Freitag, 13. Januar 2012

[Rezension] Ali Shaw - Das Mädchen mit den gläsernen Füßen

script5
ISBN: 9783839001318
400 Seiten - gebundene Ausgabe - 19,95 Euro

Der Autor:
Ali Shaw wurde 1982 geboren und wuchs in einer kleinen Stadt in dorset, Großbritannien, auf. Nach seinem Abschluss in Englischer Literatur arbeitete er als Buchhändler und in einer Bibliothek in Oxford. Sein Debüt "Das Mädchen mit den gläsernen Füße" war ein großer Überraschungserfolg und wurde in 18 Sprachen übersetzt. 

Der Inhalt:
Wir begegnen den unterschiedlichsten Menschen. Sie alle haben etwa gemeinsam - sie leben auf St. Hauda's Land - eine Inselgruppe. Und so wundersam die Umgebung ist, so wundersam sind auch die Menschen, die hier leben. Der menschenscheue Midas, der Fotografie liebt, Carl, George, Denver, Henry und ein paar mehr. Und hierhin zieht es Ida zurück, die hofft, daß sie hier Hilfe findet. Denn sie wird langsam aber sicher zu Glas. Und während sie Hilfe sucht, findet sie die Liebe.

Meine Meinung:
Tja, wo fange ich an. Zunächst vielleicht damit, daß meine Erwartungen an dieses Buch sehr sehr hoch waren. Wurde es von vielen doch unheimlich gelobt: "außergewöhnlich" "unbeschreiblich" "so was habe ich noch nie gelesen".

Vorab vielleicht noch … die Idee, die hinter diesem Buch steckt fand ich von der Vorstellung her super spannend und magisch. Die Umsetzung nicht.

Denn meine Erwartungen konnte es leider überhaupt nicht erfüllen. Eigentlich sollte das Buch eher den Titel haben: "Der Junge, der das Mädchen mit den gläsernen Füßen traf". Man könnte vielleicht noch ein "flüchtig" oder ein "gelegentlich" vor das Wort traf setzen, denn das würde in etwa das Buch beschreiben.

Eigentliche Hauptperson des Buches ist Midas. Midas Gegenwart und vor allem Midas Vergangenheit. Dabei springt das Buch wild in den verschiedenen Vergangenheiten von Midas hin und her. Mal weiter zurück, dann wieder nicht so weit, dann weiter. Schildert dort seinen Vater, der ebenfalls Midas hieß, und seine Mutter. Das soll wohl erklären, warum Midas ist, wie er ist. Warum das aber in dem Buch eine Rolle spielen soll, verstehe ich nicht wirklich. Denn wer wirklich so verkorkst ist, wie Midas hingestellt wird, ändert sich nicht durch eine List eines Freundes von heute auf morgen.

Aber genau so große Rollen in dem Buch spielen Carl, der irgendwie eine Beziehung zu Idas Mutter hatte und sich nun  Idas Leben annimmt. Ich habe bis zum Ende nicht wirklich verstanden, was er denn nun von dem Mädchen wollte und was nicht. Genau so eine Rolle spielt aber irgendwie das Leben von Midas Vater. Oder aber auch Henrys - dem eigensinnigen Einsiedler, der mit Midas Mutter bekannt war, jedoch lange bevor es Midas gab. Ansonsten könnten wir vielleicht noch  George - Midas Freund - und dessen Tochter Denver nennen. Sie alle kommen irgendwie häufiger vor, als Ida selbst.



Und dabei ist es doch eigentlich Idas Leben um das es geht - das Mädchen, das sich in Glas verwandelt und nicht weiß, was es dagegen machen soll. Wo blieben die Gefühle Idas. Ihre Verzweiflung. Ich würde durchdrehen. Doch Idas Gefühle werden nur selten und sehr beiläufig beschrieben. Spielt sie in diesem Buch also doch keine große Rolle? Warum dann der Titel?

Und dann gibt es noch ein paar außergewöhnliche Wesen, die gehegt und gepflegt werden, die aber eigentlich auch keine Rolle für dieses  Buch spielen, die einfach da sind. Wobei ihre Beschreibungen noch das Unterhaltsamste im ganzen Buch für mich waren. Sehr niedlich!

So und was haben nun alle diese Personen gemeinsam? Also außer, daß sie sich alle auf einer Insel befinden / befanden und irgendwie alle untereinander kannten und eigentlich alle verkorkst sind in einer Art, die gar nicht genau nachvollziehbar ist, haben sie gar nichts miteinander zu tun. Eigentlich lebt(e) jeder für sich selbst … war sich selbst der nächste.

Und wo war die große Liebe? Ich habe sie zwischen den vielen Worten nicht fühlen können .... ich muß also laut Aussage der New York Times ein Herz aus Glas haben ....

Also ich glaube, entweder kommt man mit diesem merkwürdigen Stil des Buches und dem wenigen Inhalt klar und liebt es - oder man kann wie ich einfach gar nichts damit anfangen.

Das schönste am Buch war für mich definitiv die Optik. Es ist einfach ein Hingucker mit seinem silbernen Schnitt, mit den ganzen Gräserdekos zu Beginn eines jeden Kapitels und auch das Schutzcover ist einfach ein Streichler. 

Fazit: 
Das ist so überhaupt nicht mein Buch gewesen. Mir fehlt bis jetzt der Sinn - falls es überhaupt einen hatte. Ich denke, man muß einfach mit dem leichten Schreibstil des Autors konform gehen, um dieses Buch zu mögen. Daher möchte ich hier weder eine Kaufablehnung noch eine Kaufempfehlung aussprechen. 

Den Trailer zum Buch möchte ich Euch gern noch zeigen - er ist wie das Cover finde ich - super schön:








Ich bedanke mich ganz herzlich für das Rezensionsexemplar bei:



Meine Wertung:  für die kleinen Wesen, die Idee, die hinter dem Buch steckt und die Optik des Buches:




Kommentare:

  1. www.gabriella-engelmann.de13. Januar 2012 um 18:20

    Wie gut, dass ich deine Rezi lese, denn ich hatte schon darüber nachgedacht, mir das Buch zu kaufen. Danke wie immer, liebe Fabella für dein Urteil - und dafür, dass du deine Meinung so toll begründest. Gabriella

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  2. Endlich mal eine kritische Rezi!! Bei mir liegt das Buch dank der vielen positiven Rezis nämlich schon auf der WL. JEtzt werde ich es erst mal wieder ein wenig nach hinten schieben.
    LG Isabel

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  3. Meine Erwartungen wurden hier ebenfalls enttäuscht...
    Das Buch sieht einfach wunderschön aus und auch die Idee hört sich total interessant an. Aber leider hat mir die Umsetzung garnicht gut gefallen :(

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  4. Gut eine kritische Rezension zu lesen. Ich habe auch schon in anderen Rezensionen gelesen das Ida gar nicht so eine große Rolle spielt und die Auflösung am Ende (da z.B. die Tiere keine Bedeutung für das Ende hatten)nicht so ganz überzeugt...
    Ich werde mir das Buch wohl eher nicht kaufen.

    LG Anni

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  5. wie du ja gelesen hast, sprichst du mir aus der Seele ;) Gratulation für's dujrch beissen. Ich hab ebenfalls die Zähne zusammengebissen und die letzten 200 Seiten in einem Zug gelesen. Quasi ein Buch gefüllt mit Worten aber ohne wirklichen Inhalt :D

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  6. Ja also wenn die Erwartungen an einem Buch ziemlich hoch sind, ist man natürlich umso enttäuschter wenn diese nicht erfüllt werden. Und auch ist hier dann der Titel des Buches wohl nicht ganz so passend.
    Nun ja es bleibt auf meinem Wunschzettel, aber ich werde es mir wohl mal schenken lass, bevor ich das Geld dafür ausgebe.
    LG Alice

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  7. Ich habe mir so etwas schon gedacht, für mich wäre dieses Buch glaube ich auch nichts. Ob der Verlag mit der tollen Covergestaltung über den eher laschen Inhalt hinweg täuschen wollte?? Naja, ich möchte ja niemandem etwas unterstellen ;)
    LG
    Anja

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  8. Huch Fabella, als ich deine Bewertung las, dachte ich an einen Punkt. War ganz erstaunt, dass du am Ende drei Herzen gibst, für ein Buch das gar nicht deines war. Ich gehöre zur Befürworterfraktion der Geschichte, sehe es aber auch so, dass man sie entweder mag und sich damit wohl fühlt, oder gar nichts damit anfangen kann.
    LG,
    Damaris

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