Samstag, 26. März 2011

[Rezension] Liz Jensen - Endzeit

Liz Jensen - Endzeit

dtv premium
ISBN: 978-3-423-24844-0
396 Seiten - Taschenbuch


Die Autorin:
Liz Jensen studierte Englisch am Somerville College in Oxford, arbeitete als Journalistin in Hongkong und Taiwan, dnach als Produzentin für die britische BBC und als Journalistin und Bildhauerin in Frankreich. Heute lebt sie in London und Kopenhagen. Sie hat bereits eine Reihe von Romanen veröffentlich und war mehrmals u.a. für den Orange Prize und den Guardian Fiction Prize nominiert.

Inhalt:
Gabrielle Fox ist seit kurzem durch einen Unfall Querschnittsgelähmt. Trotzdem kämpft sie dafür, in ihrem Beruf als Psychotherapeutin weiterzuarbeiten und erhält eine Chance. Im Oxsmith Adolescent Secure Psychatric Hospital. Das Heim der 100 gefährlichsten Kinder des Landes. Sie tritt hier die Vertretung von Joy McConey an. Anfangs will man ihr nicht so recht erzählen, warum Joy ging. Doch nach und nach kommt die Wahrheit ans Licht. Und diese hat mit Gabrielles Patientin zu tun: Bethany Krall. Ein 16-jähriges Mädchen, das auf brutalste Weise seine Mutter getötet hat und sich an nichts zu erinnern scheint. Dafür aber sieht sie Naturkatastrophen voraus. Doch niemand will ihr zuhören. Und auch Gabrielle ist anfangs skeptisch. Zumal Joy, die mit ihr Kontakt aufnimmt, eine ganz andere These verfolgt.

Meine Meinung:
Puh, ich hab ganz schön lange für dieses Buch gebraucht. Es fängt sehr spannend und interessant an. Man lernt Gabrielle, ihre Geschichte (zumindest soviel wie sie preisgibt), ihren Arbeitsplatz und Bethany kennen. Man erhält einen Einblick in die Arbeit von Gabrielle und ihren Versuch, an Bethany heranzukommen. Sehr gut finde ich, daß es hier scheinbar sehr realistisch zugeht und Gabrielle eigentlich nicht näher an Bethany herankommt.

Die Therapie des Mädchens ist sehr eigenwillig und - zumindest für mich ungewöhnlich. Doch diese Therapieform läßt Bethany sehr präzise Vorhersagen für kommende Naturkatastrophen machen. Gabrielle ist von diesen Vorhersagen sehr verwirrt und sucht sich auf eigene Faust einen Experten, Dr. Frazer Melville, der für das Physikalische Institut arbeitet. Beide versuchen hinter Bethanys Wissen zu gelangen und kommen sich dabei näher.

Nach einem sehr spannenden Anfang wird das Buch im Mitteilteil ziemlich langatmig. Wirklich passieren tut hier nichts mehr großartig. Bethany sagt Naturkatastrophen vorher und Gabrielle und Frazer verfolgen, ob diese tatsächlich eintreten. Gleichzeitig arbeiten sie an ihrer mehr als holprigen Beziehung. Zwischen Seite 100 und 200 war ich wirklich versucht, das Buch aus den Händen zu legen. Aber irgendwie hat es mich doch interessiert, wie das ganze ausgeht. Was dahinter steckt. Ob Bethany wirklich alles vorhersagt, oder ob alles nur ein großer Betrug ist. Und auch interessierte mich, ob wirlich sie ihre Mutter getötet hat oder doch jemand anders.

Das durchhalten wurde dann teilweise belohnt. Das Buch nahm irgendwann wieder ein bißchen Fahrt auf und auch etwas Spannung kam wieder hinzu. Leider aber nicht genug, um mich wirklich an das Buch zu fesseln, so daß ich es immer wieder aus der Hand legte und anderen Beschäftigungen nachging.

Nun aber habe ich mir einen Ruck gegeben und es zu Ende gelesen. Ich hätte mir etwas mehr Spannung gewünscht. Ich habe viele Seiten einfach nur als Seitenfüller empfunden, bzw. hatte das Gefühl, die Autorin hatte zwar eine sehr interessante Geschichte im Kopf, hätte diese aber lieber auf 250 Seiten belassen, denn dann wäre es bestimmt ein spannendes Buch gewesen.

Die einzelnen Charaktäre gefielen mir sehr gut, auch daß sie nicht alle sofort durchschaubar waren und so wenigstens in dem Bereich eigentlich immer ein bißchen Spannung blieb.

Auf dem Cover ist ein Kommentar von "The Times" abgedruckt: "Ein Endzeit-Blockbuster, der sie bis in ihre Alpträume verfolgen wird." .... dem kann ich so allerdings nicht zustimmen. Alpträume bereitet einem dieses Buch nicht wirklich. Am Ende ist man sich nicht so ganz sicher, hat man nun einen Ökothriller, einen Science-Fiction-Roman oder eine Mischung aus beidem gelesen.

Ganz besonders gut gefiel mir bei diesem Buch wieder das Cover. Das schwarz-weisse Mädchengesicht fliesst unten in ein von Blitzen und Wind gepeitschtes Meer und das Auge ist strahlend blau und zeigt einen Teil der Erde. Schön auch der Titel, der mit Lack und hervorgehobenen Buchstaben zum streicheln einlädt :)

Ich vergebe diesem Buch daher folgende Wertung:

Den Buchtrailer möchte ich Euch gern auch noch zeigen, der gefiel mir nämlich außerordentlich gut:



Schön wäre es gewesen, hätte man der Sprecherin eine andere Stimme gegeben, sie zerrt ein wenig an den Nerven ;)

Mein herzlicher Dank geht an den Verlag der mir dieses Buch freundlicherweise zur Rezension überließ!


Kommentare:

  1. Schön zu sehen, dass ich nicht die einzige bin, die so ihre Probleme mit dem Buch hat. Ich bin immer noch dran und gerade eher enttäuscht, nachdem ich die LP so toll fand.

    lg

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  2. schade, dass das buch nicht deinen erwartungen entsprach, obwohl die story interessant klingt.

    lg kerry

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