Samstag, 7. Mai 2011

[Rezension] Julie Peters - Das Lied der Sonnenfänger

Julie Peters - Das Lied der Sonnenfänger

Wunderlich
ISBN: 978-3-8052-0896-3
524 Seiten - Taschenbuch


Die Autorin:
Geboren 1979, war Buchhändlerin und studierte Geschichte, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Heute arbeitet sie als Schriftstellerin und Übersetzerin und lebt mit ihrem Mann in Westfalen-Lippe.

Inhalt:
Neuseeland, Ende des 19. Jahrhunderts. Erzählt wird die Geschichte der Familie O'Brien, die von Irland nach Neuseeland auswandern. Das Buch hat zwei Hauptcharaktäre, einmal Emily - die Tochter der Familie O'Brien und Siobhan - ihre Schwägerin. Im großen und ganzen dreht sich das Buch um das Leben der Beiden - eng verbunden mit der ganzen Familie und die, die dazu gehören. Sowohl Emily als auch Siobhan haben mit schweren Schicksalen zu kämpfen, die das Leben in der damaligen Zeit und dem Land mit sich bringen.

Emily ist eigentlich verliebt in Aaron, auch wenn sie selbst das nicht so richtig weiß. Doch ihrer Mutter paßt diese Verbindung nicht, denn Emily steht vom Rang her über Aaron, der auf der Farm der O'Briens arbeitet. So treibt sie von Anfang an einen Keil zwischen die Beiden. Hinzu kommt noch, daß Aaron viel zu schüchtern ist, um sich Emily zu erklären. Und als dann auch noch Will auftaucht und ihr den Kopf verdreht und Aaron die Flucht ergreift ist Emily so verwirrt, daß sie ohne groß nachzudenken Wills Werben um ihre Hand nachgibt. Doch mit dieser Ehe geht von Anfang an alles schief, denn ihre Schwiegermutter verachtet sie und noch vor der Hochzeit kommt es zu einem folgenschweren Unfall, der Emily ihr Leben lang nicht mehr los läßt. Trotzdem geht sie die Heirat ein - in einem Nebel von Medikamenten - und versucht dann ihr Schicksal zu tragen.

Siobhan dagegen vergöttert ihren Mann Walter. Sie haben kurz vor der Auswanderung geheiratet und eigentlich nur die Hochzeitsnacht miteinander verbracht, die für Siobhan alles andere als schön war. Walter vergöttert Siobhan, aber nur tagsüber. Nachts zeigt er sein wahres Gesicht und haßt sich dafür selbst. Siobhan ist verstört und völlig verängstigt von diesem neuen Land, dem neuen Leben und ihrem Ehemann. Und dann taucht auch noch ein Maori auf, der sie anfangs ängstigt, dem sie aber immer mehr verfällt und eine Leidenschaft in ihr weckt, die große Probleme mit sich bringt.

Meine Meinung:
Ein wundervolles Buch, das leicht zu lesen ist. Es entführt einen in die Wildnis Neuseelands und bringt einem den Zauber dieses Landes näher.

Die Charaktäre in diesem Buch reissen einen mit. Sie sind so unterschiedlich und vielseitig, daß es eine Freude ist, ihnen Zeit zu schenken. Emily und Siobhan sind mir im Laufe der Geschichte sehr ans Herz gewachsen. Ich litt mit ihnen, ängstigte mich mit ihnen, schüttelte aber manches Mal auch den Kopf über sie. Aber es ist halt auch immer ein bißchen schwer nachzuvollziehen, wie Menschen vor so langer Zeit gelebt haben, wie sie reagierten ohne die Freiheiten, die wir heutzutage genießen. In der heutigen Zeit wären solche Zwänge denen die Beiden unterliegen für unsere moderne Zivilisation gar nicht mehr denkbar.

Ich fand Siobhan mit ihrer Liebe zu dem Maori sehr mutig und auch wie sie mit den Problemen, die aus dieser Liebe entstanden, umging. Trotz allem tat mir auch Walter sehr leid, der scheinbar nicht aus seiner Haut konnte und sich selbst für seine Taten so haßte. Ich hätte auch ihm ein bißchen mehr Freude gegönnt.

Emily erschütterte mich am meisten. Diese fröhliche unbändige Mädchen, das so schnell erwachsen werden mußte und so tief fiel. Ich wünschte manches Mal, ich könnte ihr aus ihrem Tief heraushelfen und konnte mal wieder sehen, was die Medizin heutzutage für ein Segen ist, denn heute hätte Emily nicht leiden müssen, wie sie das Ende des 19. Jahrhunderts mußte. Ihren Mann Will(iam) dagegen mochte ich nicht sonderlich gerne. Ein ziemlich leichtlebiger, berechnender Mensch mit einer grauenvollen Mutter, der ich gerne manches Mal den Hals umgedreht hätte. Was zwei Menschen eine andere Person antun können ist wirklich unfaßbar.

Aber es spielen noch weitere interessante Charaktäre mit. Helen (Emilys Mutter), von der ich nie wußte, ob ich sie mag oder nicht, da sie so wankelmütig in ihrem Charakter war. Edward (Emilys Vater), den ich für eine Seele von einem Mensch hielt, allerdings mit einer schwachen Persönlichkeit. Flinn (Emilys Bruder), der so eine bezaubernde Leichtigkeit an den Tag legte und der nie zur Ruhe kam in seiner Abenteuerlust. Und noch einige kleinere Rollen, die dieses Buch vervollständigten.

Ein wirklich toller Roman, der ans Herz geht und den ich nur empfehlen kann!

Ich bedanke mich noch einmal herzlich bei Julie, die mir dieses Buch zusandte! Es hat wirklich Spaß gemacht zu lesen!

Meine Wertung für dieses Buch:

Kommentare:

  1. Klingt nach einem wirklich schönen Buch. Muss unbedingt auch mal wieder was in der Richtung lesen.

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  2. Awww, das freut mich immer so, so, sooo sehr, wenn jemand mein Buch mag! Ich geistere heute mit einem glücklichen Grinsen durch die Gegend ... ;-)

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  3. Ach Julie, Du bist ja süß ... ich bin sicher, das Buch wird jedem gefallen, der es liest. Es war soo schön!

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  4. Ah...da freue ich mich jetzt nur umso mehr auf das Buch, das ja jetzt schon ein paar Wochen in meinem SuB liegt =) Danke für die schöne Rezi!
    Martina

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  5. Das Buch klingt richtig toll. Da will ich am liebsten mal nach Neuseeland reisen. Die Rezi gefällt mir. Vielleicht sollte ich es mir auch mal kaufen. :)

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