Sonntag, 20. Januar 2013

[Rezension] Anna Carey - Eve & Caleb

Band 1 der Trilogie: Wo Licht war

LOEWE
ISBN: 9783785571033
303 Seiten - Taschenbuch - 8,95 Euro
Erschienen: Januar 2013
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Genre: Dystopie
ebook-Version: gibt es nicht

Die Autorin:
Anna Carey wuchs in Long Island auf und wollte als Kind Malerin, Staatsanwältin, Flötistin, Physiotherapeut oder Grafikdesignerin werden. Sie entschloss sich schließlich, Bücher zu schreiben, da sie als Autorin alle ihre Kindheitsträume verfolgen konnte. Sie studierte Literatur und Kreatives Schreiben an der New York University und arbeitete als Lektor für Kinder- und Jugendbücher. „Wo Licht war“ ist ihr erster Jugendroman.






Inhalt:
Dein Leben nach der großen Seuche scheint perfekt. Bald hast Du die Schule hinter Dir, Du bist die Beste Deines Jahrgangs. Du wirst die Abschlussrede halten und danach einen ehrenwerten Beruf erlernen. Nur darauf hast Du hingearbeitet. Und dann reichen ein paar Worte und nichts ist mehr wie es war und Du musst akzeptieren, dass nichts stimmt, das alles anders ist und Du musst versuchen, das bisschen Leben zu retten, das Dir bleibt. Doch allein wirst Du es nicht schaffen und der Einzige, dem Du vertrauen kannst ist der, vor dem Du ein Leben lang gewarnt wurdest. Wie wirst Du Dich entscheiden?

Meine Meinung:
Es ist ein wirklich gutes Buch. Direkt auf den ersten Seiten packt es Dich und zieht Dich mit. Der Schreibstil der Autorin, leicht und doch eindringlich, lässt nicht zu, dass Du das Buch weglegst. Es zeichnet Dir den typischen Verlauf einer Dystopie. Eine große Seuche, nichts ist mehr wie es war. Du kannst das Grau förmlich spüren. Und doch, auch diese Geschichte ist wieder ein bisschen anders.

Das, vor dem Eve flüchtet, was ihr Schicksal gewesen wäre ist ein Bild voller Grausamkeit. Man möchte sich so etwas gar nicht vorstellen müssen. Um so schöner ist es, dass Eve die Flucht gelingt. Und sie muss ausgerechnet einem Mann vertrauen - Caleb. Eins der Wesen, vor dem man sie ihr ganzes Leben gewarnt hat. Doch dieses Buch zeigt wieder einmal, was wir eigentlich alle hoffen. Das die Liebe siegen kann. Das Gefühle Urinstinkte sind und uns den einzig richtigen Weg zeigen können. Wenn wir Mut haben und uns darauf einlassen. Es zeigt, dass Liebe wehtut, das sie verletzend sein kann und dass sie das größte Opfer sein kann, dass Du zu geben bereit bist.

Einen Absatz habe ich Euch mitgebracht, den ich sehr sehr schön fand. Eves Gedanken darüber, dass die Liebe nur Manipulation, nur Illusion war: "Doch darunter gab es irgendwo in mir ein tieferes Wissen. Es besetzte einen Plan, den weder Angst noch eine sorgfältige Ausbildung berühren konnten. Es war die Art, wie Caleb damals im Wald völlig falsch gesungen hatte, wie er einfach den Kopf zurückgeworfen und losgesungen hatte und seine Stimme von den Bäumen zurückgeworfen wurde. Es war das Essen, das jeden Morgen und jeden Abend für uns bereitstand, die unbeholfen zusammengelegten Handtücher und Hemden, das Badewasser, das er ungefragt für Arden heranschleppte."

Eigentlich keine großartigen Aussagen und doch sagen sie einfach alles aus, findet Ihr nicht?

Glück? Habe ich trotz allem bei diesem Buch nicht spüren können. Zu stark ist das Negative, das hinter allem lauert, das scheinbar alles Schöne vernichten möchte. Selbst unter den Ausgestoßenen ist der mieseste König.  Und doch, dann gibt es wieder Momente, die hoffen lassen, die zeigen, es kann anders funktionieren.

Ehrlich gesagt bin ich bei diesem Buch auch etwas unschlüssig. Für mich war vieles zu kurz. Vieles unausgesprochen. So vieles hätte ich gern ausführlicher gehabt, mehr Hintergründe, hätte länger verweilt. Weiß nicht, warum etwas überholt ist, was das Neue ist. Und doch, auf der anderen Seite, war es auch genau richtig so. Nicht alles muss man endlos zerkauen, oder?

Das Ende ist .. unerwartet. Ich hatte damit nicht gerechnet. Doch ich habe erleichtert aufgeatmet als ich danach sah, es ist "nur" ein erster Teil einer Trilogie. Es war nicht das Ende. Und das ist gut so, denn es war nicht mein Ende.

Ein Wort möchte ich noch zum Cover und Preis sagen. Ich finde, der Preis ist wirklich super. Endlich mal ein Jugendbuch, das nicht fest gebunden ist, das vernünftig ist vom Preis her, so dass auch Jugendliche die Möglichkeit haben zuzugreifen. Egal wie schön gebundene Bücher sind, wichtig ist doch, dass der Inhalt dort ankommt, wo er hinsoll. Zu den Jugendlichen. Und die Optik - auch wenn nichts hervorgehoben ist - ich finde das Cover wunderschön, ein absoluter Blickfänger. Es war der Grund, warum ich das Buch zuerst lesen wollte!

Fazit:
Ein wirklich toller Beginn einer Trilogie, der mir allerdings zu viele Fragen offen lässt, zuviele Rätsel nicht auflöst. Sicherlich geschickt, um Neugier auf die weiteren zu wecken, dennoch an manchen Stellen etwas nervig, weil man nicht weiß, ob etwas später noch geklärt wird. Doch es ist ganz klar, diese Trilogie muss ich unbedingt weiter lesen!

Meine Wertung:



Kommentare:

  1. Wieder mal sehr schön geschrieben. Deine Rezensionen sind immer sehr Aussagekräftig, dass liebe ich!

    Das Buch steht schon auf meiner Wunschliste ;-)

    Liebe Grüße
    Vanessa

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  2. Sehr reizvoll. Ich denke, ich werde es mir besorgen. Das Cover ist einfach irgendwie voll schlicht und schön. :)

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  3. Eine tolle Rezi!
    Das klingt wirklich spannend Fabella. Ich denke das Buch wandert auch auf die Bücherliste. :)

    LG
    Lilly

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