Samstag, 20. Oktober 2012

[Rezension] Juliane Ungaenz - Beziehungsstatus: Verliebt in Facebook

BOD
ISBN: 9783848226634
184 Seiten - Taschenbuch - 13,90 Euro
Erschienen: 04.10.2012

Altersempfehlung: ? - Mein Tipp: ab 16

ebook-Version: Gibts leider nicht

Die Autorin:
Seit 2011 bloggt Juliane auf www.immerabgelenkt.de über Emotionen, Eskapaden und Eskapismus in der Netzwelt. Neujahr 2012 schrieb sie ins Blog, sie wolle ein Buch schreiben, wie man das sektgelaunt, pre-kateresque eben so tut. (Als ob Ihr nicht schon auf seltsamere Vorsätze gekommen wärt, an Neujahr, fernab jeder realistischen Selbsteinschätzung?!) Doch dann wollten Blogleserinnen und –leser wissen, was denn nun sei, mit dem Buch, dem Roman, dem unterhaltsamen Meisterwerk zu Facebook und der Liebe. Und so schrieb sie, eines schönen Tages, ein ganzes Buch, einen unterhaltsamen, erklärenden, analysierenden und ganz eigenen Roman mit dem Titel „Beziehungsstatus: Verliebt in facebook“.
Den Blog verfolge ich übrigens auch sehr gerne, schaut mal rein, denn sie schreibt wirklich brilliant: http://immerabgelenkt.wordpress.com/


Ich danke der Autorin für diese andere Art der Unterhaltung. Es war wirklich eine humorvolle Abwechslung!

Inhalt:
Eine Mischung aus beiläufigen Geschichten über oberflächliche Personen, die Facebook nutzen und Informationen über Facebook, die der - halbwegs intelligente - Facebook-Nutzer längst selbst herausgefunden hat. Erzählt in einem teils umständlich, zu Fremdwörtern neigenden, auf der anderen Seite aber wirklich witzigem Schreibstil. Das Buch versucht uns Facebook, seine Nutzer und seinen Sinn näherzubringen. 

Meine Meinung:
Wirklich, wirklich schwierig. Wer hier einen leicht zu lesenden, humorvollen Roman erwartet oder erhofft, dem sei gesagt, er ist zu 100% falsch. Gut, humorvoll lasse ich durchgehen, das ist es. Aber Roman ganz sicher nicht. Zumindest nicht in meinen Augen. Ein Roman hat für mich einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende. Dieses Buch beginnt mittendrin und endet irgendwie am Anfang .. schwer zu erklären.

Die Autorin beschreibt uns eigentlich nur Dinge, die wir selbst auf Facebook wohl schon alle erlebt haben. Sei es typische Fotos der jugendlichen Generation, meist von oben links gemacht, so dass ein Auge monströs zu erkennen ist, der Rest dann eher in der Verschwommenheit verschwindet oder aber auch solche Sachen wie "heutzutage löst man seine Beziehungen über seinen Status bei Facebook auf".

Außerdem sucht sie sich zusätzlich noch drei verschiedene Gruppen Protagonisten, deren Sinn ich irgendwie selbst am Ende nicht verstanden habe. Zweimal geht es um mehr oder minder Paarungsfindung, einmal um drei Freundinnen, die im Urlaub zuviel von sich auf Facebook preisgeben. Und natürlich der Umgang aller dieser Personen mit Facebook. Wenn man im Laufe des Buches diese drei Gruppen so beobachtet und überlegt, dass sie als Beispiele für Facebook gewählt wurden, hat man den Eindruck, die Autorin hält alle bei Facebook angemeldeten Nutzer für arg unterbelichtet. Vielleicht war es aber auch nur ein gewollter Zufall, dass nur solche Menschen ausgewählt wurden. Gut, dass ich mich glücklich schätzen kann, solchen Leuten (fast) noch nie auf Facebook begegnet zu sein, und wenn .. gut dass man auch entfreunden kann und dann Ruhe hat. Ob derjenige von mir danach noch was lesen kann, ist mir relativ schnuppe, wichtig ist: Ich muss diese Leute nicht mehr ertragen ;-)

Eine der "Protagonisten" wird zudem als extrem internet- (oder sollte ich eher sagen sozial-media-)süchtig dargestellt. Sicher, solche Menschen wird es geben, aber mich würde interessieren, wie viel Prozent sie tatsächlich ausmachen .. auch darüber wird’s garantiert eine  Statistik geben :). Ich liebe meinen PC, Facebook und die Menschen mit denen ich dort täglich Kontakt habe. Habe ich Zugang, nutze ich es, warum auch nicht, dafür ist es schließlich da. Aber habe ich  keinen Zugang.. nunja, dann ist das halt so. Und ich denke, genau so wird es wohl den meisten gehen, oder?

Na, habt Ihr mein Geschreibsel bis hier ertragen? Dann glaubt mir, ich fand das Buch gar nicht mal schlecht, sonst hätte ichs wohl nicht bis zum Ende gelesen. Allerdings … ich fand es oft mühselig. Mir waren es zu viele Fremdworte (und nein, ich bin nicht der Meinung jedes Fremdwort kennen zu müssen, die anderen vielleicht absolut geläufig sind), aber vor allem zu viele Klischees. Nichts desto trotz hat die Autorin einen wirklich tollen Humor und ich konnte an vielen Stellen herzhaft lachen. Derzeit überlege ich ernsthaft, ob ich mir einen Hamster zulegen soll, er war glaube ich das intelligenteste Wesen im ganzen Buch ;-)


Fazit:
Eher eine Beschreibung von Facebook und seinen typischen klischeehaften Nutzern, als wirklich ein Roman. Wer Humor sucht, der ist hier sicher gut aufgehoben. Kaufempfehlung: Das muss hier wohl jeder selbst entscheiden, da mag ich keine Stellung zu  nehmen. Ich fand es sehr nett, es einmal zu lesen. 

Meine Wertung:

Kommentare:

  1. Hab mir das Buch letzte Woche auch mal gekauft, bin zufällig bei Amazon drüber gestolpert. Ein Roman ist das sicher nicht, aber dafür eine Satire.. und ich finds eigentlich gut, dass es nicht so lahm-belletristisch geschrieben ist. Klischees werden in Satiren immer bedient, das ist ja ein Muss; und wenn man Fremdwörter nicht versteht, naja, dann braucht man es nicht zu lesen. Ich werde facebook deswegen nicht weniger nutzen, fand es amüsant und teilweise auch lehrreich (obwohl ich mich als halbwegs intelligenten Nutzer bezeichnen möchte ;).

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  2. @Maike: Bist wohl ein ganz kluges Köpfchen, was?
    Schon mal drüber nachgedacht, dass man vorher nicht weiß, was in einem Buch passiert?
    Die Rezension ist fundiert und objektiv. Jeder hat seine eigene Meinung und die wurde hier sehr gut niedergelegt.
    Musst sie ja nicht lesen, wenn sie dir nicht passt, Fabella weiß nämlich was sie tut.

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  3. Das Buch habe ich inzwischen ebenfalls gelesen, wenn auch nicht gekauft. Insgesamt hat es mir gut gefallen, auch wenn es vielleicht nicht perfekt ist. Ob das Buch nun ein Roman ist (oder auch nicht) interessiert mich dabei weniger. Der Humor der Autorin hingegen hat mich begeistert.

    Das Buch kann ich weiterempfehlen. Diese Rezension hier allerdings nicht. Ein Buch zu kritisieren ist jedem freigestellt, allerdings sollte man dabei objektiv bleiben.

    Zitat:
    "Eine Mischung aus beiläufigen Geschichten über oberflächliche Personen, die Facebook nutzen und Informationen über Facebook, die der - halbwegs intelligente - Facebook-Nutzer längst selbst herausgefunden hat."

    Jeder - halbwegs intelligente - Mensch würde diesen Satz wohl kaum neutral deuten.

    Ebenso sehe ich es als selbstverständlich, dass ein Blog auch ebenso kritisiert werden kann.

    Zitat:
    "@Maike: Bist wohl ein ganz kluges Köpfchen, was?"

    Eine Meinung kann man gern bestreiten, aber dieser Satz hat wohl niemanden geholfen, außer zu provozieren.

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    1. Björn: Bitte überlasse es mir, wie ich meine Rezensionen gestalte, ich schreibe Dir die Deinen ja auch nicht vor. Und auch, wenn es Dich eigentlich nichts angeht .. die Autorin fand meine Rezension gut ... und sie ist froh, meinen Blickwinkel zu kennen. Die Details jedoch werde ich Dir hier nicht ausbreiten, das würde dann doch zu weit gehen.

      Übrigens .. Deine Art ist auch provozierend .. denn wer meinst Du bist Du, dass Du auf meinem Blog mir erzählst, was ich machen darf und was nicht? Und was andere Menschen hier sagen dürfen in den Kommentaren und was nicht? Das ist keinen Deut besser kann ich da nur sagen. Also bitte das nächste Mal erst vor der eigenen Tür kehren.

      Ich sage immer meine Meinung, so wie ich sie empfinde. Ich bin kein Buchkritiker sondern privater Leser. Und bislang .. gefiel es jedem Autor .. und deren Meinungen sind mir dann doch wichtiger.

      Und Deine Meinung über das Buch, ob es Dir egal ist was es ist oder nicht, das darfst Du gern in eigenen Rezensionen schreiben. Da freut sich jeder Autor drüber. Hier als Kommentar liest es eh keiner - bzw. interessiert es auch nicht wirklich.

      Und auch Du hast Bücherwürmchens Eintrag nicht aufmerksam gelesen .. denn: Wie soll ich wissen, dass ein Buch sehr viele Fremdwörter enthält, wenn ich das Buch nicht gelesen habe? Zu sagen, wer es nicht versteht sollte es nicht kaufen, macht recht wenig Sinn, wenn man den Inhalt vorher nicht kennt .. nicht mehr oder weniger wollte Bücherwürmchen ausdrücken. Und damit hat sie recht.

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    2. Björn: Vielleicht erst mal den ganzen Kommentar lesen, bevor man andere persönlich angreift. Nur ein kleiner Rat von noch einem halbwegs intelligenten Menschen, wo wir schon mal dabei sind.

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