Sonntag, 12. Mai 2013

[Rezension] Nadine d’Arachart und Sarah Wedler - Linie 14 - letzte Reihe - ich

Projekt Verlag
ISBN: 9783897332829  
117 Seiten - Taschenbuch - 9,90 Euro

Erschienen: 15.03.2013
Altersempfehlung: ? - ab 16 Jahren
Genre: Kurzgeschichten

Die Autorinnen:

Nadine d’Arachart und Sarah Wedler, geboren 1985 und 1986 in Hattingen, schreiben seit mehr als zehn Jahren gemeinsam. Neben zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien und Jahrbüchern erhielten sie verschiedene Preise für ihre Kurzgeschichten und Drehbuchideen. 2011 nahmen sie am Finale des open mike Berlin teil. Zuletzt wurden sie im November 2012 mit dem Förderpreis zum Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet. Ihr erster Krimi "Die Muse des Mörders" ist im Frühjahr 2012 erschienen. Ihr zweites Buch, der Thriller "Abgründe" wurde im April 2012 als E-Book veröffentlicht.



Vielen Dank Nadine und Sarah für das Buch. Mir hat es wirklich gut gefallen. Und ich freue mich schon auf unser "Projekt" ;-)

Inhalt:
Achtzehn Kurzgeschichten, die das Leben schrieb. Skurril, erschütternd, unglaublich, traurig und letztendlich doch das, was wir wissen, was wir ahnen, aber nicht sehen wollen. Diese Geschichten könnten unterschiedlicher nicht sein, doch sie haben alle etwas gemeinsam … sie sind nicht fröhlich, nicht lustig, sie sollen uns nicht erheitern, sondern eher wachrütteln ..

Meine Meinung:

Die Autorinnen hatten mich im Vorfeld schon vorgewarnt. Die Geschichten sind düster, nichts fröhliches. Und so dachte ich, ich weiß, worauf ich mich hier einlasse.


Doch ich muss sagen, eigentlich bin ich jetzt am Ende eher etwas erschüttert. Denn die Geschichten wirken nicht erfunden, man glaubt nicht an Fantasie -- jedenfalls bei den meisten nicht. Sondern es ist eher, als würde man in einer Großstadt durch ein Haus laufen und unbemerkt hinter die verschlossenen Türen schauen. Dort leben nicht strahlende Ritter und taffe, erfolgreiche, wunderhübsche Frauen. Jedenfalls nur selten. Wir würden wohl eher das entdecken, vor dem wir alle so gern die Augen verschließen. Ich auch. Denn irgendwie hat man ja schon genug selbst zu tragen und möchte nicht noch mehr von anderen übernehmen.

Dennoch hat mich das Buch positiv überrascht. Trotz all diese dunklen Geschichten, aus denen teilweise so viel Verzweiflung spricht, merkt man, dass irgendwie doch etwas positives vermittelt wird. Vielleicht, dass wir nicht so schnell verurteilen sollten. Dass hinter  jedem Menschen, über den wir im ersten Moment vielleicht die Nase rümpfen ein Schicksal steht. Das manche Menschen einfach zu viel zum tragen haben. Dass sie allein sind und das vielleicht manchmal ein Lächeln doch so etwas wie Hoffnung bringen kann.
Ich finde, die beiden Autorinnen haben hier eine wirklich interessante und mitreißend zu lesende Sammlung erstellt. Ich persönlich könnte gar nicht sagen, wer welche Geschichte geschrieben hat, denn ich finde, sie ergänzen sich wirklich toll.

Wie immer bei Kurzgeschichten kann man wenig über die einzelne Geschichte erzählen. Deshalb kann ich hier nur empfehlen: Lest es … denn es ist wirklich lesenswert.

Fazit:
Wer darüber im Klaren ist, dass er hier Geschichten zu lesen bekommt, die genau so stattgefunden haben könnten. Dass es Geschichten aus dem Leben gegriffen sind, wie sie jederzeit hinter jeder Tür geschehen könnten. Nicht die mit Happy End, sondern die ganzen anderen. Der wird ein wirklich tolles Buch erleben, das uns vielleicht ein bisschen wachrüttelt und uns genauer hinschauen lässt.

Meine Wertung:



1 Kommentar:

  1. Solche Geschichten sollte man wohl allgemein öfter lesen!
    Danke für deine tolle Rezension zum Buch! Ohne dich hätte ich es mir wohl nicht so genau angeschaut!

    Liebe Grüße
    Vanessa

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