Samstag, 4. Oktober 2014

[Rezension] Christoph Zachariae - Öldland #1 - Der Keller

Dies ist der erste Band der Reihe

ebook (16.12.13): KLICK - 2,99 € - 257 Seiten
Altersempfehlung: Erwachsene
Genre: Dystopie

Der Autor:
Christoph Zachariae wird 1972 als Sohn eines Flugzeugingenieurs und einer Lehrerin in Bremen geboren. Vom Vater übernimmt er die Begeisterung für Technik und Raumfahrt, von der Mutter die für Kunst und Museen. Im Alter von 12 Jahren schreibt er die erste Kurzgeschichte. Ab 1993 studiert er Filmwissenschaften und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum und realisiert Fotoausstellungen. Aus eigenen Drehbüchern entstehen Kurzfilme, die auf zahlreichen Festivals laufen. 1996 wechselt er an die Filmakademie Ludwigsburg und schließt ein Regiestudium ab.
Seine Leidenschaft gehört der Phantastik und der dunklen Seite der menschlichen Seele. Seit 2002 lebt und arbeitet er in Berlin. Hier entstehen u.a. die Hörbücher für die mehrfach preisgekrönte Thriller-Serie DARKSIDE PARK. Neben Drehbüchern für Kinofilme schreibt Christoph Zachariae für deutsche TV-Serien und produziert eigene Kurzfilme.
Webseite: KLICK 


Herzlichen Dank, Christoph, dass Du mir Dein Buch anvertraut hast, auch wenn es  mich hier und da leider verwirrt zurück ließ ...


Inhalt:
Vierzig Jahre ist es her, seit die Welt unterging. Die wenigen Überlebenden leben versteckt voreinander in Enklaven. Hunger und Entbehrungen zeichnen ihren Alltag - genau so wie der Krieg um die letzten Nahrungsmittel und Waffen. In einer Enklave, im Keller, lebt Mega. Sie kam zu ihnen, als sie sechs war. Niemand weiß woher, doch niemand traut ihr hundertprozentig. Doch Mega selbst weiß auch nicht, was davor war. Doch sie weiß, sie will raus aus dem Keller. Und als sich ihr die Gelegenheit bietet, greift sie zu. Doch das, was sie im Ödland erwartet, ist nicht das, was sie sich ersehnte.

Meine Meinung:
Ich bin ein bisschen zweigeteilt. Auf der einen Seite haben wir eine dystopische Geschichte, die wirklich düster und hoffnungslos ist. Sie reißt einen mit, in ihren Erzählungen. Leicht sind sich Leute und Gegebenheiten vorzustellen. Fast kann man das aussichtslose Gefühl greifen, fühlt die Enge des Kellers, versteht Megas Sehnsucht nach außen und fürchtet sich gleichzeitig davor.

Auf der anderen Seite gibt es da noch eine zweite Geschichte. Die von Hagen. Ein Kämpfer, ein Führer, ein Mörder. Skrupellos führt er seine Truppen. Tod und Angst verbreitend holen sie sich alles, was sie haben wollen. Dieser Teil der Geschichte gefällt mir nicht so gut, zu brutal ist mir, was sie anstellen, zu gewissenlos. Hier geht es nicht ums Überleben, diese Menschen sind einfach von Grund auf schlecht. Das an sich wäre aber noch nicht mal das schlimme gewesen.

Viel irritierender ist, dass man den Zusammenhang zwischen den Geschichten erst nach und nach versteht .. oder zumindest erahnt. Lange dauert es, bis ich begreife, dass Hagens Geschichte lange vor der aktuellen von Mega spielt und dennoch mit ihr zusammenhängt, verstehe aber nicht die Erinnerungen von Mega jetzt an ihre Zeit, seit sie im Keller ist und das was davor geschah. Es bleibt mir auch bis zum Ende ein Rätsel. Dafür braucht es wahrscheinlich den nächsten Teil. Doch bin ich mir nicht sicher, ob ich den wirklich lesen möchte. Was, wenn ich es dann immer noch nicht verstehe? Wenn ich auch noch den dritten und vierten Teil brauche, nur um zu verstehen, in welcher Reihenfolge hier was erzählt wird ...

Megas Reise an sich finde ich mitreißend und spannend .. und dennoch gibt es Teile, die mir nicht gefallen. Muss ich als Leser wirklich jeden einzelnen Handgriff wissen, den es braucht, um ein Gefährt zu zerlegen? Dass Mega es wissen muss ist klar, aber ich als Leser? Das sind Momente wo ich abschweife ... genau wie, wenn ich wieder mal bei Hagen bin. Ich mag Hagen nicht und seine Leute noch viel weniger. Ich mag die Folterungen nicht, die er vollzieht und kann seine bruchstückhaften Erinnerungen an Mega nicht verstehen ... es ist und bleibt verwirrend für mich.

Trotzdem lese ich immer weiter in der Hoffnung, Klarheit zu bekommen, dass sich etwas wandelt. Ich mag Mega und begleite sie gern. Auch wenn es Situationen gibt, wo ich auch sie nicht wirklich verstehe, wo auch hier eine Erklärung fehlt, die vielleicht noch folgt, vielleicht auch nicht.

Doch obwohl es so viel verwirrendes gab, gefiel mir der Schreibstil des Autors ausgesprochen gut. Er ließ mich nicht los, ich wollte immer wissen, wie es weiter ging. Doch meiner Meinung nach hätte es hier und da vielleicht etwas weniger mysteriös besser getan, damit man wirklich überzeugt ist, nun zum zweiten Teil greifen zu wollen. Derzeit bin ich ehrlich gesagt unschlüssig und warte, ob ich neugierig genug bin, es zu tun, oder ob sich das Quentchen Neugier in der Zeit verliert ..

Fazit:
Eine düstere Atmosphäre, die wirklich mal eine abwechslungsreiche Dystopie bringt. Eine mitreißende Geschichte einer Protagonistin. Leider vermischt mit einer zweiten Geschichte, die mir persönlich oft zu wirr war und zu grausam. Das lässt mich etwas gespalten zurück, ob mir das Buch gefällt oder nicht. Ich würde aufgrund des mitreißenden Schreibstils des Autors zu 3,5 tendieren - muss jedoch runden - für 4 reicht es mir einfach nicht, daher vergebe ich nur eine 3.


Es gibt auch einen tollen Trailer, der mich überhaupt dazu brachte, das Buch zu lesen:




Meine Wertung:



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