam.
Das Buch spielt in zwei Zeiten. Der Gegenwart und und der Vergangenheit. Man erlebt, wie alles begann .. der Zauber, der Unwille Lenns, die Gefühle die knistern und dann der Moment, als alles zusammenbricht. Dann die Gegenwart .. etliche Jahre sind vergangen, doch scheint nichts verändert zu sein. Als hätte die Zeit den Atem angehalten. Doch, kann man vergessen, was geschah?
Ich mochte Lori sehr gern. Ihre ruhige Art. Ihr Wesen, das Lenn scheinbar so viel Kraft schenken konnte, ohne dass sie in der Lage war, selbst etwas von dieser Kraft zu nutzen. Und ich mochte Lenn – gott, wie kann man ihn nicht lieben … auch wenn man manchmal verzweifelte über seine Art. Und genau so mochte ich auch Dean und Quentin, Loris beste Freunde, die immer da waren, wenn sich für Lori wieder einmal der Boden öffnete.
Besonders schön fand ich auch den zarten Humor, der hier und dort in der ganzen Dramatik hervorblinzelte. Und dem Thema immer mal wieder die Schwere nahm. Der einem ganz von allein ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Und ich war auch wieder einmal erstaunt über das Talent, Situationen so zu beschreiben, dass man instinktiv die Mimik der Protagonisten ausführte, während man gerade darüber las.
Sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart sind aus Loris Sicht geschrieben. In der Gegenwart kommen dann noch Tagebucheinträge von Lenn hinzu. Dies lässt uns näher an die Beiden herankommen, man versteht vieles leichter, als sie es gegenseitig erleben. Und es lässt einen irgendwie noch tiefer in das Geschehen rutschen.
Fazit: 
Es ist ein sehr eindringliches Buch, eins, das einen nicht so schnell loslässt. Das einen hier und da zurückweichen lässt, damit man die Schwere nicht tragen muss. Das einen dann wieder verzaubert durch Momente und Empfindungen wie Magie. Das zeigt, dass man für wahre Liebe kämpfen muss, dass man aber nicht immer jeden Kampf gewinnen kann. Und dass man sich den Geistern der Vergangenheit stellen muss, statt vor ihnen zu flüchten – egal, was sich daraus ergeben könnte.


Meine Wertung:





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