Dienstag, 28. Juli 2015

[Gastrezension] Florian Herb - Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg

Verlag: Ullstein
Taschenbuch (10.7.15) KLICK - 9,99 € - 256 Seiten
ebook: KLICK - 8,99 €
Altersempfehlung: Erwachsene
Genre: Roman



Über den Autor:
Florian Herb, 1971 in Berlin geboren, lebt mit seiner Frau und den beiden Söhnen im Allgäu. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit begeistert er sich für Musik, Fotografie, Film, Theater, den VFB Stuttgart und die Tücken des menschliEige Zusammenlebens.












Inhalt:
Eigentlich sieht die ältere Dame ganz normal aus, die morgens in Alvaros Taxi steigt. Auch dass sie sich zuerst zum Hauptbahnhof und dann doch zum Flughafen fahren lässt, macht ihn nicht stutzig. Aber warum lässt sie ihren geblümten Rollkoffer nicht los?
Bevor Alvaro sich versieht, ist er mit Klara Lüdtke und einer Lotto-Million in bar auf dem Weg von Berlin nach Andalusien – verfolgt von Klaras Verwandtschaft und von Alvaros Chef, der sein Taxi zurück will …


Meine Meinung:
Wo soll man anfangen wenn alles erwähnenswert ist?
Beginne ich einfach beim Cover. Meine Lieblingsfarben sind tatsächlich grün und gelb und ein Cover in genau den Farben – fantastisch! Dazu die mediterrane Landschaft im Hintergrund und ein vollbeladenes Taxi davor, das ist definitiv ein eye-catcher und macht neugierig auf die Geschichte.

Zu Beginn eben dieser Geschichte lernt man Alvaro Contente de Ayllon kennen, der über Nacht den Verlauf seines bisherigen Lebens in Frage stellt. Ein Gespräch mit seiner Vermieterin Kerstin, die früher Karsten hieß, lässt noch mehr Zweifel bei ihm aufkommen und er bricht alte Gepflogenheiten. So lässt er zum Beispiel an dem Morgen keine laute Musik laufen, frühstückt nicht im » Frühen Vogel « und geht missmutig zur Arbeit. Dort wartet sein Chef Cemal mit einem speziellen neuen Taxi auf ihn und als dann Klara Lüdtke, eine sechzigjährige Rentnerin, an sein Fenster klopft, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Gemeinsam begeben sich die beiden auf eine abenteuerliche Fahrt, die von Berlin über Paris, Nizza und Barcelona nach Sierra Nevada führt. Während dieser Fahrt lernen Alvaro und Klara nicht nur interessante Menschen kennen, sehen nicht nur atemberaubende Städte und Naturwunder, sie lernen auch viel von dem anderen kennen und vor allem aber über sich selbst.


Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gepackt und es hat mir unglaublichen Spaß gemacht, gemeinsam mit Alvaro und Klara durch die Gegend zu reisen. Die Städte die die beiden besucht haben sind so liebevoll und detailreich beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, ich stünde selbst dort und betrachte das alles mit eigenen Augen.

Die Charaktere sind so authentisch wie sympathisch. Sei es Kerstin mit ihrem leicht esoterischen Hauch, Cemal mit einem waschechten Berliner Slang oder Genosse Ossietzky der genauso merkwürdig wie liebenswert ist. Die beiden Hauptcharaktere Alvaro und Klara wirken so echt, dass ich sie nach dem Lesen wirklich vermisst habe.

Allgemein sind die 251 Seiten nur so dahingeflogen was zum einen an der wirklich tollen Geschichte lag, und zum anderen an dem lebhaften Erzählstil. Hier ist man wirklich mittendrin statt nur dabei!
Außerdem steckt so viel Wahrheit zwischen den beiden schönen Buchdeckeln, dass es fast schon weh tut. Normalerweise schreibe ich besonders schöne Textstellen immer heraus, aber hier hätte ich dann fast das ganze Buch abschreiben müssen. Eine Passage jedoch ist mir nicht aus dem Kopf gegangen:

» Doch dann bist du erschienen und hast mir gezeigt, worauf es im Leben eigentlich ankommt, dass es durchaus lohnenswert ist, es selbst in die Hand zu nehmen, und dass es nie zu spät ist, dafür zu kämpfen. « (Seite 177)


Fazit:
Eine Reise voller Mut, Abenteuer, Freundschaft, Liebe und vor allem eine Reise zu sich selbst. Ich empfehle dieses Buch jedem der vielleicht auch manchmal an sich selbst zweifelt und nach Antworten auf ungestellte Fragen sucht. Dieses Buch gibt keine Antworten, aber Kraft und den Glauben daran, dass man es selbst in der Hand hat.

Meine Wertung:




1 Kommentar:

  1. Hallo und guten Tag,

    Romane mit Taxis scheinen zur Zeit echt "in" zu sein, denn ich lese Taxi zum Nordkap von Klaus Heimann. Ziemlich irre Geschichte um einen Mann der zum Nordkap will und einen Koffer mit Geld.

    LG..Karin...

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