Dienstag, 8. Februar 2011

[Rezension] Nina Blazon - Faunblut

Nina Blazon - Faunblut

cbt
ISBN: 978-3-570-30708-3
479 Seiten

Inhalt:
Jade lebt mit ihrem Vater Jakub in einem Dorf jenseits unserer Welt und Zeit. Sie haben dort in den Trümmern eines Hotels eine neue Existenz aufgebaut. Und auch wenn das Hotel Larimar, am Ufer des Flußes Wila, längst nicht mehr den Prunk besitzt, der es einst auszeichnete, lieben die beiden ihr Zuhause. Doch das Hotel gehört nicht ihnen, sie sind auf die Gnade der Lady angewiesen, die jederzeit über das Schicksal ihrer Untertanen bestimmen kann.

Oft fehlen ihnen die wichtigsten Rohstoffe wie Strom oder Lampenöl, so daß Jade nicht selten unterwegs ist, etwas zu besorgen. Und oft hilft ihr Martyn, ihr Freund aus Kindertagen, der zusammen mit seinem Bruder Arif zu den Flußleuten gehört.

Bedroht werden die Dorfbewohner von den Echos - Gestalten mit Zungen wie Dolche, leeren Augen und wo sie auftauchen hinterlassen sie Wasser. Die Geschichten über diese Wesen verbreiten Angst und Schrecken und nicht selten sind die Jäger unterwegs, die Wesen zu töten. Und es scheinen immer mehr zu werden.

Eines Tages tauchen im Hotel zwei neue Gäste auf - Faun und Tom, Jäger der Lady, die jedoch mit so vielen Kisten angereist kommen, daß sie nicht im Palast der Lady wohnen, sondern das Hotel ganz für sich in Beschlag nehmen. Jade und Faun rasseln direkt und immer wieder aneinander und empfinden füreinander nur Haß und Ablehnung. Das jedoch ändert sich rasch ins genaue Gegenteil. Doch dies birgt viele Gefahren und Leiden. Denn Faun ist nicht allein und seine andere Hälfte will Jade töten.

Meine Meinung:
Ein Buch, das einen komplett in seinen Bann zieht. Gefesselt war ich von den Beschreibungen der Zeit, der Umgebung, der Charaktäre, der Fabelwesen (so nenne ich sie jetzt einfach mal, denn es gibt eine Vielzahl von ihnen). In meinem Kopf entstand allein durch die Worte der Autorin eine Welt, die faszinierend, wunderschön und doch so tödlich erschien.

Es steckt so viel Fantasie in diesem Buch, und ist doch nicht so weltfremd, als daß man sich nicht hineinfallen lassen könnte.

Die Geschichte von Jade und Faun entwickelt sich so wunderschön, mit so vielen Hindernissen, daß man ständig in einem Wechsel der Gefühle gefangen ist. Angst, Haß, Unsicherheit, Liebe, Verzweiflung.

Ich war nicht in der Lage, das Buch aus den Händen zu legen und habe es in einem Rutsch gelesen. Und obwohl es gar nicht so wenige Seiten hat, hätte es für mich noch unendlich länger dauern können.

Und wieder einmal empfand ich beim Lesen Bedauern, daß man manche Gerüche, die geschildert werden, nicht wahrnehmen kann. So schildert Jade immer wieder, daß Faun nach Moosen und Farn und auch ein wenig nach Schnee riecht - fast, aber nur fast kann man sich den Geruch vorstellen und wünschte, ihn wirklich erleben zu können.

Ein wirklich wunderschönes Buch, das zum Träumen verleitet.

Ich habe Euch auch noch etwas mitgebracht, was Euch vielleicht vermitteln kann, was mich so verzauberte:

"Und Jade gestand sich zum ersten Mal ein, daß sie sich zu ihm hingezogen fühlte wie zu einem Schmerz, den man fürchtet und gleichzeitig sucht."

"Die Zukunft und die Vergangenheit verloren sich im Nichts, alles, was blieb, waren der Augenblick und Fauns Atem auf ihren Lippen."

1 Kommentar:

  1. Na siehst du. Da hab ich dir ja einen tollen Buchvorschlag gemacht gehabt, denn ich war mindestens genauso fasziniert, wie du.
    Es ist wirklich schade, dass das Buch so schnell vorbei war, denn auch ich konnte und wollte es einfach nicht aus der Hand legen. Nina Blazons Welt, die sie beschreibt, ist so einmalig und wunderschön, dass ich wünschte es gäbe sie wirklich.
    Dann wird dir "Ascheherz" tausendprozentig auch so gut gefallen. Der "Held" ist da nämlich noch um einiges tolles und interessanter, als Faun es ist :D

    AntwortenLöschen