Dienstag, 9. September 2014

[Rezension] Annika Dick - Codename Nike

Oldigor

Taschenbuch (16.9.14): KLICK - 13,90 € - 250 Seiten
ebook: KLICK - 3,99 €
Altersempfehlung: Erwachsene
Genre: Fantasy

Die Autorin:
Annika Dick wurde am 23. Februar 1984 geboren und nennt noch heute das Nordpfälzer Bergland ihre Heimat. Nach dem bestandenen Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin und arbeitet heute in der IP-Abteilung einer Wirtschaftskanzlei. Das Erzählen und Niederschreiben von Geschichten hat sie seit ihrer Kindheit nicht losgelassen. Seit 2011 präsentiert sie ihre Prosa in einigen Anthologien von Kleinverlagen während sie ihren Debütroman "Schattenlicht" beendete. In 2014 wird ihr Roman "Codename Nike" im Oldigor Verlag erscheinen.





Inhalt:
Genprojekte sind schuld daran, dass es Thees und Vrykolakas gibt. Doch wer von beiden Spezies ist wirklich die schlimmere. Einst entstanden bei einem Genprojekt aus ehemaligen Soldaten die Vrykolakas - Vampire. Jahrzehnte später dann erschuf Olympus mit einem weiteren Genexperiment die Thees – einzig zu dem Zweck die Vrykolakas zu vernichten. Nike war die erste von ihnen und seit sie ein kleines Mädchen war, kennt sie nichts als Kampf und den Hass auf die Vrykolakas. Doch bei ihrem neusten Auftrag läuft etwas schief und sie gelangt in die Hände eines Feindes. Thanos, seit Jahrzehnten auf der Flucht vor Olympus versucht sie davon zu  überzeugen, dass das, was sie ihr Leben lang lernte, nicht die Wahrheit ist. Doch Nike will ihm nicht glauben, versucht zu entkommen, beflügelt von der Angst, sich selbst nicht vertrauen zu können. Denn allein sein Geruch macht sie wahnsinnig und dabei müsste sie ihn doch eigentlich hassen.

Meine Meinung:
Ich gebe zu, ich tat mich unglaublich schwer, in dieses Buch hineinzukommen. Zu viele Namen, Orte, Geschehnisse prasselten auf mich ein, die ich nicht in eine Geschichte gesetzt bekam. Ich verstand nicht, was sind Thees, was Vrykolakas, auch wenn ich vorher die Inhaltsbeschreibung gelesen hatte. Man wird einfach fast ohne Vorwarnung mitten in eine Geschichte geschmissen und die Erklärungen dazu kommen erst nach und nach. An sich gar nichts schlimmes, doch hier verwirrte es mich ungemein. Und wenn man nicht in eine Geschichte hinein kommt, so ist man immer wieder versucht, das Buch zur Seite zu legen. Genau so geschah es auch. Doch immer wieder kämpfte ich mich weiter und irgendwann machte es klick und ich war drin und dann auch richtig gefesselt. Das ganze hat bestimmt keine 30-40 Seiten gekostet und jetzt rückblickend ist alles vom Beginn an absolut logisch J

Wer hier jetzt wirkliche Vampire erwartet, der irrt. Ja sicher, sie sind Vampire. Aber das ist eigentlich gar nicht das Thema des Buches. Viel mehr geht es um diese zwei Spezies, die sich gegenseitig jagen und vernichten, und was eigentlich dahinter steckt. Und so würde ich trotz der paranormalen Einschläge das ganze eher als Thriller bezeichnen.

An manchen Stellen hätte ich mir noch mehr Beschreibungen gewünscht, allerdings muss ich zugeben, dass nichts offen blieb. Das Buch nahm wirklich rasant Fahrt auf und zerrte mich dann mit, ohne mich wieder loszulassen.

Mittendrin überrascht es dann auch noch mit wirklich heißen Szenen, die ich so nicht vermutet hätte und die man vielleicht nicht unbedingt an öffentlichen Orten lesen sollte *schmunzel* .. ich war so gebannt, dass ich alles um mich herum vergessen habe.

Was mich ein bisschen irritiert hat, war der Name Nike. Ja .. sicherlich, die Erklärung im Buch war sehr logisch, griechisch, Siegesgöttin und so weiter. Es war auch sehr stimmig und passte perfekt zu der Protagonistin .. trotz allem hatte ich ständig diese vorwitzige Idee im Kopf, ob sie vielleicht die passenden Schuhe trägt .. und in welcher Farbe .. und das begleitete mich über das ganze Buch hinweg.

Nike selbst – mochte ich anfangs nicht so wirklich. Auch wenn ich sie verstand, fand ich sie zu hart, zu gefühllos, zu engstirnig, zu dickköpfig. Doch im Laufe des Buches verändert sie sich und es war spannend, diesen Änderungen zu folgen und am Ende mochte ich sie wirklich gern. Thanos dagegen mochte ich sofort – naja .. klar .. großer, starker Mann, gut aussehend, umwerfender Körper und dann noch Vampir .. ernsthaft .. man kann ja gar nicht anders, als ihn zu mögen. Und sein Charakter gefiel mir auch absolut gut.

Alles in allem haben wir hier ein Buch mit einer sehr frischen Idee – sicherlich gab es schon öfter diese Ideen der Grundgeschichte im Hintergrund mit den Genexperimenten, aber ich finde, das Thema ist längst noch nicht ausgereizt. Schön fand ich auch, dass hier zwar Vampire vorkommen, aber dass das eigentlich nicht das Hauptthema ist, sondern etwas viel größeres noch dahinter steckt.

Der Schreibstil gefiel mir auch gut. Nicht zu kitschig, flüssig und gradlinig und fesselnd, zumindest, wenn man in der Geschichte angekommen ist. Ich hätte mir vielleicht ein wenig mehr Erklärung zum Beginn gewünscht, aber gut möglich, dass das auch nur meine persönliche Empfindung ist.

Fazit:
Ein Buch mit ungewöhnlichen und frischen Ideen, geschrieben in einem mitreißendem Schreibstil – wenn man in der Geschichte angekommen ist. Auch Gefühle kommen hier nicht zu kurz, auch wenn es nicht das Hauptthema des Buches ist. Auch die Tatsache, dass hier Vampire mitspielen ist eher nebenrangig, viel wichtiger ist die Geschichte, die dahinter steckt. Wirklich empfehlenswert.. und ich vermute, dass es einen weiteren Teil geben wird, denn das Ende bietet, obwohl abgeschlossen, eine Menge Stoff für eine Fortsetzung.


Meine Wertung:



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