Sonntag, 20. Februar 2011

[Rezension] Sven Böttcher - Die Prophezeiung

Sven Böttcher - Die Prophezeiung

Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 978-3462042788
446 Seiten - gebundene Ausgabe

Ich habe dieses Buch über gewonnen und sage noch einmal meinen herzlichen Dank dafür!



Der Autor:
Sven Böttcher, Jahrgang 64, schreibt seit einem Vierteljahrhundert Romane, Sach- sowie Drehbücher und entwickelt erfolgreich Fernsehformate. Das notwendigste Wörterbuch aller Zeiten (Der tiefere Sinn des Labenz) geht u.a. auf seine Kappe, ebenso eine Thriller-Triologie um das werbende Großmaul Roland Kant und eine Reihe philosophischer Fantasy-Sci-Fi-Bastarde (Götterdämmerung, Wal im Net, Psycho-Pathos). Seine vier letzten Thriller und Sachbücher veröffentlichte er unter Pseudonym, mit Prophezeiung meldet er sich unter seinem Namen zurück.

Der Inhalt:
Das Klima-Prognose-Programm Prometheus sagt katastrophales Wetter voraus. Hundert Millionen Tote, Dürre, Überschwemmung und andere Katastrophen. Mavie Heller, die einen Job am streng geheimen Klimainstitut IICO ergattert hat, stößt zufällig auf die Daten von Prometheus. Und jetzt entbrannt ein verbitterter Wettlauf zwischen der Veröffentlichung und Warnung der Menschen und ihrem eigenen Überleben. Denn die Hintermänner sind nicht bereit, die Menschheit zu warnen, da Prometheus lediglich eine Prognose vorhersagen soll.

Meine Meinung:
Es fällt mir schwer, bei diesem Buch wirklich eine sachliche Meinung abzugeben. Ich denke, ich bin hier ins für mich völlig falsche Genre hineingestolpert. Die ersten Seiten, die auch auf vorablesen.de zu beschnuppern waren, klangen sehr rasant und interessant und ich wollte das Buch auf jeden Fall weiterlesen. Ich denke, mir hätte hier schon der Satz "Der beste Ökothriller seit der Schwarm" zu denken geben müssen. Denn auch dies Buch mochte ich damals überhaupt nicht.

Die Grundidee des Buches finde ich mehr als interessant. Und auch das Programm Prometheus, das so dramatische Vorhersagen (und belegbare Hinweise zu bereits erfolgten Katastrophen) liefert, zieht einen anfänglich in seinen Bann.

Die Hauptprotagonisten Mavie Heller, die ursprünglich die Daten der IICO stiehlt und ihre nächsten Helfer wie der reiche Philip, bilden zusammen mit Mavies Vater ein gutes Team in dem Versuch, die Wahrheit über Prometheus ans Licht zu bringen. Auch viele der weiteren Helfer, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, um die Spannung nicht zu nehmen, passen sehr gut ins Bild.

Was mir persönlich nicht gefiel, war einfach zu viel wissenschaftliches. Erklärungen, Ausführungen - seitenlang. Hinzu kommen endlos lange Schachtelsätze - die im krassen Gegensatz zu meinen einwörtrigen Sätzen stehen. An sich bestimmt eine interessante Abwechslung, aber gerade die endlosen Sätze machten ein aufmerksames Verfolgen des Buches für mich zu einer absoluten Herausforderung, meine Gedanken nicht abschweifen zu lassen.

Ich möchte Euch einen Beispielabsatz einmal mitbringen: "Ein hochgiftes Lektin, das Sie in äußerst geringen Dosen zu sich nehmen, wenn Sie Rizinusöl trinken. Entscheidend ist: Rizin löst die eukaryotische Proteinbiosynthese aus, zerstört mithin jede Körperzelle, die mit ihm in Berührung kommt. 0,25 Milligramm reichen, um einen Menschen langsam und qualvoll sterben zu lassen, in der Wirkungsweise unterscheidet sich das Gift nicht nennenswert von Polonium. Einen wichtigen Unterschied gibt es aber doch."

Oder: "Erst recht weiß jeder Gymnasiast, dass ein Molekül, das qua C schwerer ist als O², keinen Treibhauseffekt in sechs Kilometern Höhe über dem Boden auslösen kann. Und sogar Kaspar Hauser erkennt bei einem Blick auf die Zahlen, daß CO² das kleinste unserer Probleme ist. Sofern es denn überhaupt unser Problem ist und nicht Teil der Lösung unseres Problems - wofür einiges spricht."

Ich denke, man erkennt, was ich meine. Ich weiß nun, daß Ökothriller scheinbar etwas anderes als Thriller ist. Ich denke, wer das Genre mag, wird wohl auch das Buch mögen. Aber beurteilen kann ich es wirklich nicht.

Insofern kann ich auch weder eine Kaufempfehlung noch eine Nicht-Kaufempfehlung aussprechen. Das muß wohl jeder für sich selbst herausfinden.

Ich bin froh, daß ich es bis zum Ende geschafft habe, auch wenn ich ehrlich gesagt jetzt nicht mehr weiß, warum eigentlich.

Kommentare:

  1. Vor ca. einer Stunde hab auch ich auch das Buch ausgelesen. Ich fand´s schon recht gut, aber sicherlich nicht so unkompliziert zu lesen. Ich liebe Wissenschaftsthriller, und besonders solche die nicht oberflächlich sind, dazu gehört "Prophezeiung" für mich eindeutig. Man muß schon hellwach sein beim Lesen, sonst kapiert man nur die Hälfte. Auch ich war froh das Buch durch zu haben, dennoch mit gutem Fazit. Ich freu mich zwar jetzt auf leichte Lektüre, aber ich hoffe, daß es immer wieder Thriller mit wissenschaftlichen Themen vom Kaliber dieses Buches geben wird.
    Liebe Grüße
    Melanie

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  2. Na Du Bücherwurm, ich denke mal, Dir geht es gut und Du bist einfach vollkommen in der Bücherwelt versunken. Ich wollte Dir auch nur mal wieder einen lieben Gruß dalassen und hoffe, wir hören uns auch bald mal wieder.

    Das Buch, das Du hier rezensierst, wäre für mich glaube ich eher nichts - ich steh` da doch eher auf die etwas leichtere Lektüre, wenngleich es sicher sehr interessant war.

    Viele liebe Grüße von Kerstin

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  3. Moin, Moin,
    nun besuche ich Dich schon fast ein Jahr und heute möchte ích auch gern mal was schreiben.
    Das Buch ist nichts für mich. Aber ich habe mir schon viele Anregungen bei Dir geholt und das eine oder andere Buch habe ich auch schon gekauft. Irgendwie wird meine "Ich möchte lesen"-Liste immer länger, wenn ich bei Dir vorbeigeschaut habe. Nur meine Zeit dafür vermehrt sich nicht ;-)
    Ich wünsche Dir einen schönen Wochenstart.
    LG, Dani

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  4. Dazu gratuliere ich dir herzlich.

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  5. Ich meine, mir würde es sicherlich wie dir gehen. Nachdem ich mich ebenso mühsam durch den "Schwarm" gekämpft hatte, obwohl ich die Handlung gut und interessant fand, ist es bei diesem Buch sicherlich ähnlich.
    Vom Thema her sehr ansprechend, aber so lange komplizierte Sätze und genaue, wissenschaftliche Erklärungen machen mir die Leselust schwer.
    Eine gute Rezension von dir. Danke!

    Liebe Grüße von Anny

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  6. Ahh.. nun weiß ich, was ich nicht lesen werde, danke ;) *hihi*

    Aber endlich hast du es geschafft :)) *lach* Ich weiß ja, wie es ist, sich durch ein Buch zu quälen.. das Schlimmste ist, es ist schon wieder soweit!! Ah.. und das wird das Erste für einen neuen Verlag sein, aber eine gute Bewertung abgeben? ich fürchte, das wird nix ;) Dabei hab ich erst 1/6 gelesen :-/

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