Sonntag, 20. September 2015

[Rezension] Victoria Seifried - Liebe zum Nachtisch

Verlag: Heyne
Taschenbuch (10.8.15): KLICK - 8,99 € - 400 Seiten
ebook: KLICK - 7,99 €
Altersempfehlung: Erwachsene
Genre: Roman

Die Autorin:
Victoria-Louise Seifried wurde 1987 in Berlin geboren. Seit 2007 schreibt sie Gedichte und Kurzgeschichten, die sie auf Poetry Slams, Stand-up-Comedy-Bühnen und bei unterschiedlichen Kulturprojekten vorträgt. Sie hat Psychologie studiert und Psychologische Diagnostik an der Universität Potsdam unterrichtet. Am Street College, einem sozialen Projekt des Gangway e.V. in Berlin, ist sie außerdem als Lehrerin tätig und unterstützt Jugendliche beim Erlangen ihres Hauptschulabschlusses. Liebe zum Nachtisch ist ihr erster Roman.





Inhalt:
Was ist, wenn eine einzige Nacht Dein Leben verändert? Helena ist der Meinung, dass man manchmal seinem Leben auf die Sprünge helfen muss. Ihre Beziehung zu ihrem Freund ist gähnend langweilig. Das ist wohl der Grund, warum sie sich auf eine heiße Nacht mit Jeffrey einlässt, denn normalerweise ist Betrug gar nicht ihr Ding. Doch es ist Jeffreys letzter Abend, bevor er nach New York geht und etwas unverfänglicheres gibt es wohl nicht. Doch Helena hat die Rechnung ohne ihr Herz gemacht. Jeffrey geht ihr nicht aus dem Kopf. Und so schnappt sie sich ihre Schildkröte Primin und reist Jeffrey hinterher. Doch New York ist groß und sie kennt nur seinen Vornamen. Gut, dass sie bald lernt sie Rachel und Daniel kennen, die ihr helfen wollen, Jeffrey zu finden.

Meine Meinung:
Ein Buch, das mich seit langem mal wieder so richtig herzhaft zum Lachen brachte, ohne dass ich es erwartet hatte. Direkt am Anfang überraschten mich einige Szenen, bei denen - hallo Kopfkino - ich wirklich laut gelacht habe, was mir selten passiert ... ein Beispiel?

"Ich meine, natürlich wünsch ich mir einen Freund, der sich mehr um mich bemüht" Aber wo ist der? Hätte ich damals, als ich im Vorschulalter nichts ahnend "Mutter, Vater, Kind" gespielt habe, gewusst, dass die bittere Wahrheit zwanzig Jahre später "Tiefkühlpizza, Masturbation und Wochenendalkoholismus" heißt, ich wäre vom Klettergerüst gesprungen."

Die Autorin hat einen wirklich schönen Humor und ich musste auch sehr oft feststellen, dass sie sehr ähnlich tickt wie ich, was das Lesen irgendwie doppelt so nett machte, da sie ihre Protagonistin ständig so reagieren ließ, wie ich es auch gemacht hätte... auch wenn ich sicherlich weder den Seitensprung noch New York in Betracht gezogen hätte, aber alles was sonst so geschah, fand ich einfach nur herrlich.

Allein die schräge Beziehung zu Pirmin und was diese Schildkröte so alles für Abenteuer mit sich bringt, war köstlich. Genau wie die anderen Sachen, die Helena so in New York erlebt. Wobei ich sagen muss, dass der Humor mit Fortschreiten des Buches leider etwas nachlässt. Dafür aber fiebert man auf der Suche nach Jeffrey mit, kann ein paar schöne Sachen in New York mit ihr entdecken und freundet sich selbst auch mit den Personen an, die Helena in NY trifft. Schon erstaunlich, wie schnell man Freundschaften schließen kann, wenn man offen ist.

Das Buch zeigt übrigens ganz klar, dass es nicht immer erstrebenswert ist, auf schnellstem Wege das Ziel zu erreichen, sondern dass manchmal der Weg viel wichtiger und intensiver ist, als das Ziel selbst. Das waren so Untertöne, die mir auch ganz besonders gut gefallen haben.

Fazit:
Eine wirklich humorvolle Geschichte über eine Frau, die ihr Leben wegen einer Nacht auf den Kopf stellt und sich  mutig auf die Suche macht. Ihr Weg führt sie dabei nach New York und man kann sehen, dass nicht immer das Erreichen des Ziels das erstrebenswerteste ist, sondern manchmal der Weg viel mehr bedeuten kann.

Meine Wertung:



Kommentare:

  1. Ui, einer der seltenen Fälle, in denen wir nicht 100%ig einer Meinung sind.

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    1. Oh das ist ja merkwürdig, ich schau mal bei Dir :)

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