Samstag, 2. April 2016

[Rezension] Anne Freytag - Mein bester letzter Sommer

Verlag: Heyne Verlag ~ Randomhouse

gebunden (8.3.16): KLICK - 14,99 € - 368 Seiten
ebook: KLICK - 11,99 €

Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Genre: Jugendbuch / Roman / Drama


Die Autorin:
Anne Freytag, geboren 1982, hat einen BA Hons. in »International Management« gemacht und für verschiedene Werbeagenturen gearbeitet, bevor sie sich ganz ihrem Traumberuf widmete. 
Das Schreiben ist ihr während des Studiums ganz plötzlich »passiert« und hat sie nicht mehr losgelassen. Anne Freytag veröffentlichte bereits mehrere Romane für Erwachsene, teilweise unter ihrem Pseudonym Ally Taylor. Unter diesem Namen schreibt sie Romane, die in den USA spielen, erfindet sich mit ihrer besten Freundin Carrie Price (aka Adriana Popescu) malerische Städtchen an der amerikanischen Ostküste, badet im Klischee, taucht tief ins Drama ein und nennt prickelnde Erotik ihr Handwerk. Anne Freytag hingegen ist die fürs Reale, deren Geschichten in und um München spielen. Geschichten, die in der Nachbarwohnung stattfinden oder einer guten Freundin passieren könnten. Anne Freytag schreibt Erwachsenenliteratur und Jugendbücher.




Inhalt:
Tessa ist 17 und wartet. Auf ihren Tod. Denn der wird unweigerlich kommen. Schon bald. Und sie betrauert all das, was sie nie tun wird. Nie einen Jungen küssen, nie Sex haben, nie Reisen .. die Liste scheint endlos. Und sie träumt. Von dem Jungen, den sie flüchtig in der U-Bahn sah, der sie anlächelte. Der nicht wusste, wie ihr Körper aussieht, der nicht wusste, das sie sterben wird. Und sie träumt von ihm, während ihr Leben dahin schmilzt. Doch dann steht er vor ihr, so unerwartet, dass sie es am Anfang gar nicht glauben kann. Doch er tritt immer weiter in ihr Leben, nicht bereit zu gehen und reicht ihr die Hand, für den besten letzten Sommer ihres Lebens.

Meine Meinung:
Ich gebe zu, es war das Cover, das mich ansprach und nicht wieder losließ. Und der Titel. Obwohl er mir schon beim ersten Lesen sagte, dass mich dieses Buch nicht glücklich machen wird. Von dem ich wusste, dahinter kann sich nur eine Geschichte verbergen, die traurig ist. Wenn nicht sogar tottraurig. Aber braucht man manchmal nicht genau das, um glücklich sein zu können? Und so griff ich zu dem Buch und legte es erst Stunden später wieder weg und überlegte, wann ich das letzte Mal so heftig bei einem Buch geweint habe ... ich glaube, es war der Märchenerzähler ... ja ich gebe zu, ich bin bei Büchern und Filmen gerne emotional und ich habe oft Tränen in den Augen .. aber nur selten bin ich so froh, dass niemand da ist der mich tatsächlich schluchzen hört :) *grins* .. so nun wisst Ihr zumindest, worauf Ihr Euch hier einlasst.

Was aber war es, was mich so ergriffen hat ... der Tod? Ja und nein ... er trifft Dich nicht überraschend, wenn man schon zu Beginn weiß, worum es in dem Buch geht. Und doch tut er es. Aber auch viel mehr. Es waren die Augenblicke in diesem Sommer. Es waren die Menschen, ihre Geschichten, ihre Gefühle. Es waren die Momente, in denen man herzhaft lachen konnte. Und die, die einen zum Nachdenken brachten. Es war diese Reise, die so viel Schönes so geballt näher brachte. Und es war dieses Gefühl der Aussichtslosigkeit, das die ganze Zeit über dem Buch schwebt.

Vielleicht war es aber auch Tessas ironische Art. Tessa, die sich vor Augen führte, was sie in ihrem Leben alles nicht erleben wird, weil es nicht mehr da sein wird, das Leben. Und die trotzdem nicht selbstmitleidig rüber kam, obwohl sie eigentlich alles Recht der Welt darauf gehabt hätte. Vielleicht war es aber auch Oskar, der eigentlich schon genug mit sich rumschleppte und dennoch seinem Herz und nicht seinem Kopf folgte. Vielleicht war es auch Larissa, Tessas Schwester, die so hart, so unnachgiebig war und dennoch so unendlich litt. Oder Tessas Eltern, die mit der Situation so offensichtlich überfordert waren - wie sollten sie auch nicht ... oder es war alles zusammen.

Eigentlich könnte dieses Buch eine wundervolle Jugendromanze sein. Sie vermittelt einem trotz allem was geschieht so eine wunderschöne sommerliche Leichtigkeit. Dass man am liebsten die Koffer packen möchte .. mit nur 30 Teilen und natürlich einer ganz bestimmten Playlist auf seinem MP3Player. Und doch weiß man, dass man so etwas wahrscheinlich nicht erleben wird, weil man dafür sicherlich einen Oskar bräuchte. Oskar sagte einmal, dass er das Lied Hallelujah nie wieder hören kann, ohne an eine Situation mit Tessa zu denken ... ich glaube, ich werde das Lied nie wieder hören können, ohne an dieses Buch zu denken :)

Es gab so viele Stellen im Buch, die ich gern zitiert hätte ... doch vielleicht solltet Ihr sie lieber selbst entdecken ... aber wenigstens eine hab ich Euch mitgebracht .. vielleicht zeigt sie Euch schon einen Hauch der Melancholie, die ich die ganze Zeit verspürte:

"Es ist komisch zu gehen, wenn man nicht weiß, ob man wiederkommt."

Fazit:
Dieses Buch ist definitiv ein ganz großes Highlight dieses Jahr und wird zumindest im Bereich "Rotz und Wasser heulen" sicherlich keine nennenswerte Konkurrenz finden. Obwohl es überhaupt nicht rührselig ist, hat es mich unendlich tief berührt. Jedem, der so etwas mag, kann ich dieses Buch nur ans Herz legen!

Meine Wertung:




Kommentare:

  1. Hallöchen Fabella,
    was für eine wunderbare Rezension zu einem wirklich grandiosen Buch. Ich kann deine Worte einfach so wie sie sind vollkommen unterschreiben. Das Buch ist definitiv ein Highlight. :D

    Liebst, Lotta

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    1. Danke schön Lotta, das freut mich sehr!!

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  2. Hallo liebe Fabella,
    das Buch schlummert schon auf meinem Reader und ich denke, es wird nun sehr bald "dran kommen". Ich bin nun wirklich sehr gespannt, was ich alles zu lesen bekomme.
    Liebe Grüße
    Ulla

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