Samstag, 31. August 2013

[Rezension] Nicole Joens - Tanz der Zitronen


Cindigo
Taschenbuch (7.8.13): KLICK - 12,95 € - 288 Seiten
Altersempfehlung: ? Erwachsene
Genre: Insiderbericht

Die Autorin:

Nach einem Filmstudium und ersten Berufserfahrungen in New York begann die Autorin in München eine 20-jährige Karriere als TV-Drehbuchautorin: Soap, Serien und Filme. In den letzten Jahren veröffentlichte sie erfolgreich Romane und Kurzgeschichten und gründete 2010 mit ihrem Mann CINDIGO.










Inhalt:
Die Autorin schildert ihre Erfahrungen ihrer langjährigen Arbeit als Drehbuchautorin bei den Öffentlich-Rechtlichen. Was für Außenstehende oft den Anschein der seriösen Fernsehanstalten scheint, kämpft hinter den Kulissen mit schweren Geschützen wie Korruption, Druck und viel angestaubten Zeitgeist. Nicole Joens legt die Fakten auf den Tisch, wie es wirklich zugeht. Zeigt uns Ausschnitte, wo unsere Zwangsgebühren bleiben oder auch verschwinden und das man fast machtlos ist im Getriebe dieser Machthaber.

Meine Meinung:
Ich finde es sehr schwer, hier eine vernünftige Meinung aufzuschreiben, denn natürlich kenne ich jetzt  nur den Blick, den mir die Autorin hier bietet. Und natürlich könnten Skeptiker jetzt sagen, es gibt immer zwei Seiten, zwei Sichten, zwei Meinungen. Stimmt. Doch ich kenne nur diese hier und daher werde ich meine Meinung "einfach" zu dem hier gelesenen abgeben. Und ohne Diskussionen darüber, ob irgendwas nicht auch erfunden, erlogen oder verdreht sein könnte. Ich denke, dafür bin ich dann der falsche Ansprechpartner. Ich kommentiere hier nur das Gelesene.

Zunächst einmal muss ich ehrlich sagen, dass ich schon argen Respekt vor der Autorin habe, die sich hier bestimmt auf nicht ganz ungefährliches Terrain begibt, in dem sie so viel internes offen legt. Doch ich gebe zu, vieles, was ich las, habe ich auch schon oft gedacht über ARD und ZDF. Immer wieder die gleichen Konzepte. Krimi und Sport bis zum Abwinken. Dauerserien, die mit den Jahren eher schlechter wurden.

Ich bin erschrocken darüber, wie neue Konzepte geblockt werden, wie Ideen oder individuelle Tendenzen im Keim erstickt werden, ja mehr noch. Drehbücher so umgekrempelt, dass wieder das gleiche langweilige Format herauskommt, wie schon dutzende Male gesehen. Wie geistiges Eigentum vereinnahmt wird und man eigentlich keinen Fuß auf den Boden bekommt, sich seine eigenen Rechte zu sichern. Wie Menschen geformt werden, damit sie in ein Konzept passen und Menschen, die ihre Meinung haben gedrückt werden.

Ich gebe zu, für mich waren die Öffentlich-Rechtlichen immer eine besondere Institution. Klar, war von mir bestimmt blauäugig, aber der Ruf eilte nun mal so voraus. Was dort kommt, glaubt man. Man ist sicher, vernünftige Informationen zu erhalten, ohne die Sensationslust und Skandalgier und den Blutdurst der privaten Sender ertragen zu müssen. Doch wenn man liest, dass auch viel hiervon nicht korrekt ist oder verdreht oder gar die privaten mit unseren Geldern auch noch gefördert werden, ja dann frag ich mich doch, warum wir uns eigentlich so verarschen lassen und brav weiter die Gebühren zahlen für etwas, das uns doch nur ärgert. Denn es ist wie es ist, in der heutigen Zeit verbringen wir doch immer weniger Zeit vor dem Fernseher. Informationen holen wir uns meist schon eher im Internet, denn dort ist es aktueller. Dort haben wir immer Zugriff drauf dank unserer modernen Kommunikationsmöglichkeiten.

Man fragt sich, wie sich die ÖR halten können, warum wir dies alles mitmachen. Doch wenn man liest, wohin Rechtsstreite führen und wer noch alles die Hand darüber hält, dann braucht man sich eigentlich nicht weiter wundern. Ich bin sehr froh, doch einmal einen winzigen Ausschnitt aus dem erfahren zu haben, was wirklich so dahinter steckt. Denn vor so etwas brauche ich dann keinen Respekt mehr zu haben, wie ich es früher noch hatte.

Fazit:
Allen, die auch nur etwas Interesse an diesem Inhalt haben, kann ich nur empfehlen, sich das Buch zu besorgen und zu erfahren, wie es wirklich läuft. Was eine Macht dahintersteckt, was mit unseren Gebühren passiert und wie Menschen quasi zu Marionetten gepresst werden. Und das von einer Institution, der man doch eigentlich sein Vertrauen schenkte.

Meine Wertung:



Kommentare:

  1. Das klingt durchaus lesenswert, ist mal etwas anderes. Außerdem ein interessantes Thema - ich hab zufälligerweise auch gerade ein paar Sachbücher zum Thema Drehbuchautor für die Uni gelesen.

    Danke für den Tip :)

    Alles Liebe, Chimiko

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    1. Gerne, es freut mich, dass es auf Interesse stößt!

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  2. Das klingt nach wirklich brisantem Stoff.

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