Dienstag, 25. Januar 2011

[Rezension] Jane Eagland - Mein Herz so wild

Ja, man solls nicht glauben, ich habs schon durch ;)

Jane Eagland - Mein Herz so wild

dtv-verlag
ISBN: 978-3-423-24839-6
447 Seiten - Taschenbuch
Bevor ich beginne, möchte ich mich noch einmal herzlich beim dtv - Verlag für das Rezensions-Exemplar bedanken!

So und untypisch für mich eigentlich, möchte ich, bevor ich mit der Rezension beginne, Euch mal eben den Covertext näherbringen - damit Ihr meine spätere Rezension vielleicht besser versteht:

England um 1870: Lousia Cosgrove hat das Gefühl, sich in einem Albtraum zu befinden. Statt bei Freunden ist sie in einer Irrenanstalt gelandet, wo man sie beharrlich mit dem Namen Lucy Childs anspricht. Und jeder Protest ihrerseits wird nur als weiteres Indiz für ihre geistige Zerrütung gewertet. Doch Louisa kämpft um ihre Freiheit - und findet den Schlüssel dazu, wo sie ihn nie vermutet hätte.

Soweit klingt das Buch für mich sehr interessant und spannend. Die Geschichte beginnt ziemlich genau so, wie gerade geschildert. Das Buch ist anfangs abwechselnd in der Gegenwart und Vergangenheit geschrieben. So erlebt man immer wieder, was Louisa gerade in der Nervenheilanstalt widerfährt - und gleichzeitig, wie es dazu kam. Auch dieses Konzept gefiel mir sehr gut. Zumal es nicht durch das ganze Buch führt, sondern irgendwann nur noch in der Gegenwart stattfindet.

Sehr betroffen war ich von den Schilderungen der Tagesabläufe in der Irrenanstalt, von den dortigen Stationen 1 - 5, wovon 5 schlimmer ist, als jeder Alptraum, den Ihr Euch vorstellen könnt. Die Menschen vegetieren nur noch vor sich hin.

Louisa - gegen ihren Willen und ohne ihr Wissen dort eingeliefert - versucht alles mögliche, um dem Haus zu entkommen. Über anfänglich vernünftiges Reden bishin zu Fluchtversuchen, die umso härter bestraft werden. Keiner im Haus will ihr glauben, daß sie nicht Lucy Childs ist - zumindest behauptet das jeder, jedoch ist sich Louisa nicht sicher, ob das ganze nicht aufgesetzt ist. Sie schafft es sogar irgendwann hinter die Kulissen zu blicken und herauszufinden, wer sie hat einliefern lassen. Ein Mensch, von dem sie es nicht erwartet hat. Und trotzdem hat Louisa keine Zweifel daran, daß dem so ist.

Nebenbei erfährt man - gerade aus den Passagen der Vergangenheit - auch noch, daß Louisas Vater ein Arzt war und Louisa sich nichts sehnlicher wünscht, als in seine Fußstapfen treten zu können. Zu der damaligen Zeit fast noch aussichtslos. Louisas Vater ist jedoch seiner Zeit voraus und läßt Louisa lernen und ihn teilweise zu seiner Arbeit begleiten und sichert ihr am Ende, wenn auch nicht ganz überzeugt, sogar zu, sie zu unterstützen. Dazu kommt es jedoch nicht mehr, da Louisas Vater stirbt.

Das alles fand ich einen sehr interessanten Inhalt. Dem Buch zu folgen war auch nicht schwer, der Schreibstil ist sehr flüssig und die Autorin versteht es gut, mit Worten umzugehen.
Aber .. und hier kommt für mich der Haken .. ein ganz wichtiger Aspekt in diesem Buch ist auch die Liebe einer Frau zu einer Frau. Ich finde das Thema keineswegs anrüchig, ich steh da absolut neutral gegenüber. Aber es ist einfach nichts, mit dem ich mich identifizieren kann - und ehrlich gesagt, mich langweilen die Passagen über solche Themen zu Tode. Ich finde, man hätte schon irgendwie in der Beschreibung einen Hinweis darauf geben können, dann hätte man sich vorher überlegen können, ob man das Buch lesen möchte. Bitte versteht mich nicht falsch, das soll auf keinen Fall etwas gegen die Liebe unter Frauen sein - es ist einfach nicht mein Ding. Und dieser Inhalt spielt in dem Buch auch keine unerhebliche Rolle. Anfangs kaum angeschnitten,
wird es zum Ende des Buches zu einem großen Thema. Und besonders das Ende fand ich in dem Zusammenhang, wie frei vorher darüber geschrieben wird und im Bezug auf die ganze Emanzipation, die im Buch eine Rolle spielt absolut nervig und unglaubwürdig.

Insofern würde ich dem Buch nur eine mittelmäßige Wertung geben. Es ist nicht schlecht, läßt sich gut lesen, aber mich störte einfach zu viel an dem Thema am Ende.

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