Mittwoch, 23. November 2011

[Rezension] Lauren Oliver - delirium

[amor deliria nervosa]

Carlsen
ISBN: 9783551582324
411 Seiten - gebundene Ausgabe

Die Autorin:
Schon als Kind hat Lauren Oliver leidenschaftlich gern Bücher gelesen und dann Fortsetzungen dazu geschrieben. Irgendwann wurden daraus ihre eigenen Geschichten. Sie hat Philosophie und Literatur studiert und kurz bei einem Verlag in New York gearbeitet. Dort bestand ihr Beitrag hauptsächlich darin, die Kleiderordnung zu missachten und immer wieder den Drucker kaputt zu machen. Lauren Oliver lebt in Brooklyn.

Inhalt:
Lena fiebert ihrem 18. Geburtstag entgegen, zählt die Tage. Denn an diesem Tag wird sie endlich geheilt. Durch einen kleinen Eingriff wird sie die schlimmste aller Krankheiten nie bekommen. Die Liebe. Sie wird ein ruhiges, emotionsloses Leben führen. Bestimmt von der Gesellschaft. So kennt sie es, so ist sie aufgewachsen. Und sie kennt aus eigener Erfahrung, wie tödlich die Liebe sein kann. Doch dann trifft sie auf Alex und alles ändert sich. Langsam, schleichend. Auf einmal vergehen die Tage bis zum ihrem Geburtstag viel zu schnell. Etwas in ihr lehnt sich auf, will sich befreien. Denn was sie nun fühlt, das kann nicht schlecht sein. Und sie beginnt erstmals an dem von ihr so geschätzten System zu zweifeln.

Meine Meinung:
Unglaublich. Delirium ist endlich mal wieder ein Buch, was tief unter die Haut geht, sich dort einnistet und festklammert und auch nicht losläßt. Es ist deprimierend, düster, tragisch und doch so voller Hoffnung, daß es fast weh tut, es zu lesen. Und es packt einen, läßt nicht los, läßt nicht zu, daß man es zur Seite legt. Und so habe ich mich ihm gebeugt, habe es festgehalten, fast in einem Rutsch gelesen und ganz fürchterlich geweint. Und eigentlich bin ich immer noch sprachlos.

Doch mal zum Beginn. Die Geschichte in ihren Grundzügen ist uns nicht unbekannt. Sie ist beliebt in Dystopien. Gefühle sind verboten, die Liebe ist etwas schlechtes, Individualität ist nicht gewünscht. Dem System treu ergeben, folgsam, unauffällig. So ist  Lenas Heimat auch. Wir fühlen uns, als würden wir bekanntes Gelände betreten. Und genau so bekannt ist es, daß jemand ausbricht, es in Frage stellt, rebelliert. Auch nichts neues.

Und doch ... ist es immer wieder neu. Beeinflußt von den Gefühlen der Autorin, der Härte oder Milde der Autorin, der Güte und dem Hang zu tragischen oder glücklichen Ausgängen. Und genau so ist es hier auch. Die Autorin wechselt immer mal wieder. So führt sie die Gefühle des Lesers fast schon gegen sie - für sie ... unabhängig vom Buch. Ich habe nicht selten gedacht: Das kann sie jetzt nicht machen, das ist nicht ihr ernst - und dann wieder .. oh sie wendet es, ich bin erleichtert, sie hat doch ein Herz .. um kurz darauf wieder zu drehen.

Ich habe mit den Protagonisten gelacht, geweint, die Freiheit gespürt, die Maschen des Systems, die sich immer enger zogen, die Grausamkeiten, die keiner wußte erlebt. Ich habe die Sonnenstrahlen im Sonnenuntergang gefühlt, die Freiheit des Laufens, der Geschwindigkeit. Die Gefühle, die Musik erzeugen kann, die Gänsehaut, die einem vor Glück aber auch vor Furcht über die Arme läuft. Gehofft, gebangt und am Ende doch verloren. Ich kann nicht mehr dazu sagen, Ihr müßt es selbst erleben, denn jedes Wort mehr würde Euch das Ende verraten. Und das wäre ja fatal.

Die Autorin versteht es in meinen Augen einfach wunderbar mit Worten umzugehen. Leicht, und doch irgendwie tief. Grausam und doch Hoffnung verbreitend. Es war einfach nur wundervoll, sie zu begleiten. Auch wenn ich immer noch nicht weiß, ob ich sie hassen oder lieben soll .. die Autorin meine ich :-)

Einen Satz habe ich Euch auch mitgebracht: "Hier wäre alles möglich, und als er sich runterbeugt, um mich zu küssen, ist es, als ob in meiner Brust das Gewicht der samtigen Dunkelheit um uns herum klopft und das sanfte Flattern der Bäume, das Trippel-Trappel der unsichtbaren Tiere. Es gibt mir das Gefühl, als würde ich mich in der Nacht auflösen und zerfließen."

Fazit: Es ist tragisch, düster und unendlich traurig. Und es bringt Licht, Liebe und Hoffnung. Es ist einfach zu gefühlschaotisch um es objektiv zu beschreiben. Es ist ein absolutes Lese-Muss in meinen Augen! Seit der Märchenerzähler ist mir kein Buch mehr so nah gegangen. Und nur beim Schreiben der Rezension hab ich wieder einen Kloß im Hals und ein Brennen in den Augen.

Meine Wertung:



Kommentare:

  1. Oh waaaaah, haben will!!!!
    LG Claudia

    AntwortenLöschen
  2. Lach .. sorry .. das bleibt definitiv hier, sonst hätt ichs Dir schon angeboten .. aber es hat sich wirklich gelohnt zu kaufen, finde ich!

    AntwortenLöschen
  3. Du hast mich inspiriert auch mal meine Buch/Musik - Aktivitäten in einem Blog festzuhalten :)

    http://blinded-masquerade.blogspot.com/2011/11/here-i-am.html :)

    Lg Jessy

    AntwortenLöschen
  4. Huhu

    Schöne Rezension!
    Ein Buch was ich auch noch unbedingt haben möchte.=)

    Aber erst einmal muss ich von meinem SUB runter kommen -.-*

    LG Sumpflicht

    AntwortenLöschen
  5. So ging es mir auch, als ich Delirium gelesen habe :) Aufjedenfall eines meiner Lieblingsbücher!

    AntwortenLöschen
  6. Ich schließe mich katrin.books und dir an. GENAU so ging's mir auch beim Lesen. Gänsehaut pur und das Ende - uaaahhh schnief!!! Habe es auch mit 5 Sternen Lieblingsbuchstatus bewertet u. bleibt auch in meinem Regal!
    LG,
    Damaris

    AntwortenLöschen