Sonntag, 29. Mai 2011

[Rezension] Therese Walsh - Die Stimme meiner Schwester

Therese Walsh - Die Stimme meiner Schwester

Knaur
ISBN: 978-3426652183

407 Seiten - gebundene Ausgabe


Die Autorin:
Therese Walsh hat Psychologie studiert und arbeitete als Journalistin für verschiedenen Fach- und Frauenzeitschriften, bevor sie ihren ersten Roman "Die Spuren meiner Schwester" schrieb. Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Kindern, Hund und Katze in der Nähe von New York. Mehr über die Autorin erfahren Sie auf ihrer beeindruckenden Website www.theresewalsh.com

Inhalt:
Sie waren Zwillingsschwestern. Maeve und Moire. Sie hatten die besondere Gabe, sich gegenseitig spüren zu können. Miteinander zu kommunizieren ohne Worte. Sie waren begabt - jede auf ihre Weise. Sie liebten sich. Doch dann veränderte sich etwas. Die Liebe trat in ihr Leben. Und damit Neid, Hass, Missgunst. Und sie schotteten sich ab. Ließen die andere nicht mehr teilhaben. Eigentlich nur gedacht für den Moment. Doch ein Unfall machte daraus die Ewigkeit. Und er hinterließ nichts als Angst, Trauer und Verzweiflung.

Meine Meinung:
Ein sehr ungewöhnliches Buch, an dessen Stil man sich erst gewöhnen mußte. Die Geschichte wird in unterschiedlichen Zeiten erzählt. Einmal von Maeve in der heutigen Zeit - aus ihrer Sicht, in der Ich-Form. Und einmal in Rückblicken, aus neutraler Sicht. Immer wieder wechselt es, doch es bringt einen nicht aus der Reihe, es erzählt die Geschichte nahtlos fort.

Es ist kein Buch, bei dem ich in die Rolle der Protagonistin schlüpfen konnte. Irgendwie schottete sie sich auch mir gegenüber ab. Gefangen in ihrem Schmerz und ihrem Bemühen, ihr Leben weiterzuleben. Ohne ihre zweite Hälfte an ihrer Seite. Das Buch erzählt ein Stück aus Maeves Leben, aus ihrem Kampf, die Stimmen in ihrem Kopf zum schweigen zu bringen.

Und es erzählt die Geschichte von ihrer Liebe zu Noel, die sie selbst nicht sieht, die sie nicht zulassen kann, dessen Nähe sie sucht und doch nicht ertragen kann. Und sie erzählt von der Geduld und der Liebe eines Mannes, der alles versucht sich zu lösen um doch immer wieder zu scheitern und weiterzukämpfen.

Doch es gibt noch einen weiteren Teil in diesem Buch. Der magisch ist. Der die Geschichte von einem Dolch erzählt, der schon in Maeves Kindheit eine Rolle spielte und nun durch einen Zufall wieder in ihre Hände gerät. Und Maeve glaubt, daß er ihr etwas mitteilen will. Bestärkt wird sie hierbei durch einen Mann, der sie weit weg von zu Hause lockt, nach Rom. Gemeinsam will sie dort mit Noel der Geschichte auf den Grund gehen. Und obwohl sie meint, damit Abstand von ihrer Vergangenheit zu erlagen, holt sie sie doch immer wieder und immer enger ein.

Das Buch ist kein Pageturner. Es vermittelt eigentlich mehr das Gefühl von Ruhe, von Innehalten, ohne daß es dabei langweilig wäre. Es ist schwer zu schildern, ohne zuviel zu verraten. Und es geht hier nicht nur um einen Roman, um die Geschichte von zwei Schwestern, sondern mehr um Gefühle, um Vertrauen, um Nähe.

Ich kann Euch das Buch nur ans Herz legen. Es bringt Euch ein bißchen mal in eine andere Welt.

Ich danke Verlag für die Überlassung des Buches. Ich habe es mit Freude gelesen!

Daher meine Wertung:

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