Dienstag, 31. Dezember 2013

[Rezension] Anna Koschka - Naschmarkt

KNAUR

Taschenbuch (3.8.12): KLICK - 8,99 €  - 448 Seiten
ebook: KLICK
Altersempfehlung: ? Erwachsene
Genre: Chick-Lit

Die Autorin:
Anna Koschka ist das Pseudonym der Wiener Autorin Claudia Toman. 1978 geboren, lebt sie zusammen mit Katze, MacBook und hunderten geliebten Büchern in der Nähe des Wiener Naschmarktes. Sie arbeitet als Schriftstellerin, Theatermacherin und Museumsguide und schreibt bereits am nächsten Roman um die liebenswerten Heldinnen des Mauerblümchenclubs. Mehr über Anna Koschka: www.koschka.at.vu






Inhalt:
Dotti ist mit ihrem Leben zufrieden. Wofür braucht man schon Männer, der ungewollte Kater ist schon völlig ausreichend. Dotti liebt ihre Couch, ein gutes Buch oder einen schönen Film. Möglichst ohne kitschiges Happy-End. Und sie liebt ihren Job als Rezensentin, nur die dazugehörigen Autoren mag sie nicht. Doch dann wird sie von ihrer Chefin gezwungen, sich bei einem Internetdating anzumelden. Und als wäre das nicht genug, muss sie auch noch einen passenden Blog zu ihren Dating-Erfahrungen eröffnen. Dotti wählt genau den anderen Weg und gründet ungewollt damit den Club der Mauerblümchen, der entgegen aller Erwartungen wie eine Bombe einschlägt und Dotti zwingt, weiterzumachen. Gleichzeitig tickt ihre innere Uhr, bzw. die am Handgelenk, was sie ebenso erfolglos zu vergessen sucht. Doch dann wird aus dem Spiel ernst und Dottis Gedanken drehen sich mehr und mehr um einen Kontakt, den sie nicht zu entschlüsseln weiß.

Meine Meinung:
Es ist immer wieder nett, mal sehr leichte, lockere und witzige Bücher  zu lesen. Und dazu gehört Naschmarkt auf jeden Fall. Auch wenn ich zugeben muss, dass mir Dotti zwar von ihren Einstellungen her grundsätzlich gefällt, ich sie aber manchmal doch einen Tick zu sehr stutenbeisserisch finde. So ab und zu kann ich ihre Kollegin doch verstehen, die gegen Dotti arbeitet. Sicherlich hat ein Single-Dasein bestimmt einige Vorzüge - allein der Vergleich Mann gegen hundert Bücher war sehr treffend. Doch was mir nicht gefiel ist dieses grundsätzliche Ausklammern von Happy Ends, das war ja keine Allergie mehr, sondern schon fast eine Phobie :) .. will heißen, mir war es hier und da einfach zu extrem gegen Männer eingestellt. Und das machte mir die sonst eigentlich sehr nette und lustige Dottie hier und da etwas unsympathisch.

Ich mag den Schreibstil der Autorin - dies war übrigens mein erstes Buch von ihr. Garantiert aber nicht das letzte. Mir gefällt es, wie sie kleine Anekdoten aus dem täglichen Gesichtsleben mit in die Geschichte hinein nimmt und so erkannte ich den ein oder anderen Autor oder Blogger wieder. Ich mag so etwas sehr gern. Und es waren wirklich nur Kleinigkeiten, so dass es auch nicht zu viel wurde.

Ich möchte Euch ein Zitat mitbringen, dass den schönen Humor der Autorin gut widerspiegelt und wo doch so viel Wahrheit in den Worten liegt:

"Aber Dotti, die sind alle fiktiv! Romanfiguren, sonst nichts." "Na und? Das macht doch gerade den Reiz aus. Sie lassen die Klobrille nicht oben, wollen keinen Sex vor dem Zähneputzen, mutieren nicht zu Kleinkindern, wenn sie mal Grippe haben, und ihnen wachsen keine Bierbäuche." 

Was mir mal wieder nicht gefallen hat .. wieder ein Buch, das auch nicht ohne einen Hinweis auf Twilight auskommt und natürlich wieder leichte Tiefschläge gegen Edward & Co verteilt. Auch Harry Potter kommt hier nicht zu kurz, wobei dieser wesentlich besser wegkommt. Ich frage mich, geht es vielleicht gar nicht mehr ohne irgendwelche Bezüge zu diesen beiden Buchreihen? Bleiben denn sonst keine Charaktere der modernen Unterhaltung hängen? Scheinbar nicht. Doch wieder zurück zur eigentlichen Geschichte.

Mir gefielen die vielen kleinen Umwege, die dieses Buch machte, bevor es zu seinem endgültigen Ende kam. Und ich gebe zu, ich tappte auch bis zum Ende im Dunkeln, wer der geheimnisvolle Schreiber ist. Ließ mich prompt in die gebaute Falle ziehen und guckte wahrscheinlich nicht weniger dümmlich als Dottie, als der Fehler bemerkt wurde *lach* ... daher, ein wirkliches Lob an die Autorin an dieser Stelle. Ich mag es, so an der Nase herumgeführt zu werden und nicht von vornherein alles zu wissen.

Fazit:
Wer eine schöne Unterhaltung sucht, die auch unser tägliches Leben und die Welt des Gesichtsbuchs mal auf die Schippe nimmt und mal auch die Vorzüge hervorholt, der ist hier genau richtig. Ich mag - bis auf wenige Ausnahmen - die lockere, leicht ironische Dottie und ihre Freundinnen. Und ich mag den Humor der Autorin. Ein Buch also, das ich wirklich empfehlen kann.

Meine Wertung:



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