Donnerstag, 30. Juli 2015

[Rezension] Irmgard Kramer - Am Ende der Welt traf ich Noah

http://www.amazon.de/gp/product/3785581270?ie=UTF8&camp=1638&creativeASIN=3785581270&linkCode=xm2&tag=httpwwwfabell-21
Verlag: Loewe
gebunden (27.7.15): KLICK - 17,95 € - 352 Seiten
ebook: KLICK - 13,99 €
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Genre: Jugendbuch / Drama

Die Autorin:
Irmgard Kramer wurde 1969 in Vorarlberg geboren und wuchs in einem alten Häuschen auf, das sich lebendig anfühlte. Nach 19 Jahren hängte sie die Arbeit als Grundschullehrerin an den Nagel und lebt heute als freie Autorin zwischen Bergen, Kühen und Käse im Bregenzerwald. Sie schreibt Geschichten für kleine und große Leser sowie Texte für Magazine.
Hier geht es zur Webseite von Irmgard Kramer:
www.irmgardkramer.at





 Inhalt:
Es ist nur ein Schritt. Ein Griff zu einem Koffer, der ihr nicht gehört. Und schon scheint sich eine ganz neue Welt für Marlene zu öffnen. Ohne es wirklich zu wollen, schlüpft sie in die Rolle einer anderen und wird in einen Strudel gezogen, aus dem es scheinbar kein entrinnen mehr gibt. Vielleicht aber möchte Marlene auch gar nicht entrinnen. Denn in dieser neuen Rolle trifft sie Noah und egal was auch immer er tut, sie ist sicher, ihn nicht wieder verlassen zu wollen. Die Tage vergehen und manchmal weiß Marlene nicht, was ist real und was entspringt nur der Fantasie von Noah, dem sie immer und immer näher kommt - heimlich. Denn alles, was ihn umgibt ist ein Rätsel und die Gefahr, darin zu verschwinden ist groß. Noah ist blind und gefangen in einer Villa mit 3 Menschen, bei denen Marlene nicht entscheiden kann, ob sie Freund oder Feind sind. Verlässt Noah die Villa, wird er sterbenskrank, deshalb lebt er in der Villa. Sagen sie. Er sagt, sie sind schuld. Marlene kommt bald an einen Punkt, wo sie nichts mehr weiß, außer ... ohne Noah will sie nicht mehr leben, und so versucht sie, mit ihm zu fliehen. Doch was dann geschieht, konnte keiner ahnen.

Meine Meinung:
Was ein Buch. Mir fehlen selten die Worte für Rezensionen. Hier aber geht es mir grad so .. irgendwie bin ich sprachlos - oder wortlos. Ich begann dieses Buch in einer wie ich dachte Leseflaute .. bereits 4 Bücher in Folge begann ich und brach ich ab. Dann nahm ich dies hier zur Hand, angezogen nur durch den Titel. Und ich begann zu lesen. Nach 50 Seiten musste ich leider für ein paar Stunden aufhören und tat doch nichts anderes, als an das Buch zu denken. Sobald möglich, griff ich wieder danach und las und las und las. Bis ich am Ende ankam ... verwirrt, beeindruckt, wortlos.

Die Geschichte ist einfach nur genial. Sie reißt einen mit. Man weiß nicht, was einen erwartet. Auf jeder neuen Seite hofft man auf die Lösung. Was ist mit Noah, was versteckt sich in der Villa. Was ist das große Geheimnis. Doch jede Seite bringt nur neue Fragen auf, verstärkt die Spannung. Man vermutet, wirft über den Haufen, ist ratlos, hat eine neue Idee, doch nichts führt zu dem Ende, das einen dann letztendlich erwartet. Das mich absolut sprachlos gemacht hat. Mit dieser Lösung, dieser Wendung hätte ich im Leben nicht gerechnet. Und als ich mich dann endlich damit arrangierte, es akzeptierte, gab es noch ein kleines unscheinbares letztes Kapitel, was mich dann noch einmal gänzlich verwirrte.

Aber all das ist absolut positiv gemeint. Das Buch war so anders, so unwirklich wie Marlenes Empfinden. Und auch jetzt, Stunden nach dem ich die letzte Seite las, ist es zu 100%ig in meinem Kopf und beschäftigt mich. Lässt mich die letzten Seiten noch einmal lesen ... ob ich irgendwas übersah, denn für mich ist auch dieser letzte Abschluss so unwirklich .. so offen und dennoch geschlossen. Klingt sehr wirr denke ich, wenn man das Buch nicht kennt. Passt aber wohl auch irgendwie zum Buch selbst :)

Der Schreibstil der Autorin ist richtig toll. Sie schafft es, mich als Leser direkt auf der ersten Seite zu packen. Man ist sofort mitten in der Handlung und hat auch nie nur irgendwo das Gefühl, es würde eine Information fehlen, ohne dass viel erklärt wird von dem, was war, was vorher geschah, wie es dazu kam.

Eigentlich müsste man das Buch am Ende noch einmal von vorn beginnen. Denn mit dem Wissen sieht man so vieles klar, was vorher eine ganz andere Wirkung hatte, versteht so vieles, was man vorher gar nicht in Frage stellte. Es ist so raffiniert, so voller kleiner Details, die sich erst nach und nach zeigen. Wundervoll!

Fazit:
Ein Buch, das einem wie ein Traum vorkommt, so wie Marlene nie sicher ist, was ist wahr, was nicht. Das einen mitreisst, dem man nicht auf die Spur kommt. Das einen durch sein Ende, seine Wendungen absolut überrascht, da man mit allem rechnete, aber nicht damit. Das einen in die Verlockung zieht, nach dem Ende noch einmal von vorn zu beginnen, weil nun alles ein anderes Licht hat. Wer zu den Menschen gehört, die das Ende zuerst lesen - bitte hier nicht .. lasst Euch einfach überraschen, denn sonst fehlt Euch sicherlich eine ganz große Besonderheit des Buches, die es für mich zu einem der besten dieses Jahr werden lässt!

Meine Wertung:






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