Sonntag, 27. Dezember 2015

[Rezension] Carolin Kippels - Gegen das Zwielicht

Verlag: Forever
ebook (30.11.15): KLICK - 2,99 € - 361 Seiten
Altersempfehlung: ? ab 16 Jahren
Genre: Dystopie


Die Autorin:
Carolin Kippels wurde 1995 in Gummersbach geboren. In ihrer
Kindheit erkundete sie die Wälder des bergischen Landes und brachte mit klaren Strichen abenteuerliche Fantasiegebilde auf Papier. In der Schulzeit entwickelte sich ihr reges Interesse an zwischenmenschlichen Prozessen, über die sie Kurzgeschichten verfasste. Nach ihrem Abitur 2013 baute sie dieses Interesse aus und startete ein Psychologiestudium in Köln. Mit 18 Jahren veröffentlichte sie ihren ersten Thriller selbst unter Eigenregie. Sie ist ein Hundefreund und widmet sich in ihrer Freizeit leidenschaftlich ihren Lieblingsserien Game of Thrones, Sherlock und American Horror Story.




Inhalt:
Lange nach dem großen Krieg, der alles vernichtete, ist die verbleibende Welt in 7 Bezirke aufgeteilt. Über alle herrscht die Regentenfamilie. Sie gibt der Bevölkerung mit ihrem Militär Schutz vor den Wilden, die außerhalb der Bezirke hausen. Doch dieses System birgt große Nachteile. Wer in die untersten Bezirke geboren wird, der verbleibt dort für immer, kaum einem gelingt es, aufzusteigen. Klara, die Tochter des Regenten mag dieses System nicht, doch sie kann dagegen genau so wenig tun, wie die Menschen, die es betrifft. Doch eines Tages hilft sie unbewusst einem Jungen aus dem untersten Bezirk und durch eine glückliche Fügung schafft er den Sprung hoch, ins Militär. Nie vergisst er, dass es Klara war, die ihm das ermöglichte. Doch auch die größte Dankbarkeit wird auf eine harte Probe gestellt, wenn es um das Ganze geht.

Meine Meinung:
Das ist gar nicht so einfach. Ich bin ein sehr großer Fan von Dystopien. Ich weiß, dass sie dunkel sind und oft hoffnungslos, das zeichnet sie aus. Doch was ich zumeist an Dystopien genau so liebe ist, dass es immer einen Funken Hoffnung gibt, etwas, was das bestehende verändern kann. Einen Lichtschimmer ins Dunkle bringt. Und genau das hatte ich mir hier auch erhofft. Eine mitreißende Dystopie, tiefschwarz, so wie das Cover es einem suggeriert und doch einen Hauch Hoffnung, was ich mir durch die leuchtende Person erhoffte.

Statt dessen erhielt ich eine hmm, ja tiefschwarze Dystopie - aber sie blieb auch so schwarz. Licht suchte ich verzweifelt. Es herrscht Hass, Rache, das Streben nach Macht .. und das von allen Seiten. Und davon gab es eine Menge. Eigentlich ist das Buch aus der Perspektive von 6 Menschen erzählt: den drei Kindern des Regenten, dem Jungen vom Militär, zwei hmm nennen wir sie Feuerkindern. Ich habe jetzt absichtlich nicht ihre Namen aufgezählt, sie würden Euch hier auch nichts nutzen. Wir haben also 6 Fäden, die hier abgespult werden. Jedes neues Kapitel bringt auch eine andere Figur mit sich. Und die Kapitel sind kurz. Sehr kurz. Und so wechselt der Leser ununterbrochen. Zwar bleibt die Geschichte immer in einem Lauf (sonst wäre es wohl nicht lesbar gewesen), aber ständig wechselt es. Das bringt es mit sich, dass man als Leser das Gefühl hat, einem Theaterstück zu folgen, wo ständig eine Person auf die Bühne tritt, man widmet sich ihr 2-3 Minuten und dann kommt die nächste. Ich hatte keine Gelegenheit, mich näher mit ihnen zu befassen, mich mit ihnen vertraut zu machen. Zumal bei dem, was ich so erfuhr, mir auch nicht einer wirklich sympathisch gewesen wäre. Vielleicht am ehesten noch Klara, eine der Regententöchter.

Was mir hier eindeutig fehlte, war die Spannung. Durch den stetigen Wechsel war es nicht möglich, mal einen Strang mit Spannung weiterzulesen. Vielleicht ganz am Ende ein bisschen, als Fäden zusammenlaufen - obwohl, da laufen sie dann auch direkt wieder auseinander ...

Die Idee der Geschichte an sich ist nicht schlecht. Ich fand auch keine Ähnlichkeiten zu Panem, wie hier schon geschrieben. Ja es gibt 7 Bezirke, die haben aber mit denen aus Panem nicht so viel gemein finde ich, denn hier sind es klare Hierarchien, die die Bezirke von einander abgrenzen während bei Panem eigentlich alle gleich arm waren. Für mich stellt sich am Ende des Buches aber eher die Frage - ja und jetzt? Was ist jetzt anders, außer, dass alles, was mir das Buch erzählte nur Hass, Rache und Gewalt war? Weder weiß ich genau, was die Wilden von außerhalb sind, noch was aus ihnen wird. Hoffnung - hab ich bereits vor dem Ende des Buches begraben - der Leser wird wissen, wann es war.  Die Überlebenden? Waren für mich so uninteressant, dass es mich nicht weiter interessiert, was aus ihnen wird. Schade.

Dennoch muss ich sagen, dass es der Autorin mit ihren Schilderungen zumindest sehr gut gelungen ist, eine ganz eigene Welt aufzubauen. Das dunkle, negative wurde hier großartig in Szene gesetzt und wer das mag, der wird vielleicht auch sehr glücklich mit diesem Buch. Und es könnte - obwohl mir dies Buch nicht so zusagte - gut sein, dass ich wieder zu einem Buch der Autorin greifen würde, da sie es schafft, mühelos Bilder im Kopf des Lesers zu erschaffen.

Fazit:
Eine Dystopie die ihrem Namen alle Ehre macht. Hass, Rache und Gewalt sind hier vorherrschend. Mut, Hoffnung und Veränderung sucht man vergebens. Durch die vielen, ständig wechselnden Perspektiven fällt es schwer, Spannung oder einen Bezug zu den Charakteren aufzubauen. Sie bleiben oberflächlich. Das fand ich schade, denn die Geschichte an sich gefiel mir gut.

Meine Wertung:





Kommentare:

  1. Hmmm, mehr scheint da wohl, aber nicht geplant zu sein oder?

    LG..Karin...

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