Sonntag, 3. Januar 2016

[Rezension] Anna Martens - Identität unbekannt

Verlag: Midnight
ebook (30.11.15): KLICK - 3,99 € - 323 Seiten
Altersempfehlung: Erwachsene
Genre: Thriller

Die Autorin:
Als Kind stand Anna Martens am liebsten in der Dorfkneipe ihrer Großmutter hinter dem Tresen, um den kleinen und großen Geschichten zu lauschen, die das Leben schreibt. Studium und Beruf führten sie zunächst in eine völlig andere berufliche Richtung, aber das Interesse an Menschen und ihren Erzählungen blieb. Mit vierzig erfüllte sich Anna Martens einen langgehegten Wunsch, verfasste ihre erste Shortstory und entschloss sich spontan beruflich umzusatteln. Seither schreibt die Autorin, die in Süddeutschland und Nordholland lebt, Krimis und Psychothriller unter verschiedenen Namen.
Wer mehr wissen möchte, der gehe zu www.anna-martens.de






Inhalt:
Claudia Brandes ist Kriminalreporterin und dank guter Beziehungen zum Komissar Steffen Drews oft schon als eine der ersten mit an einem Tatort. Doch bei diesem Fall wünscht sie sich fast, nicht so früh vor Ort gewesen zu sein. So sieht sie das Opfer direkt nach der Bergung aus dem kleinen Weiher. Ein kleines Mädchen, liebevoll eingehüllt in eine Decke, ertrunken in der Abgeschiedenheit dieses Ortes. Doch keiner scheint dieses Kind zu vermissen und Claudia gerät tiefer und tiefer in die Nachforschungen, wo dieses Kind herkommt. Schnell wird klar, dass es scheinbar aus dem Ausland kommen muss. Doch während Steffen immer ungehaltener über ihre Spekulationen wird, verbeißt sich Claudia in ihre Recherchen. Wenigstens ihr Kollege Hendrik unterstützt sie und hält es nicht für zu große Fantasie, was Claudia nach und nach ans Tageslicht bringt.


Meine Meinung:
Ein spannendes Buch, das mir im großen und ganzen sehr gut gefiel. Die Geschichte fesselte mich nahezu auf der ersten Seite. Ein unbekanntes Kind, das scheinbar nirgendwo vermisst wird. So viele Ungereimtheiten in seiner Erscheinung. Das versprach sehr interessant zu werden und das wurde es für mich dann auch. Wobei ich klar sagen musste, dass es mich manchmal schon irritiert hat, wie Claudia so agierte und recherchierte ... ich musste zwischendurch immer wieder daran denken, dass nicht sie die Kommissarin war, sondern "nur" Kriminalreporterin. Und mir stellte sich - mangels Wissen - hier und da doch die Frage, arbeiten die wirklich so? So viele Ermittlungen auf eigene Gefahr?

Die Geschichte an sich, nahm mich, wie ich bereits erwähnte, sehr gefangen. Und ich fühlte mich oft, als könne ich Claudia über die Schulter sehen .. sie begleiten .. freute mich über Erfolge und ärgerte mich über Rückschläge. Ich fand sie auch recht sympathisch, wenn ich ihr auch nicht wirklich nahe kam. Oft verstand ich ihre Zurückhaltung nicht. Auch wenn sich das am Ende des Buches offen legte, was ihr Problem verursachte, verstand ich ihre Beziehung bzw. eben nicht-Beziehung zu Steffen nicht. Ich wurde einfach nicht schlau aus ihr und ihren Gefühlen. Und genau so ging es mir mit ihrer Beziehung zu ihrer Freundin Annie .. eigentlich hab ich immer noch nicht verstanden, was da schief lief. Aber da es nicht wirklich wichtig für die Geschichte war - habe ich es irgendwann abgelegt.

Aber auch aus dem Kommissar wurde ich nicht so ganz schlau. Hier und da erinnerte er mich mehr an einen trotzigen kleinen Jungen, als an einen Mann, der in seiner Position mit beiden Beinen im Leben stehen sollte. Zwar verstand ich seine Beweggründe, warum er Claudia so viele Infos gab und auch das Vertrauen auf das er setzte, aber darf er das wirklich? Und warum macht er es, wenn er dann doch Claudias Gedanken kritisiert und eigentlich mehr ihren Zuspruch will? Auch das blieb für mich am Ende etwas offen ....

Was mir nicht so gut gefiel, war das Ende. Also nicht den Ausgang der Geschichte, den fand ich eigentlich sehr gut, doch die schnelle Abhandlung. Während im Laufe der Geschichte viel Zeit für Erläuterungen, Recherchen und so blieb, fühlte sich für mich das Ende sehr schnell abgehandelt an. Zack, zack, zack wurde alles notwendige präsentiert und der Fall geschlossen. Und irgendwie war es mir zu schnell. Auch wenn die Lösung da war.

Fazit:
Eine spannende Geschichte, deren Hintergrund mich zu packen schaffte und mich auch gefesselt hielt bis zum Ende. Hier und da jedoch musste ich gerade die persönlichen Beziehungen etwas hinterfragen und das Ende wurde mir ein bisschen zu schnell abgehandelt. Trotz allem kann ich das Buch empfehlen, da es Spannung und eine sehr interessante Hintergrundgeschichte hat.

Meine Wertung:



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