Sonntag, 12. Juni 2011

[Rezension] Rachel Ward - Numbers

chickenhouse
ISBN: 978-3-551-52007-4
364 Seiten - Taschenbuch


Die Autorin:
1964 geboren, wuchs in der Grafschaft Surrey südlich von London auf und studierte Geografie in Durham. Erst mit 40 Jahren widmete sie sich dem Schreiben. Auf Anhieb landete ihr Debut "Numbers" auf zahlreichen Nominierungslisten englischer Jugendbuchpreise. Rachel ward lebt mit ihrem mann und ihren Kindern in Bath, England.

Inhalt:
Seit Jem versteht, daß sie anders ist als andere, ist ihr Leben kompliziert. Denn Jem kann in den Augen der Menschen deren Todesdatum lesen. Das erste mal, als sie registrierte, daß es das Todesdatum ist, war als ihre Mutter an genau diesem Tag starb. Seitdem ist Jem von einer Pflegefamilie in die nächste gerutscht, kann sich nicht anpassen, öffnet sich den Menschen nicht. Nun ist Jem 15, lebt bei ihrer Pflegemutter Karen und versucht keine Freundschaften zu schließen. Niemand weiß von ihrer Gabe und dem Grund, warum sie sich vor den Menschen so zurück zieht. Doch dann gelingt es Spinne - ein Mitschüler - ein bißchen ihren harten Panzer zu knacken und ein Stück näher zu kommen. Doch Jem möchte dies nicht, zumal sie auch sein Todesdatum gesehen hat. Doch Spinne und ein großes Unglück sind schuld, daß sie kurz darauf mit Spinne auf der Flucht ist. Doch ob diese Flucht glücklich enden kann?

Meine Meinung:
Ich habe im Vorfeld sehr viel über das Buch gehört. Die Meinungen gehen da irgendwie total auseinander, sind in zwei Lager gespalten. Entweder total genial oder gefällt mir überhaupt nicht. Das, und die Inhaltsbeschreibung haben mich dazu gebracht, mir diesen ersten Teil zu kaufen. Denn der zweite ist gerade erschienen.

Ich bin ein bißchen zwiegespalten. Ich fand das Buch nicht schlecht. Die Idee, die dahinter steht, finde ich gänsehautbereitend. Was ein Wahnsinn. Stellt Euch mal vor, jeder würde in den Augen der anderen das Todesdatum sehen. Würde man sich dann überhaupt noch auf Freundschaften einlassen? Wenn man z.B. sehen würde, das Gegenüber hätte nur noch ein paar Wochen oder Tage zu leben? Garantiert nicht, denn der Schmerz ist ja eigentlich sofort vorprogrammiert. Auf der anderen Seite würde man sich alten Bekannten vielleicht doch wieder mehr widmen, weil man weiß, bald sind sie nicht mehr da. Insofern bin ich froh, daß es so etwas nicht gibt, denn mir macht diese Vorstellung wirklich Angst.

Was nun das Buch selbst aber betrifft. So schaurig toll ich die Idee auch dahinter fand, mir war das Buch einfach irgendwie zu langatmig. Es ist nicht langweilig, aber man hätte irgendwie mehr auf diese Seiten bringen können - oder weniger Seiten nehmen können. So gab es einige Teile, die sich in meinen Augen ziemlich hinzogen, das Ende dann dafür überschlug sich meinem Geschmack nach und polterte über Jahre. Und beides zusammen überzeugte mich nicht so wirklich.

Ich weiß auch nicht wirklich, ob ich Jem mag oder nicht. Sie hat nichts wirklich liebenswertes, aber das bringt vielleicht ihre Gabe mit sich. Aber ich mochte ihre Art mit anderen Menschen umzugehen nicht. Auch ihre unüberlegten Handlungen, gerade zum Ende hin, erweckten in mir den Wunsch, das Mädel mal arg durchzuschütteln.

Ob ich Spinne mochte, der in dem Buch ebenfalls eine sehr große Rolle spielte, weiß ich ebenfalls nicht so genau. Ich fand ihn sehr oberflächlich und einfältig, aber vielleicht wurde er von Jem auch irgendwie nur so dargestellt.

Ich weiß nicht, ob ich den zweiten Teil noch lesen soll oder nicht, ich denke, das werde ich wenn sehr spontan entscheiden. Ich bin jedenfalls froh, den zweiten nicht direkt mitgekauft zu haben - Sandy sei Dank, die mir davon abriet obwohl sie die Bücher so toll fand.

Was ich toll fand, war das Cover. Der Titel ist geprägt und jede kleine Zahl, die Ihr in dem großen Numbers sehen könnt ist ebenfalls geprägt, das gefällt mir total gut!

Eine Kaufempfehlung oder Ablehnung mag ich ebenfalls nicht machen. Ich denke, das Buch ist wirklich eine Geschmackssache. Genau so problematisch finde ich die Bewertung des Buches .. da mir die Grundidee so gut gefällt. Aus diesem Grunde vergebe ich mal:

+ 1/2 ...



1 Kommentar:

  1. Wow, das dir das Buch so wenig gefällt, hätte ich nicht gedacht. :( Schade. Bin auch froh, dass du letztendlich nur den 1. mitgenommen hast. Zum 2. Buch muss ich allerdings sagen, dass die Charaktere sich wirklich nicht mit Jem und Spinne gleichen. Falls du dir das 2. Buch dann doch kaufen solltest, bin ich gespannt was du denkst.

    LG

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