Sonntag, 10. April 2011

[Rezension] Ulrike Blatter - Nur noch das nackte Leben

Ulrike Blatter - Nur noch das nackte Leben

KBV
ISBN: 978-3-942446-12-9
313 Seiten - Taschenbuch


Die Autorin:
Ulrike Blatter, Jahrgang 1962, lebt in Konstanz. Nach ihrem Medizinstudium bildete sie sich in der Psychotherapie mit dem Arbeitsschwerpunkt Sucht und Trauma weiter. Mehrere Jahre arbeitete sie in der Rechtsmedizin und der Suchtberatung. Zurzeit ist sie als Dozentin in der Erwachsenenbildung tätig. Ulrike Blatter ist Mitglied der "Vereinigung deutschsprachiger Krimi-Autorinnen".

Inhalt:
Dies ist der dritte Fall rund um den Konstanzer Komissar Bloch. Noch nicht lange währt sein kleines Glück mit der slowenischen Journalistin Alenka, als diese einen Unfall erleidet, den Bloch nicht so als Unfall hinnehmen möchte. Ob es etwas mit ihren Ermittlungen zu der Todesserie unter Drogenabhängigen in ihrem Heimatland zu tun hat? Bloch wirft sein eigenes Leben über den Haufen und versucht hinter ihren Tod zu gelangen und landet damit in einem Netz aus Vergangenheit und Zukunft.

Meine Meinung:
Ein nicht gerade alltäglicher Krimi, der in die Tiefe geht. Er gewährt einem Einblick in die Vergangenheit, in die Kindheit von Bloch. In das Leben mit seiner Mutter, seiner Schwester und seinem früh gestorbenen Vater. Vieles in dem Buch dreht sich um die Ablehnung, die ihm seine Mutter entgegenbrachte, enthüllt die Hintergründe, warum dies so war und läßt einen doch ziemlich sprachlos zurück. Und es läßt den Mann, der einem ein bißchen herzlos vorkommt, etwas besser verstehen.

Gleichzeitig erfährt man mehr über ihn und seine Beziehung zu seiner Tochter Eva und seinem Enkel Max. Auch hier herrschen Probleme, die aus der Vergangenheit herrühren und die Bloch zu überwinden versucht.

Vorherrschender Inhalt jedoch ist der Tod Alenkas und ihre Ermittlungen als Journalistin über die merkwürdige Todesserie, die in ihrer Heimatstadt vor sich geht. Nach ihrem Tod wird Bloch von ihm unbekannten Menschen immer wieder dorthin gelockt. Hier erlebt er unbegreifliches. Zusammen mit Anime und Vito versucht er hinter das Rätsel der Toten zu gelangen. Sind diese wirklich an ihren Drogen gestorben, oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Doch nicht alles, was scheinbar als Hilfe für die Aufklärung gedacht ist, hilft wirklich. Wer ist in diesem Spiel gut, wer böse.

Auch Blochs Begegnungen mit Alenkas Mutter eröffnen einem ein Bild, das man in der Form gar nicht unbedingt haben möchte. Das jedoch auf Tatsachen beruht, gegen die wir so gern unsere Augen schließen. Die uns erschüttern.

Wer hier einen normalen Kriminalroman erwartet, der ist auf der falschen Fährte. Und gerade das macht dieses Buch aus denke ich. Obwohl es der dritte Teil einer Triologie ist, hatte ich nicht das Gefühl, ich hätte die ersten beiden Teile lesen müssen um diesen hier zu verstehen. Ulrike Blatter schafft es, einen in sich geschlossenen Roman zu schreiben, der keine Fragen offen läßt.

Wer ein Freund des nicht alltäglichen Krimis ist, dem ist dieses Buch wirklich zu empfehlen. Daher vergebe ich folgende Wertung:

Ich möchte noch einmal einen herzlichen Dank an Ulrike Blatter senden, die mich ansprach, ob ich "Nur noch das nackte Leben" lesen möchte. Es war eine sehr interesante Erfahrung!

Und bei wem ich jetzt auch das Interesse geweckt habe, der kann hier schauen:


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