Donnerstag, 17. April 2014

[Rezension] Diana Menschig - So finster, so kalt

KNAUR

Taschenbuch (1.4.14): KLICK - 8,99 € - 384 Seiten
ebook: KLICK - 8,99 €
Alterempfehlung: Erwachsene
Genre: Märchenadaption / Gruselroman

Die Autorin:
Diana Menschig, geboren 1973, absolvierte nach einem Studium der Psychologie mehrere Stationen in Marktforschung und Personalmanagement, bevor sie einen Spieleladen eröffnete. Heute arbeitet sie als selbständige Dozentin und Autorin. Wenn sie nicht gerade in fantastischen Parallelwelten unterwegs ist, teilt sie sich mit ihrem Mann, zwei Hunden, einer Katze und vielen Rennrädern ein Haus am Niederrhein.








Inhalt:
Merle überzeugt als erfolgreiche Anwältin. Ihr Liebesleben dagegen könnte besser sein. Der Bogen ihres Freundes wird überspannt, als Diana seine Unterstützung braucht. Denn ihre Großmutter ist verstorben und sie muss in das alte "Knusperhäuschen", um einiges zu regeln, da ihr Vater im Ausland unerreichbar ist. Doch so schnell und einfach, wie sich Merle das vorgestellt hat, ist es nicht. Alte Sagen und Märchen ranken sich um das Haus und es war der feste Wille ihrer Großmutter, dass das Haus und der verbotene Garten nicht allein bleiben dürfen. Als Merle noch ein altes Dokument findet, in dem die Geschichte von Johannes erzählt wird, der im 16. Jahrhundert in diesem Haus wohnte, beschleicht sie die Angst, ob nicht doch ein wahrer Kern in ihm steckt. Sie findet Hilfe in Jakob Wolff, einem Gelehrten - doch kann sie ihm trauen oder wird auch sein Name hier zur Tatsache? Die Situation scheint zu eskalieren, als auch noch Kinder verschwinden und die Dorfbewohner Merle und ihr Haus dafür verantwortlich machen.

Meine Meinung:
Wow, das war wirklich mal interessant. Ich glaube, so oft habe ich Vermutungen über das was ist, was war oder sein könnte noch nie gewechselt. Dass hier ganz klar Märchen eine Vorlage bilden, braucht man eigentlich nicht zu erwähnen, man weiß es, wenn man den Klappentext liest. Doch - ist es wirklich so, wie es auf den ersten Blick scheint? Natürlich nicht. Es geht hier nicht um ein Märchen, sondern um eine ganze Handvoll. Nicht nur der Leser, sondern auch die Protagonisten suchen ununterbrochen nach Parallelen um Hoffnung, um Hilfe zu bekommen, doch irgendwie scheinen sie genau wie der Leser im Dunkeln zu tappen. Und das macht das ganze unglaublich spannend. Zudem ist das Buch an einigen Stellen wirklich gruselig. Es ist so dieser leise, unterschwellige Grusel, der einen im Griff hält. Ich bin da eigentlich sehr robust, doch hier gab es Stellen, da mochte ich allein im dunkeln tatsächlich nicht weiterlesen *schmunzel*

Man muss heir also klipp und klar sagen, dass es Bezug auf Märchen hat, aber eher in einer düsteren, brutalen Art hat. Es ist kein Horror, aber auf jeden Fall auch kein liebliches Märchen. Wer so etwas nicht mag, sollte klar die Finger weglassen. Für alle aber, die nicht so leicht einzuschüchtern sind, die Märchen mögen aber auch nicht unbedingt Feenstaub und gute Wünsche brauchen, die können hier ein Buch voller Spannung und Gänsehaut erwarten.

Ich fand es eine sehr ungewöhliche Märchenadaption. Nicht nur, weil es nicht lieblich ist, sondern auch, weil es gar keine klare Linie gab. Und das machte es wiederum ziemlich einzigartig und lesenswert. Zumal es mich an nicht so alltägliche Märchen zusätzlich erinnerte … und mir damit trotz allem ein Lächeln zauberte, weil ich mich an diese Märchen gerne zurückerinner aus meiner Kindheit.

Die Protagonisten fand ich nett, aber sie kamen mir nicht wirklich nah. Merle schon am ehesten, aber ihre Unentschlossenheit war nicht so ganz mein Fall, auch wenn es vielleicht nachvollziehbar war, mich nervte sie hier und da mit ihrer Sprunghaftigkeit. Andererseits überzeugte sie mich aber auch durch ihr sonstiges Handeln, so dass man über diese Ecken gut hinweg sehen konnte. Aus Jakob Wolff wurde ich bis fast zum Ende nicht ganz schlau, allerdings war das von der Autorin auch genau so gewollt und gut gelenkt, fand ich … jaja .. der Wolf kann einen schon gut täuschen :) Ich mag es ja schon, wenn Autoren es schaffen, mit mir zu spielen, das macht es mir immer schwer, Pausen einzulegen :)

Besonders nett finde ich übrigens den Titel … so passend und einprägsam. Und genau so nett das abgedruckte Lebkuchenrezept, das ich nächsten Winter gern mal ausprobieren möchte!

Fazit:
Wer eine sehr ungewöhnliche Märchen-Adaption lesen mag, der muss hier einfach zugreifen. Spannung, Rätsel und Gänsehaut werden hier großzügig verteilt. Doch wer hier Glitzerstaub und gute Wünsche erhofft, der ist definitiv falsch, das Buch richtet sich da mehr an erwachsene Leser. Sehr empfehlenswert!


Meine Wertung:




Kommentare:

  1. Zack und Bum angefixt =)
    LG sheena

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  2. Na das merke ich mir mal! Nach Daniela Winterfeld Der geheime Name bin ich auf den Geschmack gekommen für etwas andere Märchenadaptationen.

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  3. Klingt merkenswert, auch wenn mich die ersten Sätze der Inhaltsangabe fast schon abgeschreckt hätten... gut, dass ich dann doch noch die ganze Rezension gelesen habe. ^^

    Liebe Grüße, Seitenfetzer

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  4. Mir hats leider gar nicht gefallen, ich bin einfach nicht reingekommen.. Der Schreibstil war auch nicht so mein Fall und die Figuren konnten mich auch nicht wirklich überzeugen. Sehr schade, ich mag Märchenadaptionen sehr gern!

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  5. Ja, du hast recht, was die Fazits betrifft :D

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