Samstag, 1. August 2015

[Rezension] T.C. Bennet - Gestehe!


Derzeit nur als ebook erhältlich

ebook (31.7.15): KLICK - 0,99 (momentan) - 164 Seiten
Altersempfehlung: Erwachsene
Genre: Krimi

Exclusive Leseprobe für Euch: KLICK

Die Autorin:
Hinter T.C. Bennet versteckt sich Elke Becker, auch bekannt als J.J. Bidell. Das Pseudonym wurde gewählt, da sich hinter Gestehe! ein Kriminalroman versteckt, der nicht zu den sonstigen Büchern der Autorin passt.











Inhalt:
Alisha liebt Gregor. Doch ihre Liebe muss geheim bleiben, denn sie fürchten sich davor, wie Sascha darauf reagieren würde. Sascha, den Alisha hat abblitzen lassen. Noch ein paar Monate müssen sie ihre  Liebe verheimlichen, dann gehen sie ans College und damit verschwinden sie aus Saschas Nähe. Doch Alisha mag nicht einen Abend ohne Gregor sein und so geht auch sie in die Disco, in der sich die Clique trifft. Alle sind da - nur Gregor fehlt. Alisha hat eine Vorahnung und versucht, unauffällig wieder zu gehen, doch Sascha hat sie schon entdeckt und ahnt, dass ihm etwas verheimlicht wird. Sein Plan ist es, ihr ein wenig Angst einzujagen. Doch schon bald wird aus dem vermeintlichen Spaß bitterer ernst. Alisha verschwindet, doch die ganze Clique will nichts mit ihrem Verschwinden zu tun haben. Franziska, Alishas Mutter ist sich sicher, ihre Tochter wird nie zurückkehren. Doch sie gibt nie auf - genau so wenig wie Julian der ermittelnde Beamte. Und Jahre später geschieht etwas, das alles noch einmal aufrollt ...


Meine Meinung:
Ich lese fast nie Krimis oder Thriller .. ich mag sie einfach nicht, sie langweilen mich oft sehr. Doch ab und an mache ich eine Ausnahme - wenn mich eine Geschichte anspricht oder aber ich sonst von diesem Autor alles verschlinge .. dann wage ich es zumindest, und fange die Geschichte an. Und genau so war es auch hier. Ich mag die Autorin, ihren Schreibstil und ihre Bücher und natürlich teste ich dann auch einen Krimi .. neugierig, ob sie mich auch damit überzeugen kann .. und eigentlich in der Annahme, wieder gähnend über den Seiten zu sitzen, wie sonst so oft bei Krimis. Doch diese Geschichte hat mich überrascht. Warum ich das alles so ausführe? Damit Ihr gewarnt seid, ich bin kein Thriller-Spezialist. Mich kann man tatsächlich aufs Glatteis führen .. mich im Unklaren halten, mich überraschen. Ob das einem wirklichen Kenner des Genres auch so geht, vermag ich nicht zu beurteilen ... nur bevor Ihr hinterher meckert, dass doch alles gaaaanz klar gewesen wäre - mir war es das nicht.

Die Geschichte beginnt in einem weiter zurückliegendem Jahr. Man lernt auf ein paar wenigen Seiten Alisha kennen, kann sich ein leichtes Bild von ihr machen. Man erlebt, wie sich die Situation zuspitzt ... doch dann landet man in der Gegenwart. Weiß nicht, was geschah, was damals wirklich passierte. Jetzt wird man mit dem konfrontiert, wie es ist, wenn nichts geklärt ist, wenn alles in einer Schwebe hängt und man erlebt eine Mutter, die nicht aufgeben kann oder will. Oder beides.

Ich war wirklich sehr positiv überrascht von den Charakteren in diesem Buch. Von ihren menschlichen Handlungen. Auch wenn ich natürlich nicht nachempfinden kann, was Franziska erlebte, glaube ich es zumindest erahnen zu können. Ich war fasziniert von dieser so starken Frau, von ihrem Verhalten. Wie sie nicht aufgab und trotzdem nicht nervtötend hysterisch Aufklärung verlangte. Was sich so nach und nach entwickelte - auf das ich hier natürlich nicht eingehen kann. Ich weiß, dass ich nach 50% des Buches dachte .. ok - da sind wir, aber was geschieht jetzt. Eigentlich an einem Punkt wo  man denkt, nunja, so viel kann ja jetzt nicht kommen. Doch dann wurde es in meinen Augen spannender und spannender und ich las die zweite Hälfte in einem Rutsch, weil ich das Buch nicht weglegen konnte.

Auch wenn man natürlich ahnt, wohin das Buch führt, so war die Zielerreichung dennoch sehr offen und konnte mich wirklich überraschen. Und das war es wohl auch, was mich fesselte .. das, und dass es hier kein übliches seitenlanges ermitteln gibt, wie in den Krimis, die ich eben nicht so mag. Alles in allem behält auch dieses Buch den schönen Schreibstil der Autorin, die mich von der ersten bis letzten Seite so mühelos mitnehmen und unterhalten kann.

Fazit:
Auch für mich nicht-Krimi-Möger ein wirklich mitreißendes Buch, das mich mehrfach überraschte mit seinen Wendungen und seinem Fortschreiten. Es überzeugt mit einer wirklich guten Geschichte und interessanten Charakteren, die man gern begleitet. Obwohl ein anderes Genre findet sich auch hier der schöne Schreibstil der Autorin wieder, den ich so mag.

Meine Wertung:






Donnerstag, 30. Juli 2015

[Rezension] Irmgard Kramer - Am Ende der Welt traf ich Noah

http://www.amazon.de/gp/product/3785581270?ie=UTF8&camp=1638&creativeASIN=3785581270&linkCode=xm2&tag=httpwwwfabell-21
Verlag: Loewe
gebunden (27.7.15): KLICK - 17,95 € - 352 Seiten
ebook: KLICK - 13,99 €
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Genre: Jugendbuch / Drama

Die Autorin:
Irmgard Kramer wurde 1969 in Vorarlberg geboren und wuchs in einem alten Häuschen auf, das sich lebendig anfühlte. Nach 19 Jahren hängte sie die Arbeit als Grundschullehrerin an den Nagel und lebt heute als freie Autorin zwischen Bergen, Kühen und Käse im Bregenzerwald. Sie schreibt Geschichten für kleine und große Leser sowie Texte für Magazine.
Hier geht es zur Webseite von Irmgard Kramer:
www.irmgardkramer.at





 Inhalt:
Es ist nur ein Schritt. Ein Griff zu einem Koffer, der ihr nicht gehört. Und schon scheint sich eine ganz neue Welt für Marlene zu öffnen. Ohne es wirklich zu wollen, schlüpft sie in die Rolle einer anderen und wird in einen Strudel gezogen, aus dem es scheinbar kein entrinnen mehr gibt. Vielleicht aber möchte Marlene auch gar nicht entrinnen. Denn in dieser neuen Rolle trifft sie Noah und egal was auch immer er tut, sie ist sicher, ihn nicht wieder verlassen zu wollen. Die Tage vergehen und manchmal weiß Marlene nicht, was ist real und was entspringt nur der Fantasie von Noah, dem sie immer und immer näher kommt - heimlich. Denn alles, was ihn umgibt ist ein Rätsel und die Gefahr, darin zu verschwinden ist groß. Noah ist blind und gefangen in einer Villa mit 3 Menschen, bei denen Marlene nicht entscheiden kann, ob sie Freund oder Feind sind. Verlässt Noah die Villa, wird er sterbenskrank, deshalb lebt er in der Villa. Sagen sie. Er sagt, sie sind schuld. Marlene kommt bald an einen Punkt, wo sie nichts mehr weiß, außer ... ohne Noah will sie nicht mehr leben, und so versucht sie, mit ihm zu fliehen. Doch was dann geschieht, konnte keiner ahnen.

Meine Meinung:
Was ein Buch. Mir fehlen selten die Worte für Rezensionen. Hier aber geht es mir grad so .. irgendwie bin ich sprachlos - oder wortlos. Ich begann dieses Buch in einer wie ich dachte Leseflaute .. bereits 4 Bücher in Folge begann ich und brach ich ab. Dann nahm ich dies hier zur Hand, angezogen nur durch den Titel. Und ich begann zu lesen. Nach 50 Seiten musste ich leider für ein paar Stunden aufhören und tat doch nichts anderes, als an das Buch zu denken. Sobald möglich, griff ich wieder danach und las und las und las. Bis ich am Ende ankam ... verwirrt, beeindruckt, wortlos.

Die Geschichte ist einfach nur genial. Sie reißt einen mit. Man weiß nicht, was einen erwartet. Auf jeder neuen Seite hofft man auf die Lösung. Was ist mit Noah, was versteckt sich in der Villa. Was ist das große Geheimnis. Doch jede Seite bringt nur neue Fragen auf, verstärkt die Spannung. Man vermutet, wirft über den Haufen, ist ratlos, hat eine neue Idee, doch nichts führt zu dem Ende, das einen dann letztendlich erwartet. Das mich absolut sprachlos gemacht hat. Mit dieser Lösung, dieser Wendung hätte ich im Leben nicht gerechnet. Und als ich mich dann endlich damit arrangierte, es akzeptierte, gab es noch ein kleines unscheinbares letztes Kapitel, was mich dann noch einmal gänzlich verwirrte.

Aber all das ist absolut positiv gemeint. Das Buch war so anders, so unwirklich wie Marlenes Empfinden. Und auch jetzt, Stunden nach dem ich die letzte Seite las, ist es zu 100%ig in meinem Kopf und beschäftigt mich. Lässt mich die letzten Seiten noch einmal lesen ... ob ich irgendwas übersah, denn für mich ist auch dieser letzte Abschluss so unwirklich .. so offen und dennoch geschlossen. Klingt sehr wirr denke ich, wenn man das Buch nicht kennt. Passt aber wohl auch irgendwie zum Buch selbst :)

Der Schreibstil der Autorin ist richtig toll. Sie schafft es, mich als Leser direkt auf der ersten Seite zu packen. Man ist sofort mitten in der Handlung und hat auch nie nur irgendwo das Gefühl, es würde eine Information fehlen, ohne dass viel erklärt wird von dem, was war, was vorher geschah, wie es dazu kam.

Eigentlich müsste man das Buch am Ende noch einmal von vorn beginnen. Denn mit dem Wissen sieht man so vieles klar, was vorher eine ganz andere Wirkung hatte, versteht so vieles, was man vorher gar nicht in Frage stellte. Es ist so raffiniert, so voller kleiner Details, die sich erst nach und nach zeigen. Wundervoll!

Fazit:
Ein Buch, das einem wie ein Traum vorkommt, so wie Marlene nie sicher ist, was ist wahr, was nicht. Das einen mitreisst, dem man nicht auf die Spur kommt. Das einen durch sein Ende, seine Wendungen absolut überrascht, da man mit allem rechnete, aber nicht damit. Das einen in die Verlockung zieht, nach dem Ende noch einmal von vorn zu beginnen, weil nun alles ein anderes Licht hat. Wer zu den Menschen gehört, die das Ende zuerst lesen - bitte hier nicht .. lasst Euch einfach überraschen, denn sonst fehlt Euch sicherlich eine ganz große Besonderheit des Buches, die es für mich zu einem der besten dieses Jahr werden lässt!

Meine Wertung:






http://www.amazon.de/gp/product/3785581270?ie=UTF8&camp=1638&creativeASIN=3785581270&linkCode=xm2&tag=httpwwwfabell-21




Dienstag, 28. Juli 2015

[Gastrezension] Florian Herb - Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg

Verlag: Ullstein
Taschenbuch (10.7.15) KLICK - 9,99 € - 256 Seiten
ebook: KLICK - 8,99 €
Altersempfehlung: Erwachsene
Genre: Roman



Über den Autor:
Florian Herb, 1971 in Berlin geboren, lebt mit seiner Frau und den beiden Söhnen im Allgäu. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit begeistert er sich für Musik, Fotografie, Film, Theater, den VFB Stuttgart und die Tücken des menschliEige Zusammenlebens.












Inhalt:
Eigentlich sieht die ältere Dame ganz normal aus, die morgens in Alvaros Taxi steigt. Auch dass sie sich zuerst zum Hauptbahnhof und dann doch zum Flughafen fahren lässt, macht ihn nicht stutzig. Aber warum lässt sie ihren geblümten Rollkoffer nicht los?
Bevor Alvaro sich versieht, ist er mit Klara Lüdtke und einer Lotto-Million in bar auf dem Weg von Berlin nach Andalusien – verfolgt von Klaras Verwandtschaft und von Alvaros Chef, der sein Taxi zurück will …


Meine Meinung:
Wo soll man anfangen wenn alles erwähnenswert ist?
Beginne ich einfach beim Cover. Meine Lieblingsfarben sind tatsächlich grün und gelb und ein Cover in genau den Farben – fantastisch! Dazu die mediterrane Landschaft im Hintergrund und ein vollbeladenes Taxi davor, das ist definitiv ein eye-catcher und macht neugierig auf die Geschichte.

Zu Beginn eben dieser Geschichte lernt man Alvaro Contente de Ayllon kennen, der über Nacht den Verlauf seines bisherigen Lebens in Frage stellt. Ein Gespräch mit seiner Vermieterin Kerstin, die früher Karsten hieß, lässt noch mehr Zweifel bei ihm aufkommen und er bricht alte Gepflogenheiten. So lässt er zum Beispiel an dem Morgen keine laute Musik laufen, frühstückt nicht im » Frühen Vogel « und geht missmutig zur Arbeit. Dort wartet sein Chef Cemal mit einem speziellen neuen Taxi auf ihn und als dann Klara Lüdtke, eine sechzigjährige Rentnerin, an sein Fenster klopft, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Gemeinsam begeben sich die beiden auf eine abenteuerliche Fahrt, die von Berlin über Paris, Nizza und Barcelona nach Sierra Nevada führt. Während dieser Fahrt lernen Alvaro und Klara nicht nur interessante Menschen kennen, sehen nicht nur atemberaubende Städte und Naturwunder, sie lernen auch viel von dem anderen kennen und vor allem aber über sich selbst.


Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gepackt und es hat mir unglaublichen Spaß gemacht, gemeinsam mit Alvaro und Klara durch die Gegend zu reisen. Die Städte die die beiden besucht haben sind so liebevoll und detailreich beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, ich stünde selbst dort und betrachte das alles mit eigenen Augen.

Die Charaktere sind so authentisch wie sympathisch. Sei es Kerstin mit ihrem leicht esoterischen Hauch, Cemal mit einem waschechten Berliner Slang oder Genosse Ossietzky der genauso merkwürdig wie liebenswert ist. Die beiden Hauptcharaktere Alvaro und Klara wirken so echt, dass ich sie nach dem Lesen wirklich vermisst habe.

Allgemein sind die 251 Seiten nur so dahingeflogen was zum einen an der wirklich tollen Geschichte lag, und zum anderen an dem lebhaften Erzählstil. Hier ist man wirklich mittendrin statt nur dabei!
Außerdem steckt so viel Wahrheit zwischen den beiden schönen Buchdeckeln, dass es fast schon weh tut. Normalerweise schreibe ich besonders schöne Textstellen immer heraus, aber hier hätte ich dann fast das ganze Buch abschreiben müssen. Eine Passage jedoch ist mir nicht aus dem Kopf gegangen:

» Doch dann bist du erschienen und hast mir gezeigt, worauf es im Leben eigentlich ankommt, dass es durchaus lohnenswert ist, es selbst in die Hand zu nehmen, und dass es nie zu spät ist, dafür zu kämpfen. « (Seite 177)


Fazit:
Eine Reise voller Mut, Abenteuer, Freundschaft, Liebe und vor allem eine Reise zu sich selbst. Ich empfehle dieses Buch jedem der vielleicht auch manchmal an sich selbst zweifelt und nach Antworten auf ungestellte Fragen sucht. Dieses Buch gibt keine Antworten, aber Kraft und den Glauben daran, dass man es selbst in der Hand hat.

Meine Wertung:




Donnerstag, 23. Juli 2015

[Rezension] Lucy Dillon - Der Prinz in meinem Märchen

http://www.amazon.de/gp/product/3442478510?ie=UTF8&camp=1638&creativeASIN=3442478510&linkCode=xm2&tag=httpwwwfabell-21
Verlag: Goldmann
Taschenbuch (18.2.13): KLICK - 9,99 € - 608 Seiten
ebook: KLICK - 8,99 €
Altersempfehlung: Erwachsene
Genre: Roman

Die Autorin:
Lucy Dillon kommt aus Cumbria, einer Grafschaft im Nordwesten Englands und lebt mit ihrem Dackel Violet in London und Wye Valley










Inhalt:
Michelle ist vor ihrer Familie und ihrem Exmann nahezu geflohen. Fernab von ihrer bisherigen Heimat baut sie sich eine neue Existenz auf... ein kleiner Laden, in dem sie all das verkauft, was ein Heim gemütlicher macht. Aber nicht nur ihr Laden gedeiht, sondern auch ihre Bekanntschaften ringsrum. Und so knüpft sie vorsichtige Kontakte zu Anna, einer jungen Frau. Gleichzeitig ist dies auch die Geschichte von Anna, deren Traum in Erfüllung geht, als sie das Regiment in einem kleinen Buchladen übernehmen kann. Anna bringt so viel Herzblut mit in diesen Laden, dass er schon bald viel mehr ist, als ein Laden. Ein Treffpunkt der Menschen, ein Ort, an dem die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander treffen. Doch diesen Job hat sie nur Michelle zu verdanken, die eigentlich etwas ganz anderes mit dem Laden plant, sobald sie nicht mehr an bestimmte Auflagen gebunden ist. Doch Michelles Geister der Vergangenheit werden immer präsenter und Michelle zieht sich immer weiter in ihr Schneckenhaus zurück und vergrault die Menschen, die es gut mit ihr meinen.

Meine Meinung:
Wenn man den Titel des Buches liest, das Cover sieht und den Original-Inhalt liest, erwartet man etwas ganz anderes, als einem letztendlich präsentiert wird. Ich dachte an ein leichtes Buch, an eine bezaubernde Liebesgeschichte, an Freundschaft und einen magischen Buchladen. Ich bekam zerrüttete Vergangenheiten, gestörte Familien, Dramen und schwierige Charaktere. Und das fand ich sehr sehr schade. Denn ich denke, dass viele dieses Buch vielleicht mit falschen Voraussetzungen beginnen - so wie ich - und dann enttäuscht sein könnten.

Ich gebe zu, ich habe das Buch trotzdem bis zum Ende gelesen und es hat mir sehr gut gefallen, auch wenn es etwas ganz anderes war, als ich erwartete. Mir aber gefielen die Probleme der beiden so ungleichen Freundinnen und deren Lösungswege. Mir gefiel auch, wie sie in diesem Buch wuchsen, zu sich selbst fanden oder aber ihren Weg. Nicht alles kann man verändern, nicht jeder Wunsch wird einem erfüllt. Aber man kann immer wieder versuchen, das Beste aus allem zu machen. Und das zeigten uns diese Beiden sehr gut.

Eigentlich sind es zwei Geschichten in einer, die sich am Rande berühren. Mehr als um die Freundschaft der Beiden geht es aber um das Leben jeder Einzelnen. Sehr unterschiedliche Leben, die das ganze sehr interessant gestalteten.

Was mir wirklich gut gefiel, war Annas Liebe zu Büchern - vor allem zu Kinderbüchern. Sie schwelgte so oft in Erinnerungen aus ihrer Kindheit und nannte Bücher, die auch ich aus meiner Kindheit kenne und liebe .. sei es Dolly oder Fünf Freunde oder Schwarze Sieben .. wie oft fühlte ich mich erinnert. Auch gut gefiel mir, dass jedes Kapiel mit einem Buchfazit einer Person aus der Geschichte begann, das war auch sehr unterhaltsam! Wäre Annas Liebe zu den Büchern und 2 tierische Darsteller und ihre Geschichten in diesem Buch nicht gewesen, ich glaube, ich hätte irgendwann aufgegeben. Denn in weiten Teilen fand ich das Buch schon sehr deprimierend, traurig aber auch sehr realistisch, was es irgendwie noch düsterer machte. Dennoch konnte und wollte ich nicht aufhören, da ich unbedingt das Ende erfahren wollte.

Meine Sympathien gehören hier aber ganz klar Anna (die übrigens nur gern AnnE hieße, wie sie selbst erzählt). Michelle war mir zu verkorkst ... verständlich, aber dennoch mochte ich sie nicht so richtig, auch wenn sie mir leid tat.

Fazit:
Ein interessantes Buch über zwei ganz unterschiedliche Lebensgeschichten, die am Rande miteinander verbunden sind, aber dennoch sehr eigenständig. Wer etwas märchenhaftes oder die große Liebe erhofft, der ist hier nicht so ganz richtig, auch wenn die Liebe schon eine große Rolle spielt - wenn auch eher eine tragische. Dafür zeigt einem das Buch, wie wichtig es ist, seinen Weg zu gehen, auch wenn man manchmal Umwege in Kauf nehmen muss. Und das Freundschaft ein sehr wichtiger Teil dieses Weges ist.

Meine Wertung:




Dienstag, 21. Juli 2015

[Rezension] Emma Bieling - Cinderella auf Sylt

http://www.amazon.de/gp/product/3746627990?ie=UTF8&camp=1638&creativeASIN=3746627990&linkCode=xm2&tag=httpwwwfabell-21
Verlag: aufbau
Taschenbuch (12.3.12): KLICK - 12,99 € - 240 Seiten
ebook: KLICK - 6,99 €
Altersempfehlung: Erwachsene
Genre: Romance / Chicklit

Die Autorin:
Emma Bieling lebt mit ihrer Familie in einem idyllischen Dorf in Nordrhein-Westfalen. Von ihr erschien bisher im Aufbau Taschenbuch der Roman: „Cinderella auf Sylt“. Ihr neuer Roman „Rapunzel auf Rügen“ erscheint im Frühjahr 2013.







Inhalt:
Cinderella hat die Nase voll von ihrem Leben in Halle und von ihrem untreuen Freund Mike und packt ihre sieben Sachen und flüchtet nach Sylt. Ausgerechnet auf diese Insel der Reichen und schönen und das ohne einen Pfennig Geld in der Tasche. Mit viel Glück ergattert sie eine Arbeit und eine Wohnung und richtet sich mit ihrem Sohn gemütlich ein. Doch als Alleinerziehende hat man es schwer und oft fehlt die Zeit für ihren kleinen Sohn. Aus diesem Grund gibt sie eine Annonce für einen Ersatzvater auf, der sich um ihren Sohn kümmern soll, wenn sie arbeiten muss. Der Einzige, der sich darauf meldet, ist Moritz, ein Student, der sich nebenbei ein wenig Geld verdienen muss. Da er sich auf Anhieb mit Tommy versteht, willigt Cinderella notgedrungen ein, denn wirklich recht ist es ihr nicht, denn er lässt auch ihr Herz höher schlagen und eigentlich hat sie doch allen Männern abgeschworen...

Meine Meinung:
Das Buch liegt auch schon länger auf meinem SUB, doch immer wieder hat es mich angelächelt und nun ließ es mir keine Ruhe mehr und ich begann ... und inhallierte es nahezu in einem Atemzug.

Es ist eine schöne Geschichte, hier und da vorhersehbar, was ihr aber keinen Abbruch tut. Manchmal ist es einfach auch schön, wenn alles so läuft, wie man es sich denkt und trotzdem ist die Unterhaltung dabei ungebrochen.

Cinderella - mein gott, wie kann man sein Kind ernsthaft Cinderella nennen??? - mochte ich eigentlich recht gern. Hier und da fand ich sie vielleicht etwas anstrengend - ihren Hang zum wegrennen, wenns kompliziert wird z.B. - oder ihre -Nachgiebigkeit ihrem Ex gegenüber, der von mir nicht viel mehr als einen herzlichen Fußtritt erhalten hätte. Und auch ein wenig ihre Treulosigkeit gegenüber ihrer besten Freundin Jule ärgerte mich ab und an ein wenig. Allerdings muss man Cindy auch zugestehen, dass sie wirklich mehr zu tun hat, als es für eine Person gut ist. Sicher, wenn man ausgerechnet auf Sylt leben möchte, dann reicht das Gehalt eines Zimmermädchens nicht und ein zweiter Job muss her und das ist neben einem Kleinkind dann sehr anstrengend. Daher konnte ich ihr manches auch gut verzeihen.

Das Buch ist der erste Roman der Autorin und obwohl ich wirklich angetan war von der Geschichte, fehlte mir hier und da doch noch ein bisschen was.. viele Szenen waren für mich irgendwie wie gekürzt. Zu gern hätte ich mehr über die Entwicklung des zweiten Jobs gelesen oder warum sie am Ende dieses eine Kleid nähte, ob sie vorher schon wusste, was danach bekannt wurde. Hätte mehr Erklärungen rund um Cindys überstürzte Flucht gewünscht .. Kleinigkeiten, die aber hier und da ein unbefriedigendes Gefühl hinterlassen, dass die Geschichte nicht ganz vollständig ist. Aber das waren wirklich nur Kleinigkeiten und ich bin sehr gespannt auf das zweite Buch von ihr, dass ich mir garantiert auch noch besorgen werde ...

Fazit:
Eine schöne, unterhaltsame Geschichte, die gute Unterhaltung bringt. Die Protagonistin ist sympathisch mit kleinen Fehlern, was sie sehr menschlich macht. Die schöne Kulisse und niedliche Details bringen Urlaubsstimmung mit sich und bereiten ein paar schöne Lesestunden.

Meine Wertung:





Donnerstag, 16. Juli 2015

[Rezension] Christopher Ross - Clarissa 1

http://www.amazon.de/gp/product/3955696790?ie=UTF8&camp=1638&creativeASIN=3955696790&linkCode=xm2&tag=httpwwwfabell-21
Band 1 - Im Herzen die Wildnis

Verlag: Weltbild

Diese Bücher gibt es nur noch bei Weltbild
Taschenbuch: KLICK - 5,99 € - 464 Seiten
ebook: KLICK  4,99 €
Altersempfehlung: ? - Erwachsene
Genre: Historic / Romance

Der Autor:

Thomas Jeier wuchs in Frankfurt am Main auf und lebt heute bei München und „on the road“ in den USA und Kanada. Seit seiner Jugend zieht es ihn nach Nordamerika, immer auf der Suche nach interessanten Begegnungen und neuen Abenteuern. Unter seinem eigenen Namen veröffentlicht er Reisebücher und Jugendromane, unter seinem Pseudonym „Christopher Ross“ ist er mit romantischen Abenteuerromanen wie den Bänden der „Clarissa“-Serie erfolgreich.


Inhalt:
Clarissa muss nach dem Tod ihrer Eltern als Dienstmädchen arbeiten. Ihr derzeitiger Arbeitgeber ist streng, aber korrekt. Doch dann kommt der Sohn Thomas nach Hause und stellt ihr nach. Als sie sich wehrt, beschuldigt er sie des Diebstahls und schlimmer, so dass Clarissa flüchten muss. Ihre abenteuerliche Reise führt sie in die Wildnis, wo sie den Fallensteller Alex kennenlernt, der ihr zur Flucht in ein einsames Dorf hilft. Doch Thomas gibt nicht auf und steigert sich in eine wahnsinnige Rache und folgt ihr überall hin. Auf einer erneuten Flucht landet sie mitten in der Wildnis bei einem Indianerstamm. Ob sie dort ihre Ruhe finden kann? Einzig Bones, ein einsamer Wolf und ihr Beschützer ist immer dort, wo auch sie ist. Doch sie kann Alex nicht vergessen und weiß nicht einmal, ob er noch am Leben ist.

Meine Meinung:
Dieses Buch (und 2 weitere Folgebände) liegen auch schon ewig auf meinem SUB, weil sie mir eindringlich empfohlen wurden. Nun war es endlich soweit und ich habe zum ersten Band gegriffen.

Ein Roman, der sich wirklich wunderschön und leicht lesen lässt. Sicherlich kein anspruchsvolles Buch, dennoch überzeugt es mit tollen Schilderungen der Gegenden, magischen Begegnungen, ein bisschen was fürs Herz und jeder Menge Spannung. Auch wenn ich hin und wieder doch arg zweifelte, an dem, was die Protagonistin so denkt ... denn der Roman spielt in den 1890ern und an einer Stelle denkt die Protagonistin über den Hockeystar der Schulmannschaft nach? Ob es das da so wirklich gab? Hockeystar? Ich bezweifel es. Überhaupt fand ich Clarissa recht locker für die damalige Zeit, auch wenn sie hier und da dann doch einen Schritt zurücktritt im Gedenken an ihre Mutter. Wenn man aber mal historische Korrektheiten außer acht lässt (ich vermute hier auch nur Unstimmigkeiten, genau weiß ich es nicht, für Recherchen ist es mir zu unwichtig), erhält man auf jeden Fall eine tolle Unterhaltung. Und so hab ich das Buch fast in einem Rutsch gelesen.

Was mir besonders gut gefiel, waren die erzählungen über den Wolf Bones, über die Schlittenhunde und das Leben so allgemein bei den Siedlern und bei den Indianern, die Probleme, das Zusammenleben. Sicherlich alles nur sehr oberflächlich, aber durch die vielen verschiedenen Themen ergab es einfach eine wirklich interessante Mischung.

Clarissa mochte ich gern, auch wenn ich sie hier und da etwas naiv fand, so war sie jedoch immer bemüht, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und einen Ausweg zu suchen. Ihr Kampfgeist und ihre wirklich liebevolle Art gefielen mir sehr gut. Und auch Alex war ein angenehmer Zeitgenosse, von dem ich gern noch mehr erfahren hätte.

Fazit:
Eine schöne leichte Unterhaltung mit Spannung, magischen Begegnungen und ein bisschen was fürs Herz. Wäre ich nicht hier und da mal über Formulierungen gestolpert, die sich für mich für die 1890er Jahre so fremd anfühlten, hätte ich sicherlich auch volle Punktzahl gegeben. So aber habe ich die Wertung etwas herabgesetzt, weil ich mich öfter irritiert gewundert habe. Ich freue mich aber defintiv auf die Fortsetzung.

Meine Wertung:










Freitag, 10. Juli 2015

[Hörbuch-Rezension] Britta Sabbag - Herzriss

ACHTUNG: Dies ist die Fortsetzung von Stolperherz - die Rezension hat Spoiler zu Teil 1 !!

Verlag: rubikon audioverlag

Hörbuch-CD: KLICK - 12,99 €
gebundene Ausgabe: KLICK - 12,99 € - 224 Seiten
ebook: KLICK - 9,99 €
Altersempfehlung: 13-15 Jahre
Genre: Jugendbuch

Die Autorin:
www.brittasabbag.de 
Britta Sabbag, geboren in Osnabrück, studierte Sprachwissenschaften, Psychologie und Pädagogik an der Universität Bonn. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums arbeitete sie sechs Jahre als Personalerin in verschiedenen Firmen. Als die Krise zuschlug, nutzte sie die Chance, um das zu tun, was sie schon immer tun wollte: schreiben. Ihr Debüt "Pinguinwetter" wurde auf Anhieb zum Bestseller. Sie mag: Für die braunen Dinger aus der Colorado-Tüte würde sie töten und sie liebt Sushi zu jeder Tageszeit. Außerdem ist sie es als älteste von drei Kindern gewohnt, um ihre Nahrung zu kämpfen, und beschriftet noch heute heimlich Joghurts und Eisverpackungen in Eddingschrift mit ihrem Namen. Sie mag nicht: Leute, die mitten in der Fußgängerzone stehenbleiben, leben in ihrer Nähe gefährlich und auch alle Arten von Verpackungen, die mit System zu öffnen sind, verursachen leichte bis mittelschwere Wutausbrüche. Seit sie schreibt, überlegt sie ernsthaft, einen Wein- oder zumindest einen Spirituosenhändler zu ehelichen, da der Bedarf stetig steigt. Über sich selbst: sagt sie, sie sei die beste Romanvorlage, weil niemand erfinden kann, was ihr täglich passiert. Wer also immer noch glaubt, das Leben der Bridget Jones sei unrealistisch, kann gerne mal einen Tag mit ihr verbringen



Inhalt:
Sanny ist glücklich mit Greg. Doch das ändert sich schlagartig, als die Band ein Angebot für einen Plattenvertrag bekommt. Doch daraus wird nichts, vielmehr beginnt Greg eine Solokarriere. Das bedroht sowohl den Zusammenhalt der Band, als auch die Beziehung zu Sanny. Gerade jetzt aber braucht Sanny einen Halt, denn eine große Herz-OP soll vorgenommen werden. Sanny verbringt immer mehr Zeit mit Lex und ist sich ihrer Gefühle zu Greg nicht mehr sicher. Während dessen zerbricht auch ihre Familie immer mehr. Sanny ist gezwungen, sich vielen Problemen zu stellen und weiß an manchen Tagen nicht mehr, wie es noch weiter gehen soll.

Meine Meinung:
Eine wundervolle Fortsetzung, die mir fast noch besser als der erste Teil gefiel, auch wenn das Ende einfach nicht meins war ... ich hätte mir doch was anderes erhofft, jedoch passt es zur Geschichte.

Sanny wird erwachsen. Gerade in diesem zweiten Teil, merkt man mehr und mehr, wie sie sich festigt, ihre Prioritäten setzt. Aber auch, wie wichtig Freunde und Halt sind. Sanny hat Glück, ihre Freunde zu haben, die ihr wenigstens eine Konstante in dem ganzen Chaos bringen. Denn ihre Beziehung ist ein einziges Chaos. Lange Trennungen sind immer schwierig zu bewältigen. Und gerade in diesem Alter, ist die Beziehung einfach noch nicht fest genug. Gregs Verhalten in einigen Dingen ist seinem Alter entsprechend: unreif. Doch auch ihn kann man gut verstehen, im Laufe der Geschichte erklärt er sein Verhalten auch sehr klar. Man merkt einfach, dass sich nicht nur Sanny weiter entwickelt.

Flocke ging mir auch in diesem Teil ein bisschen auf den Geist .. aber nur ein bisschen. Denn der gutmütige Kerl gehört einfach zur Geschichte dazu und bringt einen hier und da auch zum lachen.

Ich persönlich bin ja ein Fan von Lex, der meinem Geschmack nach in dieser Geschichte auch wieder ein bisschen zu kurz kommt .. aber er spielt nun mal keine der Hauptrollen .. vielleicht wird ihm ja auch noch ein Buch irgendwann gewidmet, ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen.

Alles in allem setzt diese Geschichte dort an, wo sonst Geschichten enden .. beim vermeintlichen Happy End. Und hier sieht man ganz toll, was passiert, wenn es weiter geht. Die Probleme, die auf einen zukommen - manche lösbar, manche unüberwindbar. Besonders gut hat mir einfach gefallen, wie alle wichtigen Charaktere sich weiterentwickeln, erwachsener werden.

Auch die Sprecherin hat mir - wie schon im ersten Teil - sehr gut gefallen, außer, wenn sie englisch spricht .. ich weiß nicht warum, aber das finde ich irgendwie nicht hörenswert. Glücklicherweise waren das nur wenige Momente :)

Fazit:
Eine wundervolle Fortsetzung, in der man erlebt, was nach einem Happy End geschieht. Was für Probleme auftauchen, die gelöst werden wollen - oder manchmal auch einfach hingenommen werden müssen. In der man sieht, wie die Charaktere reifen und erwachsener werden. Ein Hörbuch, das sehr leicht die Aufmerksamkeit festhält und somit wirklich schön zu hören ist!

Meine Wertung:



Hier noch einmal Teil 1 und 2:







Sonntag, 5. Juli 2015

[Vanessas Rezension] Paula Hawkins - Girl on the train

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Verlag: Blanvalet

broschierte Ausgabe: KLICK - 12,99 € - 478 Seiten
ebook: KLICK - 9,99 €
Hörbuch-CD: KLICK - 9,26 €
Altersempfehlung: Erwachsene
Genre: Thriller

Die Autorin:
Paula Hawkins wuchs in Simbabwe auf. 1989 zog sie nach London, wo sie bis heute lebt. Sie arbeitete fünfzehn Jahre lang als Journalistin, bevor sie mit dem Schreiben von Romanen begann. Ihr erster Spannungsroman „Girl on the train“ eroberte in England und den USA auf Anhieb die Spitze der Bestsellerlisten, und noch vor Erscheinen sicherte sich DreamWorks die Filmrechte.









Inhalt:
Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.
Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von „Jess“. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse …


Meine Meinung:
Noch bevor ich wirklich wusste worum es in diesem Buch geht war mir klar, dass ich es lesen muss! Warum? Überall hört man zu einer gravierenden Ähnlichkeit zu „Gone Girl“ und ich gehöre zu der Fraktion, die das Buch richtig gut finden. Da liegt es ja auf der Hand, dass „Girl on the train“ direkt auf meine Wunschliste und schlussendlich in mein Regal gewandert ist.
Und was soll ich sagen? Innerhalb von nicht mal zwei Tagen habe ich dieses Buch geradezu verschlungen – die Ähnlichkeit zu „Gone Girl“ jedoch erschließt sich mir nicht, aber dazu später mehr.

Gemeinsam mit Rachel pendelt man jeden Morgen im Acht-Uhr-Vierer von Ashbury nach Euston und abends wieder zurück. Und jeden Morgen hält der Zug, aufgrund von widrigen Streckenverhältnissen, an derselben Stelle an und wie es der Zufall so will, in der Nachbarschaft ihres altes Zuhauses. Sie beobachtet immer wieder ein Pärchen, Jess und Jason wie sie sie nennt, und denkt sich das Leben der beiden aus. Eines Morgens jedoch sieht sie dort etwas Schockierendes und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Rachel, die zu gerne trinkt und ihr Leben nicht so richtig auf die Reihe bekommt, fängt an sich zu sehr für das Vermissen von „Jess“, die eigentlich Megan heißt, zu interessieren und gerät so in einen Strudel aus Lügen, aus dem es scheinbar kein Entrinnen mehr gibt.


Dann wechselt die Ansicht, und alles wird aus Megans Perspektive erzählt. Man beginnt hinter die Vorstadtfassade zu blicken und stellt fest, dass Dinge auf den zweiten Blick immer ganz anders sind als zuerst angenommen.

Und ehe man sich versieht sitzt man selbst im Zug, auf einer Fahrt die alles verändert. Es ist schier unmöglich auszusteigen, anzuhalten oder den Platz zu wechseln. Genau so ist die Geschichte rund um Rachel – hat man einmal damit angefangen gemeinsam mit ihr auf Reise zu gehen, kann man nicht mehr damit aufhören.

Ich habe eine Schwäche für Protagonistinnen, die auf den ersten Blick total gestört rüberkommen und man immer zwischen Bedauern, Hass, Ablehnung und Mitgefühl schwankt. So ist es auch mit Rachel – zeitweise wünscht man sich, dass sie endlich mal etwas auf die Reihe bekommt, dann wieder würde man sie am Liebsten mal so richtig wachrütteln oder sie in den Arm nehmen und trösten.

Bezüglich der Ähnlichkeit zu „Gone Girl“: Ist es dort eher wie eine Achterbahnfahrt - langsam, hoch, runter, etwas schneller, wieder hoch, rasend schnell herunter, langweilige Zwischenpassagen, so ist es bei „Girl on the train“ wirklich eine Fahrt mit einem ICE. Beginnend im Bahnhof langweilt man sich und weiß nichts, mit der Zeit anzufangen, dann wird es schneller und ehe man weiß wann das passiert ist, fliegt die Landschaft vorbei und man ist schneller am Ziel als einem lieb ist.


Fazit:
Wer „Gone Girl“ mochte, wird „Girl on the train“ lieben! Und wer erst genanntes noch nicht gelesen hat, sein lassen und stattdessen das Buch von Paula Hawkins lesen und sich auf eine Fahrt gefasst machen, die es in sich hat. Ist der Anfang auch etwas langsam, ich verspreche es lohnt sich! 


Meine Wertung:




Freitag, 3. Juli 2015

[Rezension] Laura Brodie - Ich weiß, Du bist hier

http://www.amazon.de/gp/product/3423213132?ie=UTF8&camp=1638&creativeASIN=3423213132&linkCode=xm2&tag=httpwwwfabell-21
Verlag: dtv
Taschenbuch (1.8.11): KLICK - 8,95 € - 336 Seiten
ebook: KLICK - 7,99 €
Hörbuch-Download: KLICK - 13,- €
Altersempfehlung: Erwachsene
Genre: Roman

Die Autorin:
Laura Brodie studierte Englisch in Harvard und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Töchtern in Lexington, Virginia. Sie ist Professorin für Englisch an der Washington and Lee University.








Inhalt:
Sarahs Mann ertrank bei einer Kajak-Tour. Das ist sicher, auch wenn seine Leiche nicht gefunden wurde. Doch als sie ihn drei Monate nach seinem Tod in einem Supermarkt sieht, beginnt sie ein Spiel, bei dem keiner mehr weiß, ob es real ist oder nicht. Immer wieder begegnet sie ihm, bis er Halloween an ihre Tür klopft und ihr eine unglaubliche Geschichte erzählt. Ist David wirklich tot, oder stimmt seine Geschichte? Spricht sie mit ihrem Mann oder seinem Geist? Er ist so real und doch so kalt ... Sarah weiß aber auch nicht, ob sie es wirklich so genau wissen will.

Meine Meinung:
Das Buch ist absolut surreal. Eigentlich weiß man sehr lange nicht, ob Sarah hier wirklich einen Geist sieht, oder ob es tatsächlich David selbst ist. Und auch wenn es am Ende klarer ist, bleibt trotzdem noch eine weitere Frage offen ... die ich hier aber nicht stellen kann, um keinen Spoiler zu setzen.

Sarah ist eine komische Protagonistin ... weder sympathisch noch unsympathisch. Verstehen konnte ich sie teilweise schon, ich meine, wenn der Partner so aus dem Leben gerissen wird, muss man es erst langsam Stück für Stück verarbeiten denke ich. Und wer kann schon sagen, was der richtige Weg ist. Doch Sarahs Weg fand ich manchmal komisch. Genau so, wie ich einige Aktionen komisch fand, die auch nicht wirklich aufgeklärt werden, da doch einige Fragen am Ende offen bleiben ...

Neben David, der mir auch nicht wirklich sympathisch war, gab es da auch noch Nate, Davids Bruder. Ein Frauenheld, sehr attraktiv, aus dem ich aber auch nicht schlau wurde ... Rückblicke auf ihre Kennenlernzeit erzählen etwas anderes, als die Gegenwart dann präsentiert, was einen eher verwirrt zurück lässt.

Trotzdem kann man aber irgendwie nicht aufhören, dieses Buch zu lesen. Man ist einfach viel zu neugierig .. ist David ein Geist oder lebt er .. oder keines von Beiden? Ist er lediglich eine Einbildung von Sarah? Eine Art, ihre Trauer zu bewältigen, ein Eigengang des Geistes um den Menschen vor einem Verlust zu bewahren, den er nicht tragen kann? Jetzt am Ende ahnt man es .. weiß es aber nicht wirklich ... und obwohl das Buch jetzt knapp 4 Jahre auf meinem SUB lag .. es hätte nicht wirklich was gemacht, wäre es liegen geblieben ... ;)

Einen tollen Satz habe ich Euch aber noch mitgebracht, der sich bei mir irgendwie einnistete:

"Das Leben war nicht immer schön und fröhlich, mit frisiertem Haar, geweißten Zähnen und dem fertigen Abendessen auf dem Tisch. Manchmal war das Leben eben auch eine verbitterte Hexe, die mit krummen Buckel auf ihrem Bett hockte."

Fazit:
Untergetaucht, Geist oder Wahnvorstellung aus der Trauerbewältigung heraus? Was ist David wirklich? Ein Buch, das einem zeigt, wie nah all das beieinander liegen kann, dass die Grenzen verschwimmen, wenn man nicht wirklich will, dass der Partner gegangen ist, unvorhergesehen und viel zu früh. Ich gebe zu, ich musste es zu Ende lesen um Gewissheit zu haben, auch wenn ich am Ende immer noch Fragen habe. Ich würde diesem Buch 3,5 Sterne geben ... da mir aber 3 zu wenig sind, runde ich auf 4 auf. Eine klare Empfehlung könnte ich aber nicht aussprechen ... das muss hier wohl jeder selbst entscheiden.

Meine Wertung:







Dienstag, 30. Juni 2015

[Rezension] Anna Jarzab - Das Licht von Aurora

http://www.amazon.de/gp/product/3785579500?ie=UTF8&camp=1638&creativeASIN=3785579500&linkCode=xm2&tag=httpwwwfabell-21
Band 1

Verlag: Loewe
gebunden (22.6.15): KLICK - 17,95 € - 448 Seiten
ebook: KLICK - 12,99 €
Altersempfehlung: 12 - 15 Jahre
Genre: Fantasy / SiFi


Die Autorin:
Anna Jarzab wuchs in einem Vorort von Chicago und dann in Gegend von San Francisco East Bay auf. Sie studierte an der Santa Clara University Englisch und Politikwissenschaft und machte danach ihren Master an der University of Chicago in Literatur und Kreativem Schreiben. Zurzeit lebt sie in New York City.




Inhalt:
Sasha ist erstaunt, als ihr früherer Schwarm Grant sie zum Ball einlädt .. schließlich hat er noch nie mehr als fünf Worte mit ihr gesprochen. Doch Grant ist gar nicht Grant. Aber als Sasha das erkennt, ist es schon viel zu spät, denn da ist sie bereits in der Parallelwelt Aurora und soll die Stelle ihres dortigen "Analogen" einnehmen. Hier in Aurora gibt es von nahezu jedem Menschen eine Art Doppelgänger, allerdings nur, was das äußere angeht. Doch intuitv weiß sie, wie sie sich zu verhalten hat. Sasha versucht alles, um Aurora und Thomas, denn das war ihr wirklicher Begleiter zum Ball, wieder zu verlassen. Doch bald schon ist sie in ein Netz von Intrigen, Kämpfen und Gefühlen verwickelt, die sie zögern lassen, dieser Welt wieder den Rück zuzukehren.

Meine Meinung:
Ein tolles Buch, das sich leicht lesen lässt. Mit vielen neuen Ideen (jaja, Parallelwelten sind nicht neu, aber auch noch nicht verbraucht und schon gar nicht im Jugendbuchbereich), interessanten Charakteren und einer Geschichte, die hier und da auch mal zum mitdenken und nicht nur berieseln lassen anregt. Der Gedanke "was wäre wenn" nistet sich schnell im Kopf ein und nicht selten spinnt man hier und da ein bisschen rum.

Ich fand die Idee des Paralleluniversums sehr gut, vor allem mit den vermeintlichen Doppelgängern, den Analogen. Mir gefiel, dass sie nur ähnlich sind, deswegen aber nicht alles andere auch gleich sein muss, denn dann wäre es sicherlich ziemlich öde geworden.

Die Idee des Personenaustauschs kenne ich eigentlich schon aus der Serie Frings (und wahrscheinlich ist auch dort nicht der Ursprung zu suchen), aber trotzdem ist hier eine ganz eigene Geschichte entstanden, die mir wirklich gut gefällt.

Ich finde, die Autorin hat hier auch eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen, sehr interessanten Charakteren gebildet. Auch wenn man sich eigentlich mehrfach mit den gleichen Personen beschäftigt, ist es richtig toll, ihre Unterschiede zu sehen, ihre Verhaltensweisen, wie sie agieren, fühlen, und sich damit die Geschichten immer wieder voneinander weg bewegen. Thomas ist mir hier mit Abstand der liebste. Ich finde seine Entwicklung toll, wie aus einer fast Marionette eine eigenständige Person wird, die ihre Bedürfnisse und Meinungen in den Vordergrund stellt.

Aber auch Sasha legt eine ziemliche Entwicklung hin. Sie ist überhaupt ein sympathischer Mensch, bei dem es Spaß machte, ihre Geschichte zu verfolgen.

Das Buch war für mich ein richtiger Pageturner, aber das Ende ließ mich dann sehr unbefriedigt zurück und schon bevor ich nachschaute war klar, das ist kein Einzelband .. und genau so ist es. Denn für mich endet die Geschichte irgendwie mittendrin und ich hoffe, dass es nicht allzulang dauern wird, bis der nächste Band der Reihe erscheint. Wieviele Teile es werden, habe ich nicht herausgefunden, lassen wir uns überraschen :)

Fazit:
Auftakt einer sehr interessanten, mitreißenden Reihe über Parallelwelten und Doppelgänger. Das bringt frische (wenn auch keine neuen) Ideen und kann den Leser damit in seinen Bann ziehen. Der erste Teil endet für mich zwar minimal abgeschlossen, aber dennoch sehr unbefriedigend - hoffen wir, dass wir auf die Fortsetzung nicht allzulange warten müssen! Definitiv ein sehr empfehlenswertes Buch.

Meine Wertung: