Freitag, 14. Januar 2011

[Rezension] Laura Whitcomb - Silberlicht

Laura Whitcomb - Silberlicht

PAN-Verlag
ISBN: 978-3426283288
320 Seiten - gebundene Ausgabe

Helen ist tot, aber sie darf nicht in den Himmel. Warum weiß sie nicht, aber sie ahnt, daß sie etwas schreckliches begangen haben muß, um so bestraft zu werden.

So wandelt sie unsichtbar durch die Welt, immer an einen ihrer "Bewahrer" gebunden. Teilt sein Leben bis zu seinem Tode - ohne jemals erkannt zu werden. Immer sind es Schriftsteller, denen sie meint die richtigen Worte einzuflüstern. Als stille Muse.

Ihr derzeitiger Bewahrer, Mr. Brown ist außerdem Lehrer. Helen begleitet ihn täglich in die Schule, denn sie darf sich nie weit von ihren Bewahrern entfernen - sonst hat sie das Gefühl, etwas schlimmes zieht sie hinab in ein feuchtes, dunkles Grab. So lauscht sie seinem Unterricht, während sie neben ihm steht, völlig unerkannt. Bis zu jenem Tag, an dem ein Schüler sie auf einmal bemerkt. Er kann sie sehen.

Helen ist verängstigt und gleichzeitig fasziniert. Und als sie sich dem Jungen Billy nähert, erfährt sie, daß er bewohnt wird von James - der auch eine Lichtgestalt war, wie sie. James hat sich den Körper von Billy angeeignet, als dessen eigene Seele den Körper verließ. Und James und Hellen fühlen sich so zueinander gezogen, daß alles andere um sie herum unwichtig wird. Wichtig ist nur noch herauszufinden, wie sie für immer zusammen bleiben können.

Den Anfang des Buches fand ich wunderschön. Ich war so gefesselt von der Handlung, daß ich alles um mich herum vergaß. Eine tolle Geschichte, wie Helen und James zueinander finden und auch die ganzen detailierten Beschreibungen von Helens Dasein, brachten eine tolle Spannung auf.

Aber ab der Mitte des Buches gefiel es mir dann immer weniger. Eine erst so zart geknüpfte Beziehung von zwei Menschen, von denen eine aus einer so vergangenen Zeit stammt, die dann auf einmal sich wie aufmüpfige Teenager benehmen. Die Person, die sie sich für Helen aussuchen so ohne Bedacht gewählt, so gänzlich unterschiedlich zu der Person Billy. Und ich hatte das Gefühl, daß die Autorin zum Ende des Buches hin die Lust verlor. Die Beschreibungen wurden knapper, es gab keine ausführlicheren Erklärungen mehr zu bestimmten Ereignissen, so daß der Leser auf seine Fantasie angewiesen war.

Ich finde das Buch jetzt nicht richtig schlecht, aber ich hätte mir die zweite Hälfte so wie die erste gewünscht. Alles ein bißchen verzaubert und unschuldig. Auch den Schreibstil empfand ich, als hätten ihn zwei Personen geschrieben. Am Anfang fesselte er mich, ließ mich total eintauchen, jeden Satz genießen. Am Ende langweilten mich nichtssagende Sätze, hektischer Ablauf der Ereignisse und ich verfiel wieder in meine Quer-Leserei um das Buch endlich zu beenden.

Auf dem hinteren Cover steht "Helen und James - das neue Traumpaar der übersinnlichen Welt" - nun, dem kann ich zumindest nicht wirklich beipflichten. Zu Beginn, ja ganz klar. Zum Ende hin? Zu weltlich, dann zu abgehoben - und viel zu modern ... Ich glaube nicht, daß ich das Buch noch einmal lesen würde. Von mir diesmal also nicht unbedingt eine Kaufempfehlung, allerdings ist dies nur meine Meinung.

Ganz besonders gelungen aber finde ich wieder das liebevoll gestaltete Cover des Buches. Mit einem glänzenden, leicht rauhen Papier bezogen, das sich fast wie Stoff anfühlt. Auch die Schnörkel und das nur schwach gemalte Gesicht (von Helen?) passen hervorragend zum Inhalt.

Einen Satz hab ich Euch diesmal auch nicht mitgebracht, mich hat irgendwie keiner besonders berührt.

Kommentare:

  1. Mich konnte das Buch leider auch nicht überzeugen. Zu Beginn war es, als würde man in die Story hineingeworfen ... dann, als man dran gewöhnt war, und sich wohl gefühlt hat beim Lesen, hat sich alles enorm geändert. Es ist fast so, wie zwei völlig verschiedene Geschichten ... die Grundidee fand ich dabei gut.

    Lieben Gruß, Stella

    AntwortenLöschen