Samstag, 4. Mai 2013

[Rezension] Anna Schneider - Blut ist im Schuh

ISBN: 9783522503303
254 Seiten - Taschenbuch - 9,95 Euro
Erschienen: 20.03.2013
Altersempfehlung: 12-15 Jahre
ebook-Version: KLICK - 8,99 Euro
Genre: Jugendthriller mit Märchenadaption

Die Autorin:
Anna Schneider, 1966 in Bergneustadt geboren, ist seit Kindertagen ein Bücherfan. Schon als Jugendliche schrieb sie Gedichte, die in Anthologien veröffentlicht wurden. Nach Studium und Promotion in Trier sowie verschiedenen beruflichen Stationen als Personalberaterin, Dozentin und Coach entschloss sie sich 2008, wieder zu schreiben. Gleich mit ihrer ersten Krimi-Kurzgeschichte gewann sie einen Literaturwettbewerb. Das nahm sie als Zeichen und sattelte beruflich um. Heute verbringt sie ihre Zeit am liebsten in ihrem Schreibzimmer unter dem Dach, um sich bei einer Tasse Kaffee und Schokolade spannende Geschichten auszudenken. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.
Webseite der Autorin: KLICK

Anna: vielen lieben Dank für das Buch, es ist wirklich super toll geworden! Ich freue mich schon auf .. - das werden meine Leser bald erfahren ;-)

Inhalt:
Noch immer versucht sich Amelie mit ihrer neuen Heimat, ihrer neuen Familie zu arragieren. Doch weder ihre Stiefmutter, noch Stiefschwester Sarah machen es ihr leicht. Im Gegenteil. Die grufige Sarah setzt alles daran, ihr das Leben zur Hölle zu machen und schreckt dabei vor nichts zurück. Amelies einziger Ort, an dem sie zur Ruhe kommt ist ausgerechnet ein Friedhof. Doch wirkliche Ruhe findet sie auch dort nicht, denn sie fühlt sich beobachtet, immer häufiger und immer intensiver fühlt sie die Blicke eines Fremden. Doch es gibt auch einen Lichtblick: Ben und seine Einladung zum Schulball. Doch auch hier ist sie nicht sicher, ob nicht auch er nur mit ihr spielt.

Meine Meinung:
Und wieder eine Adaption von Aschenputtel .. und doch bin ich immer wieder erstaunt, wie Autoren es schaffen, aus diesem so bekannten Märchen immer neue Geschichten zu entwickeln. Sicherlich, Grundzüge sind immer gleich, jedoch muss uns das ja schon beim Griff zum Buch klar sein, sonst wärs ja keine Adaption. Doch ich persönlich finde gerade das so spannend ... wie wird es diesmal sein, wie ist der Weg, was ist diesmal gut, was böse? Und ich wurde auch hier wieder absolut positiv belohnt für meine Neugierde.

Ich fand die Charaktere in diesem Buch äußerst interessant, denn sie waren alle ziemlich tiefgründig. Amelie hat mich eigentlich etwas verwundert. Wie kann ein Mensch so lange so freundlich bleiben, so ruhig, so gutmütig. Egal, wie sehr man sie verletzt, sie sucht dennoch immer einen friedlichen Weg, eine Wendung aus dem Chaos. Mir war das fast schon unheimlich, denn ich wäre an Amelies Stelle lange vorher schon aus der Haut gefahren.

Sarah dagegen tat mir eigentlich nur leid. Die Krankheit, die hier angedeutet wird, ist eigentlich ziemlich schlimm. Doch keiner geht in diesem Buch je darauf ein, das Sarah eigentlich Hilfe braucht. Das es nicht normal ist. Ich hätte es an dieser Stelle doch besser gefunden, wenn ein bisschen darauf eingegangen wäre, einfach um jugendlichen Lesern zu zeigen, dass man etwas machen muss, wenn man so etwas z.B. bei Freunden beobachtet. Sicherlich kein Thema für ein Jugendbuch, aber da es Bestandteil war...

Die beiden männlichen Charaktere Ben und Eddie fand ich teilweise nett, interessant, liebenswert und manchmal merkwürdig. Ihre Stimmungen schwankten für mich manchmal doch extrem .. allerdings .. es sind ja auch Jugendliche, und da passt es wohl.

Der Schreibstil der Autorin gefiel mir gut. Es gab schöne Schilderungen der Menschen und der Umgebung, nicht zu umfangreich, dennoch aber so, dass man sich mühelos eine Vorstellung machen konnte. Fast von der ersten Seite nahm mich die Autorin mit und ließ mich das Buch in einem Rutsch lesen. Es war leicht und dennoch an manchen Stellen intensiv. Es brachte mich zum Schmunzeln, zum raten .. und auch zum weinen ...  somit eine sehr gelungene Mischung.

Was mir auch sehr gut gefiel, waren die  vielen Verzierung im Buch. So gibt es nicht nur auf dem Cover, sondern auch auf dem Schnitt Ranken. Zu jedem Kapitelbeginn ist das Kapitel hübsch verziert. Und sehr oft wird sogar noch ein Zitat aus dem ursprünglichen Märchen aufgeführt .. so erahnt man fast, was im nächsten Kapitel geschehen könnte... eine sehr schöne Idee!

Fazit:
Ein Jugendthriller, der ein altbekanntes Märchen zur Grundlage hat. Wundervoll fließend und spannend versteht es die Autorin den Leser auf der ersten Seite an die Hand zu nehmen und bis zum Schluss mitzunehmen. Altbekannte Strukturen mit so vielen interessanten neuen Wendungen. Absolut empfehlenswert, nicht nur für Jugendliche!

Meine Wertung:



Kommentare:

  1. Also eine Art Märchen mit neuen Schwung für die Leser.

    LG..Karin..

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    1. Wow, bist Du schnell Karin :) ... richtig interpretiert .. ich mag diese Märchen-Adaptionen ja total gern. Hast du schon mal eins gelesen?

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    2. Na ja, dass Buch ist mir auch in anderen Blogs schon positive aufgefallen. Aber ich glaube, Du bist die Erste mit der Rezi dazu,hihi.

      Und dieser Titel lässt in diese Richtung auch schon so einiges an Vermutungen zu...

      Ich weiß es gar nicht, ob mir da schon etwas untergekommen ist. Hast Du da noch ein Beispiel auf Lager?

      LG..und eine schöne Woche..Karin...

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    3. Ja natürlich .. Gabriella Engelmann z.B. hat im Arena Verlag 5 solcher Bücher geschrieben. Wenn man sie der Reihenfolge der Erscheinung nach liest, gibt es sogar einen roten Faden durch alle hindurch ... :)

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  2. Wie wunderbar es dir immer wieder gelingt, deine Begeisterung für (modern inszenierte) Märchen mit uns zu teilen. Gefällt mir sehr, danke!

    Sonnige Stöbergrüße,
    Kora

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