Samstag, 30. November 2013

[Rezension] Andrea Reichert - Brombeerliebe

Oldigor

Taschenbuch (erscheint noch): KLICK -  12,90 € -  250 Seiten
ebook (7.11.13): KLICK - 3,99 €
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Genre: Chick-Lit

Die Autorin:
Andrea Reichart wurde 1960 in Oberhausen geboren, verbrachte ihre Kindheit in den USA und die weiterführende Schulzeit in Deutschland (Essen). Nach ihrer Buchhandelslehre studierte sie Germanistik und Anglistik (MA, 1989), arbeitete bis 2004 als wissenschaftliche Assistentin an der Universität Essen am Lehrstuhl von Prof. H. Wenzel und besaß von 1992 bis 2008 in Essen einen Verlag und eine Buchhandlung. Mehr gibt es hier zu lesen: KLICK






Inhalt:
Sue Sandig führt ein recht beschauliches Leben. Die Autorin ist Mutter von 6 Kindern, einen lieben Mann und hat sich mit ihrem Übergewicht abgefunden. Die großen Ferien stehen bevor und ihr Mann fährt mit den Kindern in Urlaub, so dass sie sich ganz in Ruhe ihrem neuen Roman widmen kann. Doch dass ihre super schlanke Freundin Yvonne ebenfalls mit in den Urlaub gefahren ist, lässt ihr keine Ruhe, sie hat Angst, dass ihr Mann sich neu orientiert. Doch bevor sie sich noch näher mit dem Thema auseinandersetzen kann, überschlagen sich die Dinge bei ihr zu Hause. Ihr unbekannter Vater verstirbt und hinterlässt ein merkwürdiges Testament mit noch viel merkwürdigeren Auflagen und bringt Sue mit einer Schwester und einem Onkel zusammen, von deren Existenz sie nicht einmal etwas wusste. Sie wird hineingezogen in einen Strudel von Aktivitäten, der ihr ganzes Leben aus den Fugen reißt - doch Sue weiß nicht einmal, ob das so schlecht ist, wie sie anfänglich glaubt.

Meine Meinung:
Ein sehr unterhaltsames, humorvolles Buch. Der Schreibstil der Autorin ist leicht und locker und man kann ihm ohne große Anstrengung entspannt folgen und sich mit der Geschichte treiben lassen. Die Geschichte, die für mich an vielen Stellen allerdings leicht überzogen wirkt, sei es nun die Panik um ihren Mann, die ganzen Zufälle und Verwicklungen rund um das Testament oder dass alles so scheinbar mühelos und wirklich perfekt läuft. Es macht die Geschichte rund, lässt sie dadurch leicht lesen, weil Probleme hier gar keine Probleme sind und man dadurch nicht lange darüber nachdenken muss, allerdings macht es das ganze dann auch etwas unglaubwürdig, so dass man nie aus den Augen verliert, dass es sich um einen Roman handelt.


Ich mochte Sue auf Anhieb, ihre kleinen Ecken und Kanten, ihr Verhalten und ihren dann auf einmal vorherrschenden Ehrgeiz. Auch wenn ich nicht immer mit ihr übereinstimmen konnte, war sie es, die mich das Buch durch bei Laune hielt und die mir den Spaß bereitete, ihrer Geschichte zu folgen.


Allerdings muss ich klipp und klar sagen, dass es mich inzwischen doch arg nervt, dass sich derzeit scheinbar jedes zweite Buch um das Thema Essen, sprich um Vegetarier und Veganer dreht. Nicht als Hauptthema, dennoch als sehr wichtiger Bestandteil. Davon, wie die Tiere leiden müssen,  unter welchen Bedingungen sie gehalten werden, usw. Ist ja alles richtig und überhaupt nicht schön. Und ich finde es auch gut, wenn man die Überzeugung hat und danach lebt. Aber nur, weil es in jedem zweiten Buch jetzt zum zweiten Mittelpunkt wird, wird sich nicht die Meinung eines jeden Lesers ändern. Im Gegenteil, so langsam habe ich bei diesen Büchern das Gefühl, ich müsste mit dem Fuß aufstampfen und sagen: Und jetzt ess ich erst recht Fleisch. Ich meine, mal ehrlich .. ich versuche Vegetarier oder Veganer auch nie davon zu überzeugen, sie sollten Fleisch oder tierische Produkte essen. Genau so wenig, wie ich Nichtraucher bereden würde, sie sollten rauchen, oder Raucher, sie sollten nicht rauchen. Ich denke, hier muss jeder nach seiner Einstellung leben. Warum also muss mir derzeit jedes zweite Buch dieses Thema lang und breit unter die Nase halten? .. Das sind so meine zwei Gedanken zu diesem Thema, das hier im Buch schon eine wichtige Rolle spielt und mir die Geschichte dann auch etwas verleidet hat, so dass ich meine Bewertung nach unten gezogen habe. Das, und die Tatsache, dass ich manche Sachen so unglaubwürdig  fand, wie z.B. das Sue alles so emotionslos akzeptierte, was sich ihr so offenbahrte in Bezug auf das Testament.


Was mir sehr gut gefiel, waren die Beschreibungen des Tierschutzhofes und der Arbeit dort. Ich konnte mir die Szenarien oft sehr gut vorstellen und es bereitete direkt Lust, selbst etwas so gutes tun zu wollen. Insofern fand ich die Reaktionen der Mitarbeiter teilweise dort auch sehr angebracht auf den Enthusiasmus von Neulingen.


Sehr amüsant fand ich übrigens die Beziehung zwischen Sues Mann und Yvonne .. das hat mich immer wieder zum schmunzeln gebracht und mein Weltbild der Männer doch erheblich gerade gerückt :)


Fazit:
Wenn man von persönlichen Abneigungen absieht, die ich an einigen Stellen hatte, so war es ein humorvolles, unterhaltsames Buch, das ein paar erfreuliche Lesestunden brachte. Ich kann es für kurzweiligen Lesegenuß auf jeden Fall empfehlen.

Meine Wertung:


1 Kommentar:

  1. Das klingt toll und ist somit gleich auf meinem Wunschzettel gelandet.
    Liebe Grüße,
    Julia

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