Sonntag, 24. März 2013

[Rezension] Agnes Hammer - Ich blogg Dich weg!

Loewe
ISBN: 9783785577066
160 Seiten - Taschenbuch - 5,95 Euro
Erschienen: März 2013
Altersempfehlung: 12-15 Jahre

ebook-Version: gibt es nicht

Die Autorin:

Agnes Hammer wurde 1970 geboren und wuchs zusammen mit fünf Geschwistern im Westerwald auf. Später studierte sie Germanistik und Philosophie in Köln. Seit 1998 arbeitet sie mit sozial benachteiligten Jugendlichen in einem großen Berufsbildungszentrum. Außerdem ist sie seit 2005 Anti-Aggressivitäts-Trainerin.





Inhalt:
Wenn man hübsch und beliebt ist und zudem noch gut singen kann, dann sind Neider garantiert nicht weit weg. Diese Erfahrung muss Julie auch machen. Denn ohne Vorwarnung erhält sie Emails, die sie zunächst beleidigen und ihr später sogar Angst machen. Ein Fake-Profil von ihr taucht auf und plötzlich scheint jeder etwas gegen sie zu haben. Die Welle der Beleidigungen und Beschimpfungen wird immer größer und es scheint keinen Ausweg zu geben. Julie versucht verzweifelt herauszubekommen, wer hinter den Vorgängen steckt. Doch ist es wirklich nur eine Person?

Meine Meinung:
Eigentlich dachten wir damals schon, dass unsere Schulzeit ätzend war. Mobbing gab es damals schon, gar keine Frage. Gerade bei den Mädchen gab und wird es so was wohl immer geben. Neid, Missgunst, Gehässigkeit und Gewalt. Doch eigentlich können wir froh sein, dass wir damals "nur" die realen Gegner hatten und uns nicht auch noch zusätzlich gegen virtuelle zur Wehr setzen mussten. Eine ganz schön kranke Gesellschaft, die wir hier haben, die sich schon in den Kindern widerspiegelt.

Es ist nicht neu. Und dennoch war es wieder einmal erschreckend zu beobachten, was für eine Eigendynamik solch eine Aktion annimmt. Wenn einer schon am Boden liegt gibt es täglich mindestens fünf neue, die noch nicht drauf getreten haben und das nachholen wollen. Genau so war es hier irgendwie auch. Es wurde mehr und mehr und man sah, dass Julie gar nicht mehr wusste, was sie machen sollte. Wem sie eigentlich noch trauen durfte. Wobei ich fand, dass Julie trotz allem noch viel zu vertrauensselig war. Aber wohl ganz normal für das Alter. Mir tat sie leid. Denn man merkte, dass sie völlig überfordert, völlig hilflos war.

Ich finde, dies ist wieder eins der Bücher, die man seinen Kindern unbedingt zu Lesen geben sollte. In der Hoffnung, dass es etwas wachrüttelt, bevor sie selbst irgendwann Opfer oder Täter sind. Denn das scheint teilweise unumgänglich in der heutigen Zeit. Irgendwie, irgendwo kommt man immer damit in Berührung. Doch wäre es nicht gut, wenn es dann nicht komplettes Neuland wäre, sondern sie vielleicht Ideen hätten, wie man es verhindern kann, wie man es abstellen kann. Julie ist lange Zeit wie eingefroren, weiß nicht, was sie überhaupt machen kann. Vielleicht hätte man vieles schon viel früher stoppen können, wenn sie gewusst hätte wie.

Sehr gut fand ich den Aufbau des Buches. Kurze Kapitel, jedes Kapitel ist immer wieder aus der Sicht eines anderen Jugendlichen geschildert. Und so wechselt es zwischen den wichtigsten Personen hin und her. Immer in der Ich-Perspektive. So hat man das Gefühl, eigentlich mitten im Geschehen zu sein und viele Blickwinkel zu erleben. Es bringt irgendwie Eigendynamik mit sich.

Besonders aus der Sicht von Julie zeigt es, wie erdrückend es ist: "... Als ich aufwachte, spürte ich noch seine Krallen in meiner Schulter und sein Gewicht, das mich niederdrückte, sodass ich keine Luft mehr bekam. Aber das Schlimmste war, dass ich aufstehen und in die Schule musste."

Fazit:
Auch wenn es kein schönes Thema ist, so ist dies Buch sehr spannend und mitreißend geschrieben und die wenigen Seiten sollten auch von jungen Lesern schnell zu schaffen sein. Ich kann es nur empfehlen, denn es zeigt, dass in der heutigen Zeit vieles falsch läuft und wie schnell sich aus Kleinigkeiten ganze Lawinen entwickeln können.

Meine Wertung:



Kommentare:

  1. Eine schöne Rezension. Klingt nach Pflichtlektüre für die Schule!

    LG Claudia

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    1. ja ich finde, das wäre gar nicht mal verkehrt, damit man mal sieht, was man mit solchen Aktionen anrichten kann.

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  2. Das Plädoyer für dieses Buch gefällt mir sehr gut. Hört sich nach einem Muss an!

    Beste Grüße,
    Kora

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    1. Zumindest lässt es einen darüber nachdenken, wie schnell etwas unerwartete Ausmaße annehmen kann. Ich wünschte, es würden viele viele Kids lesen!

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  3. Hey,

    eine sehr tolle Rezension :)
    Jetzt muss ich mir das ja kaufen :3
    Auch ein sehr interessantes Thema.
    & wenn wir das in der Schule lesen würden, anstatt der alten Dramen und so, würden vielleicht auch mehr Schüler mal das Buch lesen und nicht nur die Zusammenfassung xD

    LG Toubi

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    1. Das freut mich, dass Dich meine Rezension so angesprochen hat! Wenn ich es richtig herauslese, bist Du Schüler? Vielleicht kannst Du es ja anregen? Es ist ja wirklich preiswert für ein Buch in der heutigen Zeit und ich bin sicher, es könnte viel Gutes bringen!

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  4. Sehr interessantes Buch mit einem wirklich sehr aktuellen und wichtigen Thema wie ich finde. Heutzutage hat dieses Cybermobbing schon viel zu viel angerichtet und ich finde es gut, dass darüber geschrieben wird ... Mich interessiert das Buch sehr und ich denke, dass ich es mir auf jeden Fall noch zulegen werde :-)

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    1. Ja es ist wirklich erschreckend. Ich bin froh, dass ich das so nicht erleben muss. Denn als betroffener Schüler stelle ich es mir grausam vor. Ich bin immer wieder erschüttert über so etwas .. warum machen Menschen so etwas?

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  5. Ich hatte mir mehr Emotionen erhofft wenn ich ehrlich bin... Und ich finde es schade, dass die Figuren so sehr in gut und böse unterteilt werden

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