Freitag, 29. Januar 2016

[Rezension] Alexandra Fischer - Der Traum vom Horizont

Taschenbuch (8.12.15): KLICK - 17,99 € - 720 Seiten
ebook: KLICK - 0,99 € - bis Ende Februar 2016
Altersempfehlung: Erwachsene
Genre: Historischer Roman

Die Autorin:
Alexandra Fischer, Jahrgang 1974, schreibt bereits seit sie es kann. Aus den ersten Buchstaben wurden Wörter, aus den Wörtern Sätze und aus den Sätzen schließlich Geschichten. Unvollendete, denn in jungen Jahren fand sie es stets spannender eine Geschichte zu beginnen anstatt sie zu beenden. Inzwischen schafft sie aber auch das und recherchiert für ihre historischen Romane gerne stundenlang in alten Texten, um ihren Büchern die Authentizität zu verleihen, die sie verdienen. Ihre schöpferische Kraft holt sie sich im schönen Bayern, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann auf einem ehemaligen Bauernhof in einer Wohngemeinschaft mit Hund, Katzen, Kaninchen, Enten und Hühnern lebt.







Inhalt:
Samoa, Anfang des 20. Jahrhunderts. In der Kolonie Deutsch-Samoa versucht Karl von Bahlow endlich den Erfolg zu erreichen, damit er in den Augen seines Vaters endlich punkten kann. Während er seinen Bemühungen nachgeht, erlebt seine Frau Rosa mit den drei Töchtern den Umzug in dieses fremde, unbekannte Land viel ungewöhnliches. Das fremde Klima, die fremdartigen Menschen und der Wahn ihres Mannes Erfolg zu erreichen, bringen Rosa an den Rand ihrer Belastbarkeit. Während sie Zuflucht in die Freundschaft mit den Einwohnern sucht, gehen die drei Töchter ihren ganz eigenen Weg. Während die Jahre vergehen, verändert sich die einst friedliche Atmosphäre und auch hier, fernab der Heimat ist der drohende Krieg zu spüren.

Meine Meinung:
Ein schönes Buch, dass einem die Geschichte der deutschen Auswanderer nach Samoa näher bringen kann. Ich gestehe, dass ich mich mal wieder für die Überheblichkeit mancher Deutschen fremdgeschämt habe. Denn auch hier ist es wieder die typische Geschichte, nicht wir gleichen uns dem an, was wir vor Ort vorfinden, sondern versuchen, es nach unseren Vorstellungen zu verbiegen. Wertschätzung der Traditionen oder Menschen vor Ort ein Fremdwort. Gut, dass ich weiß, dass nicht nur die Deutschen so waren ... England war ja nicht viel anders, aber das ist eine andere Geschichte.

Wenden wir uns also mal der vermeintlichen Politik ab und betrachten das, was eigentlich der Hauptinhalt des Buches ist. Der Versuch von vier Frauen, ihren Weg in diesem fremden Land zu finden und zu gehen. Dabei spielt wieder einmal das Schicksal eine große Rolle, ebenso wie die Verantwortung, die einen manchmal in die falsche Richtung treibt. Und so erleben wir, wie sich die vier Frauen alle in Richtungen entwickeln, die sie so eigentlich nicht gehen wollten.

Und so geht auch die Liebe ihren ganz eigenen Weg und stößt immer wieder an Grenzen, die es gar nicht geben sollte. Und während der Leser ihnen folgt, vergehen die Jahre im Buch und aus der einst so friedlichen Umgebung wächst eine nicht einzustufende Gefahr.

Es ist der Autorin gelungen, die eigentlich vier Geschichten der vier Frauen so zu verbinden, dass einem gar nicht auffällt, wenn man auf einmal eine andere verfolgt. Man sieht, wohin die Wege der Vier treiben, begleitet sie immer wieder ein Stück auf ihrem Weg, verfolgt ihre Bemühungen, in diesem Land ihren Platz zu finden. Und viel zu schnell vergeht die Zeit und man ist am Ende angelangt und stellt fest, dass man mal eben 720 Seiten verschlungen hat :) Und das, ohne dass man einmal das Gefühl einer Langatmigkeit hatte. Das hat mir besonders gut gefallen!

Fazit:
Ein historischer Roman, der einen Einblick in das Leben deutscher Siedler anfangs des 20. Jahrhunderts in der Kolonie Deutsch-Samoa bringt. In das Leben von vier starken Frauen, die entgegen dem vorgegebenen Verhalten versuchen, ihren Platz und ihren Weg zu finden. Eine Geschichte die zeigt, wie falsch Fügsamkeit und falsch interpretierte Verantwortung sein können - und wie doch manchmal unumgänglich. Ein wirklich empfehlenswertes Buch!

Meine Wertung:



Kommentare:

  1. Hach, das Buch steht ganz oben auf meiner Wunschliste, aber den Preis für ein Taschenbuch von fast 18 Euro finde ich sehr heftig!!!
    Liebe Grüße
    Martina

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  2. Ja leider selfpublisher. Ich hab das ebook gelesen. Kann ich wirklich empfehlen.

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