Dienstag, 9. Oktober 2012

[Rezension] Nicole Joens - Maria sucht Josef

Piper
ISBN: 9783492274036
352 Seiten - Taschenbuch - 8,99 Euro
Erschienen: 01.11.2010
Altersempfehlung: ?
Genre: Frauenroman

ebook-Version: KLICK - 7,49 Euro

Die Autorin:
Nicole Joens, geboren 1961 in München, wanderte nach dem Abitur ohne einen Penny für sieben Lehrjahre nach New York aus und kehrte 1990 zurück, um in ihrer Muttersprache zu schreiben, zunächst viele Drehbücher. Ab 1995 glückliche Mutter von Zwillingen, aber unglückliche Ehefrau, danach viel zu lange allein erziehend, doch seit 2006 endlich glücklich verheiratet und entspannt erziehend. Innerlich liegt sie deshalb jedem Josef dieser Welt zu Füßen. Sie lebt und schreibt in München und im Chiemgau. 




Mein herzlicher Dank geht an die Autorin, die mir dieses schöne Buch schenkte!

Inhalt:
Miriam ist verzweifelt. Es ist kurz vor Weihnachten, sie ist hochschwanger, die zwei kleinen Kinder ihrer verstorbenen Schwester hängen an ihren Rockzipfeln und sie ist völlig pleite. Das Jugendamt ist dabei, ihr die Kinder wegzunehmen, da sie keinen Job vorweisen kann. Doch wer stellt schon eine hochschwangere Frau ein. Sie droht ihre Wohnung zu verlieren, denn auch dort ist sie seit Monaten im Rückstand. Sie nimmt allen Mut zusammen und nimmt ein Taxi um zu einer Hebamme zu fahren, die bekannt ist für Verschwiegenheit. Und sie weiß, sie wird das Taxi nicht bezahlen können. Doch sie ist so verzweifelt, dass sie keinen anderen Ausweg sieht. Der Taxifahrer Joe - ein bayerischer Cowboy - ahnt von all dem Unglück nichts. Und auch nicht, dass sich gerade sein komplettes Leben verändert.

Meine Meinung:
Ein wirklich wundervolles Buch, dessen Hauptteil eigentlich an einem Tag spielt. Dem Tag, als Miriam zu Joe ins Taxi steigt. Und obwohl es eine weihnachtliche Liebesgeschichte sein soll, hatte ich mehr das Gefühl in einem Drama gelandet zu sein. Einem guten, dennoch einem Drama. Das Buch hat mich über weite Teile wirklich zu Tränen gerührt über die Verzweiflung Miriams, über die Härte der Behörden und darüber, wie wenig man selbst sich manchmal Gedanken über andere macht und wie schnell man andere in eine Schublade steckt. So wie es Miriam hier geht. Jeder sieht nur dass sie hochschwanger ohne Vater ist, dass sie die zwei Kinder ihrer verstorbenen Schwester finanziell nicht versorgen kann. Doch keiner sieht ihr Leid, ihren Kampf, ihre Liebe.

Zwischendurch dreht das Buch immer ein bisschen ab - das waren die Parts, die mir nicht ganz so gefielen. Wenn Miriam sich in ihre innere Welt zurück zieht. In eine Fantasiewelt. Um Kraft zu tanken. Zwar verständlich auf der einen, jedoch völlig überzogen an manchen Stellen. Ich glaube, da bin ich zu viel Realist, um solche Reisen nachvollziehen zu können, wo es Miriam scheinbar egal ist, was rund um sie herum geschieht.

Bei Joe war ich nie sicher, ob ich ihn umarmen oder würgen möchte. Auf der einen Seite selbst völlig verzweifelt und mit Problemen belastet wirkt er ruppig, gefühllos, genervt. Doch dann wieder ist er auch einfühlsam, geduldig, selbstlos. Ein ständiger Wechsel, der zuweilen ein bisschen anstrengend aber doch liebenswert ist. Man kann seine Zerrissenheit unglaublich gut spüren in diesen Zeilen.

Allgemein war es ein Buch, was mich sofort auf den ersten Seiten packte und mitnahm auf seine Reise. Ob es eine weihnachtliche Geschichte ist .. nun ja, sie spielt halt um Weihnachten herum. Macht das eine weihnachtliche Geschichte aus, ich weiß es nicht. Doch es ist ein Buch, das einem die Kälte des Winters, des Schnees und der Menschen sehr gut vermittelt und ich war froh, dass ich es gemütlich unter der Decke liegend lesen konnte.

Das Buch wird übrigens verfilmt und ich freue mich jetzt schon darauf, es irgendwann zu sehen und bin gespannt, wie die Charaktere dort dargestellt werden!

Fazit:
Eine weihnachtliche Liebesgeschichte, die traurig macht. Die aber auch ein bisschen die Augen öffnet, dass wir nicht immer zu vorschnell mit Vorurteilen sein sollten. Und die uns zeigt, dass es auch noch gute Menschen gibt, auch wenn diese zuweilen eine raue Schale haben.

Meine Wertung:


1 Kommentar:

  1. Hoi Fabella

    Den Titel musste ich mir glei notieren, denn vielleicht ist das Buch etwas für meinen diesjährigen Adventskalender. Danke für den Tipp :-)

    lG Favola

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