Donnerstag, 20. Oktober 2011

[Rezension] Lisa Cach - Eternally

Selbst die Ewigkeit kann uns nicht trennen

Ink Egmont
ISBN: 9783863960193
347 Seiten - gebundene Ausgabe

Die Autorin:
Nach Jobs als Englischlehrerin in Japan und Telefonseelsorgerin für eine Psychokrisen-Hotline ist Lisa Cach überglücklich, daß ARbeit mittlerweile bedeutet, Liebensgeschichten mit Zeitreisenden, Geistern und Zombies zu schreiben. Das verregnete Seattle ist ihr Zuhause, und obwohl sie die Stadt liebt, nutzt sie jede Gelegenheit in die Ferne zu reisen. Zum Beispiel nach Kathmandu, in die Urwälder von Borneo, in rumänische Dörfer und zu mehr europäischen Schlössern, als sie oder ihr inzwischen etwas ermüdeter Ehemann zählen können. Die diplomierte Sprechwissenschaftlerin hat sich nach dem Studium eher der Praxis als der Theorie verschrieben und arbeitet seither als Sprecherzieherin an diversen Schauspielschulen im deutschsprachigen Raum. Daneben ist sie immer wieder als Sprecherin für Hörspiele und Hörbücher gefragt.

Inhalt:
Caitlyn erhält für sie völlig überraschend ein Stipendium in einem französischen Internat, dem Chateau de la Fortune. Die Schwestern dort hoffen, in ihr etwas zu entdecken, was sie selbst noch nicht entdeckt  hat. Da Caitlyn sich in ihrem Zuhause in Oregon sowieso immer Fehl am Platze vorkam, willigt sie ein, obwohl sie große Angst vor diesem Schritt hat. Doch sie hofft, daß mit dieser Veränderung ihres Lebens auch ihre furchtbaren Träume enden, die sie fast jede Nacht quälen. Sie nennt sie die Kreischer, denn es sind Personen mit verzerrten, verschwommenen Gesichtern, die furchterregend ihre Gesichter verziehen und Kreischen. Doch bereits auf der Fahrt in das Internat erlebt sie einen ganz anderen Traum. Sie trifft Raphael - er ist der Ritter der Kelche, da ist sie sich sicher, den ihr ihre verstorbene Mutter in einem Traum gezeigt hat. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen, Seelenverwandt. Doch wie kann sie etwas lieben, was nur in ihren Träumen existiert. Und doch, bald ist sie sich nicht mehr sicher, was ist Traum, was Realität?

Meine Meinung:
Der Anfang des Buches plätschert sehr nett und sehr bekannt dahin. Ein armes Mädchen bekommt ein Stipendium für eine Elite-Schule. Es geht nicht alles mit rechten Dingen zu, Schwarze Frauen und böse Geister lauern. Mal ganz abgesehen von den typischen Schulzicken, auch wenn sie hier nur schwach vorhanden sind.

Es klingt also wie eine Geschichte, die wir in letzter Zeit öfter einmal lesen können. Doch dann zieht mich das Buch plötzlich doch in seinen Bann, denn es ändert sich etwas. Nicht irgendwelche unheimlichen, unmenschlichen Gestalten tauchen auf. Nein, in diesem Buch betreten wir - naja, zumindest ich - Neuland. Wir begeben uns auf Traumreisen. In eine Vergangenheit, die dort spielte, wo Caitlyn jetzt ist, dem Chateau de la Fortune. Und nicht umsonst hat die Schule ihren Namen - das Schicksal spielt hier eine ziemlich große Rolle.

Die Beziehung, die Caitlyn in ihren leider nicht so häufig vorkommenden Träumen zu Raphael pflegt ist anfangs eigentlich mehr witzig. Für sie ist er ihr Traum. Doch ihm geht es da nicht viel anders, für ihn ist er real und sie nicht. Doch egal wie man es dreht und wendet, die Anziehung der Beiden zueinander ist das, was das Buch dann so mitreissend und zauberhaft gestaltet.

Ich darf Euch jetzt nicht mehr verraten, denn sonst bräuchtet Ihr das Buch ja nicht mehr lesen. Aber die Geschichte, die sich da entwickelt, die Fantasie die dahinter steckt, ist so unglaublich schön, so fesselnd, so magisch irgendwie. Doch es ist nicht kitschig, sondern eher spannend. Und ja, es treibt einem auch schon das ein oder andere Mal Tränen in die Augen.

Ich hab das Buch mit zwei kleinen Unterbrechungen in einem Rutsch gelesen, ich hätte gar nicht anders gekonnt. Unter keinen Umständen wollte ich Caitlyn und Raphael alleine oder warten lassen. Das ging gar nicht :)

Seit ich es beendet habe - und ja, es ist tatsächlich mal ein Einzelbuch, kein Auftakt zu einer Reihe (hmm, finde ich das jetzt nicht gerade doch etwas schade?), geht mir ein Satz nicht mehr aus dem Kopf, der in dem Buch eine ziemliche Rolle spielt. Zuerst denkt man, er hätte nur etwas mit einem bestimmten Ort zu tun, aber wenn man länger nachdenkt - und natürlich das Buch kennt - wird einem klar, wieviel tiefgehender er ist ...

"Je suis au bord du gouffre. Ich stehe am Rande des Abgrunds."

Fazit:
Ein wundervoll mitreissendes Buch, das einem eine Gänsehaut beschert durch die Fantasie, die es enthält. Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen!

Ich bedanke mich noch einmal beim Ink Egmont Verlag, bei dessem Gewinnspiel ich dieses Buch gewann, ohne vorher zu wissen, was mich erreichen wird. Ich glaube, eine größere Freude hätte man mir nicht machen können.

Oh, und ich möchte noch etwas zum Cover sagen ... es ist ja wahnsinnig schön, das Mädel paßt ja auch wenigstens etwas - auch wenn ich mir den Rock vielleicht eher in rosa hätte vorstellen können ;) .. aber der Leuchtturm??? Da hätte ein Schloß .. das Chateau hingemußt!

Meine Wertung:


Kommentare:

  1. Naja, so überschwänglich würde ich das Buch jetzt nicht loben, aber wie du erwähntest, irgendwann hats klick gemacht und auf einmal hab ichs auch in nem Rutsch gestern fertig gelesen.

    Wobei die ersten 200 Seiten doch sehr langatmig und ohne große Ereignisse von statten gegangen sind. Dafür war das Ende wieder etwas, dass alles rausgerissen hat. Da haben sich echt ein paar gute Ideen und Ansätze angetan. Bin gespannt, wie es mit der Serie weitergeht!

    Liebe Grüße,
    Nazurka

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  2. Die Rezension klingt klasse. Überlege es mir zu Weihnachten zu wünschen... :-)

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