Sonntag, 10. November 2013

[Rezension] Jana Mänz u.a. - Fotografie al dente

Franzis Verlag
Buch (30.9.13): KLICK - 29,95 € - 223 Seiten
Genre: Sachbuch Fotografie - Foodfotografie

Die Autorinnen:

Alle 3 Autorinnen habe ich auf ihre Webseiten verlinkt. Bitte schaut Euch dort um, das sagt mir, als ein paar Worte von mir, denn ihre Bilder sind umwerfend!

Jana Mänz
Dr. Susan Brooks-Dammann
Corinna Gissemann








Inhalt:
Dieses Buch richtet sich an alle, die ihr Essen fotografieren und lernen möchten, wie man es mit wirklich kleinen, einfachen Tricks ins richtige Licht setzt. Ihr müsst dafür keine Profi-Fotografen sein, braucht keine Studio-Ausrüstung oder unbezahlbares Zubehör. Die Autorinnen haben sich die Mühe gemacht und zeigen Euch,wie man das auch mit dem bewerkstelligen kann, was man zu Hause hat. Das Buch lebt von seinen vielen tollen Bildern, die nicht nur das fertige Ergebnis, sondern auch den Weg dorthin zeigen. Aber auch Rezepte zu den abgebildeten Speisen gibt es und so  kann man das, was im Buch fotografiert wurde sogar auch nachkochen und sich dann am Ergebnis selbst versuchen. Durch die vielen Bilder und dem im Verhältnis geringerem Text macht so ein Sachbuch selbst denen Freude, die sonst keinen Spaß daran haben.

Meine Meinung:
Ich muss ehrlich sagen, ich kam zu dem Buch ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde. Ich lese und rezensiere zwar viele Bücher, ich fotografiere auch super gern mein Essen und zeige es in der Öffentlichkeit, ich habe sogar eine sehr gute Fotoausrüstung - aber ich bin immer zu faul, Sachbücher zu lesen und schaue daher gar nicht nach solchen. Hier allerdings stupste mich die Autorin Jana Mänz auf das Buch, denn ich kenne Jana seit Jahren aus dem Internet. Dass sie super fotografieren kann wusste ich ja, aber das hier überraschte mich doch und so war ich natürlich ganz schnell dabei und wollte das Buch unbedingt lesen und ich muss sagen, ich bin absolut positiv überrascht. Ich habe das ganze Buch in einem Rutsch gelesen (ja nicht nur geblättert), habe jedes Wort verschlungen. War begeistert über die Fotos, über diese einfachen Hinweise, wie man etwa mit kleinem Aufwand verbessern kann. Seit langem habe ich mir überlegt, wie ich meine Bilder vom Essen verbessern kann, hatte aber keine Lust, die riesige Ausrüstung meines Mannes auszupacken, weil mir das immer viel zu aufwendig ist. Und so blieb es beim schnellen Auslösen vor dem Essen. Das werde ich jetzt wohl ändern ...

Ich finde es toll, dass sich die drei Autorinnen die Mühe gemacht haben und einen Weg  suchten, allen die Möglichkeit zu geben, das was man liest umzusetzen. Sicherlich .. große Spiegelreflexkameras und Fotostrahler sind was feines, aber nicht jeder hat es und nicht jeder hat Lust, den Aufwand für eine kleine Mahlzeit zu veranstalten. Und so setzten sie sich hin und zeigten in Wort und in Schrift, dass man das alles auch mit einer kleinen einfachen Digitalkamera und ein paar preiswerten Materialien wie weißes Papier oder einer Styroporplatte und etwas Holz vom Sperrmüll oder Flohmarkt super in Szene setzen kann. Sie zeigen uns, wie sehr sich ein Bild verändert, wenn man nur den Blickwinkel ändert oder den Lichteinfall. Dass Tageslicht im Grunde immer die beste Lösung ist, aber auch wie man mit kleinem Geld ein vernünftiges künstliches Licht schafft. Sie erklären mit einfachen, aber super verständlichen Worten Sachen wie Schärfentiefe, Blendengrößen - ganz spielerisch und nebenbei. Man hat gar nicht das Gefühl, etwas lernen zu müssen, es fließt einfach so ein. Sie zeigen, wie man mit ein bisschen Deko eine Szene verändern kann, wie man auch mal Dynamik ins Bild bringt, erklären Farblehren und wie man sie für sein Bild nutzen kann und zeigen, dass weniger oft mehr ist.

Was mir ganz besonders gut gefallen hat, sind die ganzen kleinen Details, die man so nebenher erfährt, ohne dass sie eine untergeordnete Rolle spielen. So zeigen die Drei z.B. anhand von Fotos genau, wie sich etwas verändert, wenn man nur das drumherum verändert. Wenn man das Licht verändert, die Position des Lichts oder auch die Intensität, wie man harte Schatten zu weichen verändert oder von welcher Seite der Lichteinfall positiver wirkt. Das schöne daran ist, dass alles immer mit entsprechenden Bildern geschieht, so dass sich der Leser nicht krampfhaft etwas - für ihn vielleicht - unvorstellbares vorstellen muss. Nein, er bekommt hier genau gezeigt, was sich verändert. Das führt dazu, dass man die Bilder vergleicht, den Text noch einmal liest, schaut, wie es verändert wurde und was sich daraus ergab. Und genau das bringt uns den Inhalt einfach tiefer ins Bewusstsein finde ich. Wenn ich nur lese, ich soll z.B. die Styroporplatte als Gegenlicht weiter nach hinten oder vorne stellen, dann überfliege ich das, weil ich sehe das Ergebnis nicht und schwups habe ich es auch schon wieder vergessen. Hier aber verweilt man, vergleicht, geht nochmal einen Schritt zurück - weil man neugierig ist, weil man verstehen will und weil es einem so leicht gemacht wird.

Ich bin sicher, dass das Buch nichts für wirkliche Könner der Fotografie ist, sie wissen garantiert schon alles über Lichteinfall und diese Sachen. Ich habe viel auch immer mal zwischendurch irgendwo gehört und gelesen und genau so schnell wieder vergessen. Nun aber hat mich der Reiz gepackt und ich möchte unbedingt einiges von dem hier gelesenen ausprobieren.

Am Ende des Buches wird uns übrigens auch gezeigt, wie wir mit Bildbearbeitungsprogrammen dann noch mehr aus dem Foto herausholen können - mit unglaublich teuren Programmen aber auch: mit einem absolut kostenlosem Programm. Sicherlich kann das nicht so viel, wie die anderen, aber auch hier beweisen die Autorinnen: es geht auch ohne großes Geld. Und das ist, was mir wirklich am Besten gefällt!

Ich wollte jetzt nicht wahllos Bilder aus dem Buch zeigen. Doch wer mal hinein gucken möchte, findet bestimmt genug im Internet. Vor allem die Seiten der Autorinnen sind empfehlenswert, denn dort findet Ihr die Bilder aus dem Buch wieder, wie hier bei Jana: http://jana-maenz.de/2013/08/food-fotografie-ob-fruchtig-oder-herzhaft/ . Schaut unbedingt mal hinein! Ihr könnt übrigens auch kleine Ebooks rund um das Fotografieren bei Jana finden: http://delighted-fotoschule.de/e-books/

Fazit:
Für alle, die Essen, Bloggen und Fotografieren lieben, wird dieses Buch eine absolute Bereicherung sein. Es zeigt mit vielen Bildern und lockerem Text, wie man ganz einfach und preiswert so viel mehr aus seinen Bildern herausholen kann. Mit einfachsten Mitteln und Schritt für Schritt bringt es einem so viel über die Gestaltung, das Licht, die Details bei, dass es eine absolute Freude ist. Zum lesen, zum nachschlagen und zum immer wieder Ideen holen. Absolut empfehlenswert!!

Meine Wertung:






1 Kommentar:

  1. Über diese Sachen kann man nie genug wissen und was du schreibst klingt toll. Ich bin auf deine ersten Ergebnisse gespannt.

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