Mittwoch, 9. März 2011

[Rezension] Isabel Abedi - Imago

Isabel Abedi - Imago

Arena
ISBN: 978-3-401-02908-5
404 Seiten - Taschenbuch


Die Autorin:
geboren 1967, ist eine der erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchschriftstellerinnen Deutschlands. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Ihr Jugendroman Whisper wurde auf Anhieb zum Bestseller und für den deutschen Jugendliteraturpreis 2006 nominiert. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Hamburg.

Aufmerksam wurde ich auf die Autorin, weil ich auf so vielen Blogs Rezensionen zu Lucian gesehen habe. Da es das aber derzeit noch nicht als Taschenbuch gibt, hab ich mir gedacht, ich fang mit einem der älteren Bücher an und hab mir dies dafür ausgesucht.

Inhalt:
Immer wenn Wanja nicht schlafen kann, beobachtet sie ihren uralten Wecker und wie die Minuten nach hinten wegklappen auf den kleinen Kärtchen. So auch in dieser Nacht. Doch dann passiert es. Statt 00.00 anzuzeigen, wird die Anzeige rot, das Radio springt an mit einem lauten Gong, so daß Wanja schon denkt ihre Mutter muss davon wach werden. Und Wanja erhält eine Einladung für die Ausstellung "Vaterbilder". Mit Datum, Uhrzeit und den Hinweis auf eine rote Tür. Wanja weiß nicht, was sie von dieser Einladung halten soll und will sie fast ignorieren, als sie in der Tageszeitung noch einen Aufruf findet. Und nur sie kann diesen Aufruf sehen, für ihre Mutter ist dort die ganz normale Zeitung gedruckt. Und so geht Wanja hin - und trifft weitere Mädchen und Jungen in ihrem Alter, die alle eine Einladung erhalten haben. Und sie alle gehen durch diese rote Tür und werden liebevoll empfangen - von einer uralten Frau und wunderschönen Bildern. Und von einem unbekannten Land, dem Land Imago.

Meine Meinung:
Wirklich ein wunderschönes Buch, das ich in einem Rutsch gelesen habe. Das mich durchgehend fesselte. Das auf keiner Seite langweilig wurde.

Wanja öffnet sich die Tür zu einem Land, das - für sie - schöner nicht sein könnte. Aber sie ist nicht allein in diesem Land, denn Mischa ist mit ihr da. Ein neuer Junge von ihrer Schule, von dem alle Abstand halten.

Als die Geschichte beginnt, hab ich mich durch die Erzählungen über Mischa ein bißchen an den Märchenerzähler erinnert. Wieder ein Außenseiter, wieder einer der abgelehnt wird. Aber damit war die Ähnlichkeit auch schon vorbei, was mich doch freute.

Die Autorin hat einen wunderschönen Schreibstil, der durch tausende kleine Details eine wirklich liebevolle Geschichte erzählt. Ich fand es so niedlich, wieviele unterschiedliche Namen Jo (Wanjas Mutter) für Wanja im Laufe der Geschichte hatte. Man merkte richtig die Liebe von Mutter zu Tochter - und auch umgekehrt. Und auch die Nebenhandlungen - der unbekannte Vater, die weiter weg lebende Großmutter und Urgroßmutter ergaben zusammen eine sehr interessante Familie.

Der Hauptteil jedoch gefiel mir am meisten. Die verschiedenen Ausflüge Wanjas in die Welt Imago. Die Fähigkeiten, die sie dort erlernte, oder die man ihr zeigte, die in ihr steckten. Der nähere Kontakt zu Mischa und seinem doch sehr traurigen Leben.

Ich mochte wirklich jede Person aus diesem Buch auf ihre ganz eigene Art. Und nicht nur die realen, sondern auch die einzelnen Charaktäre aus Imago. Was für eine Fantasie hier in dieses Buch geflossen ist, finde ich genial! Die Autorin versteht es wunderbar, ein Bild vor Augen aufzubauen, das einen auch so schnell nicht wieder verläßt.

Das Ende des Buches allerdings hatte ich schon so ein bißchen voraus geahnt - und irgendwie paßte es auch. Ich fand es spielten zwar viele Zufälle eine große Rolle, aber da es sich hier wirklich um einen Fantasie-Geschichte handelt, paßte auch das wieder hervorragend hinein.

Ich bin sicher, daß ich ziemlich schnell auch die anderen Bücher der Autorin lesen möchte, deren Stil ich so sehr mochte. Ich hab mich irgendwie wie Zuhause gefühlt. Schwer zu beschreiben :)

Einen Abschnitt hab ich Euch mitgebracht, einer von vielen, die mir so gut gefielen:

"Und dann lächelte er. Stand da und lächelte, und Wanja fühlte, wie eine tiefe Traurigkeit in ihr aufstieg. Wie eine Welle bäumte sie sich in ihr auf, stieg höher und höher, strömte aus ihren Augen und lief ihr als Tränen die Wangen herab, groß und leise, wie das Lächeln des Clowns."

Übrigens hab ich beim surfen nach mehr Informationen auch noch das hier bei Wikipedia gefunden - sehr treffend, wie ich finde:

Der Begriff Imago (lat. imago, „Bild“) ist mehrdeutig und bedeutet u.a. Imago (Psychologie), das unbewusst entstehende erste Bild von Beziehungspersonen, in der Regel von Vater oder Mutter.

Ich vergebe durch den Schreibstil der mir so gut gefiel und durch diese wunderschön fantastische Geschichte:

Kommentare:

  1. Das Buch klingt sehr vielversprechend - ich hab´s mir mal auf meine Merk-Liste gesetzt. Wünsche dir noch eine schöne Woche.

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  2. Schöner Blog, werd dich mal verfolgen :) Schau doch mal bei mir vorbei, wenn du Lust hast. LG, Sandrina

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  3. Isabel Abedi ist einer meiner Favoriten in der Jugendbuch-Kategorie. Habe schon 2 ihrer Bücher gelesen (Whisper und auch Imago). Ich liebe einfach ihren Sprachstil und freue mich, dass sie auch andere so begeistern kann! Schöne Rezi!

    Liebe Grüße,
    Nazurka.

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  4. Das Buch werde ich mir merken, es klingt sehr gut, was du erzählst und schon der kleine Auszug hat mir Gänsehaut (im Sinne von Rührung) gemacht.
    Sehr schöne Rezension.

    Liebe Grüße von Anny

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